BANGKOK/WASHINGTON: Die jüngsten Handelsverhandlungen zwischen Thailand und den Vereinigten Staaten endeten mit einem Kompromiss: Seit Donnerstag (31. Juli 2025) gilt ein US-Zollsatz von 19 Prozent auf thailändische Exporte – deutlich niedriger als die zuvor angedrohten 36 Prozent.
Im Gegenzug machte Thailand weitreichende Zugeständnisse in den Bereichen Handel, Energie und Zollverfahren.
Zollfreiheit für über 10.000 US-Produkte
Kernstück des thailändischen Angebots ist die Abschaffung von Einfuhrzöllen auf mehr als 10.000 US-Produkte – fast das gesamte Spektrum der etwa 11.000 importierten Güter. Betroffen sind vor allem medizinische Geräte, hochentwickelte Autoteile sowie Speziallebensmittel, die in Thailand nicht oder nur unzureichend hergestellt werden. Ergänzend dazu wurden nichttarifäre Handelshemmnisse abgebaut: Thailand verschlankt seine Zollprozesse, führt ein „Post-Clearance Audit“-System ein und vereinfacht Vorschriften zur Erleichterung von US-Importen.
Thailand importiert mehr US-Energie und Mais
Auch im Energiesektor bewegt sich Thailand auf die USA zu: Es wurden verbindliche Abnahmeverpflichtungen für verflüssigtes Erdgas (LNG), Rohöl, Ethan, Flugzeuge und bestimmte Agrarprodukte wie Mais für Tierfutter zugesagt – Güter, die Thailand nicht in ausreichender Menge selbst produziert. Zudem werden die Importquoten für US-Mais erhöht und die Zölle auf Sojabohnen gesenkt. Sensible Produkte, deren Import thailändische Landwirte gefährden könnte, bleiben hingegen weiterhin geschützt.
Strengere Regeln für Warenursprung vereinbart
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Verschärfung von Ursprungsregeln. Thailand verpflichtet sich, strengere Ursprungsnachweise für Exportprodukte einzuführen, um eine Umgehung von US-Zöllen durch die Umladung chinesischer Waren zu verhindern. Die Vereinigten Staaten kündigten an, weltweit neue Ursprungsregelungen durchzusetzen.
Ziel: Handelsüberschuss deutlich senken
Ziel der Vereinbarung ist es, Thailands derzeitiges Handelsplus von über 35 Milliarden US-Dollar binnen fünf Jahren zu halbieren. Fragen nach Gasförderrechten oder einer militärischen Nutzung thailändischer Stützpunkte standen offiziellen Angaben zufolge nicht zur Debatte. Im Bereich Sicherheitspolitik sicherte Thailand zu, seine Anstrengungen zur Deeskalation an der Grenze zu Kambodscha zu verstärken.
USA fordern Marktöffnung, Thailand Schutz
Die US-Regierung unter Präsident Trump betonte im Anschluss ihre anhaltenden Bedenken hinsichtlich Marktöffnung, Handelsungleichgewichten und Investitionsbedingungen. Thailand wiederum bestand auf Schutzmaßnahmen für zentrale Wirtschaftssektoren im Inland.
Andererseits hat die Umsetzung bei der Reduzierung der Alkoholsteuer bereits bewiesen, dass sich etwaige Einsparungen nicht bis zum Ende der "Nahrungs- oder Handelskette" auswirken.