Staatsbahn kämpft mit Altlasten

Personalmangel und Schulden belasten die SRT massiv

Veraltete Fahrzeuge, Personalmangel und hohe Schulden zählen laut einer aktuellen Studie zu den größten Herausforderungen der thailändischen Staatsbahn SRT. Foto: epa/Narong Sangnak
Veraltete Fahrzeuge, Personalmangel und hohe Schulden zählen laut einer aktuellen Studie zu den größten Herausforderungen der thailändischen Staatsbahn SRT. Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Die thailändische Staatsbahn SRT steht nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie vor erheblichen strukturellen Problemen. Zu den größten Herausforderungen zählen Personalmangel, veraltete Lokomotiven und Waggons, eine hohe Schuldenlast, Managementprobleme sowie der Übergang zu einem modernen Bahnsystem.

Die Ergebnisse wurden auf dem Seminar „Solving Problems and Developing the Railway Sector Sustainably“ vorgestellt, das von der Gewerkschaft der Staatsbahnmitarbeiter (SRUT), dem Dachverband der Staatsbetriebsgewerkschaften und dem norwegischen Gewerkschaftsbund organisiert wurde. Teilnehmer waren unter anderem Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn, der kommissarische SRT-Gouverneur Anan Phonimdaeng, Verkehrsexperten, Arbeitnehmervertreter, Wissenschaftler und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Studie analysiert Bahnsystem landesweit

Grundlage der Untersuchung war ein Forschungsprojekt, das zwischen Mai und Juli vergangenen Jahres von der SRUT gemeinsam mit dem College of Leadership and Social Innovation der Rangsit University durchgeführt wurde. Dabei wurden landesweit Daten und Einschätzungen von Eisenbahnbeschäftigten, Fachleuten und weiteren Interessengruppen erhoben, um die langfristige Nachhaltigkeit des thailändischen Bahnsystems zu bewerten.

Die Studie identifizierte fünf zentrale Krisenfelder: Personalmangel und Sicherheitsprobleme im Betrieb, fehlende Lokomotiven und Wagen, die Schuldenlast aus öffentlichen Verkehrsaufgaben, Herausforderungen bei Management und Investitionen sowie die Umstellung auf ein Bahnsystem der neuen Generation.

Alte Technik und Engpässe im Netz

Verkehrsminister Phiphat erklärte, dass die Regierung die strukturellen Schwierigkeiten der Staatsbahn anerkenne. Mehr als 70 Prozent des thailändischen Schienennetzes seien weiterhin eingleisig. Gleichzeitig hätten viele Lokomotiven und Personenwagen ihre vorgesehene Nutzungsdauer bereits überschritten.

Besonders kritisch sei die Entwicklung beim Personal. Während die SRT früher mehr als 20.000 Mitarbeiter beschäftigt habe, sei die Zahl inzwischen auf rund 8.000 gesunken. Dies stehe einem Streckennetz von mehr als 4.100 Kilometern gegenüber. Die Unterbesetzung führe zu einer höheren Arbeitsbelastung und werfe Fragen hinsichtlich Effizienz und Sicherheit des Bahnbetriebs auf.

Regierung plant mehr Bahnpersonal

Um dem entgegenzuwirken, will das Verkehrsministerium die Zustimmung des Kabinetts für die Schaffung von 2.850 zusätzlichen Stellen beantragen. Besetzt werden sollen vor allem dringend benötigte Positionen wie Lokführer, Mechaniker, Bahnhofsvorsteher, Ingenieure und Wartungspersonal. Zudem werden bestehende Beschränkungen bei der Personalverwaltung überprüft.

Phiphat räumte außerdem ein, dass die Schulden der Staatsbahn inzwischen auf mehr als 300 Milliarden Baht angewachsen sind. Ein Grund dafür sei der öffentliche Auftrag, Verkehrsdienstleistungen zu Tarifen anzubieten, die deutlich unter den tatsächlichen Betriebskosten liegen. Während die durchschnittlichen Kosten bei mehr als drei Baht pro Passagierkilometer lägen, betrage der durchschnittliche Fahrpreis lediglich 0,24 Baht pro Passagierkilometer.

Immobilien sollen Schulden mindern

Zur Verbesserung der finanziellen Situation plant die Regierung, die Einnahmen aus der kommerziellen Nutzung von Grundstücken und Vermögenswerten der Staatsbahn deutlich auszubauen. Dadurch soll die wirtschaftliche Basis der SRT langfristig gestärkt werden.

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