Russland meldet Schäden durch Drohnen

​Kiews Gegenangriffe 

Andrii Jusow, ein Vertreter der Koordinierungsstelle für die Behandlung von Kriegsgefangenen. Foto: EPA-EFE/Sergey Dolzhenko
Andrii Jusow, ein Vertreter der Koordinierungsstelle für die Behandlung von Kriegsgefangenen. Foto: EPA-EFE/Sergey Dolzhenko

MOSKAU/KIEW: Der ukrainische Präsident Selenskyj hat neue Drohnenattacken im russischen Hinterland angekündigt. Moskau und die Regionen berichten nun über die Folgen. Kiews Generalstab legt seine Sichtweise dar.

In Russland haben nach den von der Ukraine angedrohten Drohnenangriffen am Morgen mehrere Regionen Brände, Schäden und einen Toten gemeldet. In Wolschski im Gebiet Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann in einer Kunststofffaserfabrik, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilte. Eine 55 Jahre alte Frau sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Im Süden von Wolgograd (früher Stalingrad) kam es demnach auch zu einem Brand in einem nicht näher benannten Energieobjekt. Auch ein Wohnhaus sei in der Region beschädigt worden.

Gebiet Jaroslawl und Hafenstadt Temrjuk betroffen

Im Gebiet Jaroslawl gab es nach Behördenangaben ebenfalls einen massiven ukrainischen Drohnenangriff. Industrieobjekte für die Lagerung von Treibstoffen seien getroffen worden, sagte Gouverneur Michail Jewrajew. Ein Brand werde gelöscht. Verletzte gebe es nicht. Zeitweilig habe die Straße nach Moskau gesperrt werden müssen.

Auch in der Hafenstadt Temrjuk brach laut Behörden nach dem Absturz von Trümmern einer abgeschossenen Drohne ein Feuer aus. Verletzte gebe es in dem Kurort am Asowschen Meer, dem nördlichen Nebenmeer des Schwarzen Meeres, nicht, hieß es.

Kiew bestätigt Attacken

Der Generalstab in Kiew bestätigte in sozialen Medien unter anderem Angriffe auf Wolgograd und Jaroslawl. In Wolgograd sei eine Ölraffinerie getroffen worden und nachweislich ein Brand ausgebrochen. Die Raffinerie habe den Betrieb eingestellt, hieß es in der Mitteilung. Die Anlage sei wichtig für die Versorgung der Militärlogistik und die russische Armee, begründete der Generalstab die Attacke. In Jaroslawl sei eine Ölpumpstation getroffen worden. Zwei Öltanks sollen in Brand geraten sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Russland meldet 208 abgeschossene ukrainische Drohnen

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind in der Nacht zum Freitag 208 Drohnen abgeschossen worden. Überprüfbar sind die Informationen von unabhängiger Seite nicht. Ukrainische Angriffe habe es in 13 Regionen gegeben, hieß es. Zur Gesamtzahl der von Kiew eingesetzten Drohnen und zu Treffern machte das Ministerium wie immer keine Angaben.

Dagegen meldeten die ukrainischen Luftstreitkräfte, dass Russland die Ukraine mit einer ballistischen Rakete vom Typ Iskander und 232 Drohnen angegriffen habe. 217 Drohnen seien unschädlich gemacht worden, es habe aber auch Einschläge gegeben. Zu den Treffern oder Schäden machte die ukrainische Flugabwehr keine näheren Angaben.

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Drohnenattacken im russischen Hinterland angekündigt. Nach seiner Darstellung sollen durch die Angriffe etwa auf Anlagen der Ölindustrie Moskau die für die Kriegswirtschaft wichtigen Einnahmen aus dem Energieexport genommen werden. Ein weiteres Ziel sei, den Aggressor durch den Druck der Angriffe an den Verhandlungstisch zu zwingen - für eine gerechte Beendigung des Kriegs, hatte Selenskyj erklärt.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.