Milliardenhilfe für Thailands Reisbauern

Regierung stellt 10,2 Milliarden Baht zur Marktstützung bereit

Thailändische Reisbauern bei der Ernte: Die Regierung stellt über 10 Milliarden Baht zur Stabilisierung des Reismarktes bereit. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Thailändische Reisbauern bei der Ernte: Die Regierung stellt über 10 Milliarden Baht zur Stabilisierung des Reismarktes bereit. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die thailändische Regierung hat ein Maßnahmenpaket im Umfang von 10,19 Milliarden Baht beschlossen, um die Reispreise zu stabilisieren, die Einkommen der Landwirte zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit von thailändischem Reis langfristig zu stärken. Mit den Programmen sollen insgesamt 11,5 Millionen Tonnen Rohreis (Paddy Rice) vom Markt aufgenommen beziehungsweise gezielt gesteuert werden.

Die Entscheidung fiel auf einer Sitzung des National Rice Policy and Management Committee (NRPMC) unter Vorsitz der stellvertretenden Premierministerin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun. Nach Angaben der Ministerin erwartet die Regierung für das Produktionsjahr 2026/27 eine angespanntere Lage auf dem Weltreismarkt. Die globale Reisproduktion dürfte um etwa ein Prozent auf 537,82 Millionen Tonnen geschliffenen Reis zurückgehen, während Verbrauch und Handel weiter zunehmen. Dadurch würden die weltweiten Lagerbestände sinken.

Reisexporte könnten wieder zulegen

Auch in Thailand wird aufgrund steigender Produktionskosten sowie klimabedingter Risiken mit geringeren Erträgen bei Haupt- und Nebensaisonreis gerechnet. Gleichzeitig könnten Sorgen um die Ernährungssicherheit und Dürreperioden in mehreren Ländern neue Exportchancen für Thailand im zweiten Halbjahr eröffnen. Die Regierung wolle deshalb Wasserverfügbarkeit, Produktionsfaktoren und die Entwicklung der Weltmärkte genau beobachten, um ein Gleichgewicht zwischen Produktion, Qualität und Preisstabilität sicherzustellen.

Das Komitee verabschiedete zwei Maßnahmenpakete mit insgesamt fünf Projekten. Der Schwerpunkt liegt auf der Marktstabilisierung, der Aufnahme überschüssiger Erntemengen sowie der Qualitätsverbesserung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Lagerprogramm soll Preise stabilisieren

Für die Stabilisierung der Reispreise im Produktionsjahr 2026/27 werden 8,43 Milliarden Baht bereitgestellt. Das größte Einzelprojekt ist ein Kreditprogramm zur verzögerten Vermarktung von Reis aus der Haupternte. Hierfür sind 7,21 Milliarden Baht vorgesehen. Ziel ist die Zwischenlagerung von drei Millionen Tonnen Reis, um einen plötzlichen Angebotsüberschuss auf dem Markt zu vermeiden. Die Regierung übernimmt Lagerkosten in Höhe von 1.500 Baht pro Tonne.

Ein weiteres Programm unterstützt landwirtschaftliche Genossenschaften und Bauernorganisationen bei der Einlagerung und Weiterverarbeitung von Reis. Dafür werden 656,25 Millionen Baht bereitgestellt, um 1,5 Millionen Tonnen Reis zu erfassen und zusätzliche Wertschöpfung zu schaffen.

Reishändler erhalten Zinsausgleich

Zusätzlich wurde ein Zinsausgleichsprogramm für Reishändler genehmigt, die Lagerbestände halten. Das Vorhaben verfügt über ein Budget von 564 Millionen Baht und soll vier Millionen Tonnen Reis vom Markt aufnehmen. Nach Angaben des Handelsministeriums sollen diese Maßnahmen den Preisdruck verringern und die Einkommen der Landwirte stabilisieren.

Neben den kurzfristigen Hilfen verabschiedete das Komitee auch langfristige Strukturmaßnahmen im Rahmen des Programms „Thai Rice towards the Future Economy“ beziehungsweise „New Rice Economy“. Dafür werden weitere 1,76 Milliarden Baht bereitgestellt.

Reisüberschüsse gezielt abbauen

Das größte Projekt innerhalb dieses Programms umfasst die Aufnahme von drei Millionen Tonnen Reis mit einem Budget von 1,68 Milliarden Baht. Überschüssige Mengen sollen gezielt verarbeitet und unter anderem für staatliche Einrichtungen wie das Strafvollzugssystem, das Militär und andere Behörden genutzt werden.

Darüber hinaus wurde die zweite Phase eines Programms zur Förderung von Premium-Reis beschlossen. Mit einem Budget von 84 Millionen Baht sollen 266 Erzeugergemeinschaften unterstützt werden. Ziel ist die Produktion hochwertiger Reissorten mit höherem Marktwert, um die Einkommen der Landwirte zu steigern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des thailändischen Reissektors langfristig zu stärken.

Zusätzliche Milliarden für Reisbauern

Zusätzlich genehmigte das Komitee eine Aufstockung des Budgets für das bekannte Unterstützungsprogramm von 1.000 Baht pro Rai für Reisbauern. Der Finanzrahmen steigt von bislang 37,91 Milliarden auf 39,75 Milliarden Baht. Die zusätzlichen 1,85 Milliarden Baht sollen Landwirten zugutekommen, die bereits registriert sind, bislang jedoch noch keine Zahlungen erhalten haben.

Zudem wurde das Reisamt beauftragt, sein Programm zum Austausch und zur Verbesserung von Saatgut fortzuführen. Nach Einschätzung der Behörden können hochwertigere Reissorten die Produktionskosten senken, die Erträge steigern und die Effizienz im Anbau verbessern. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten untersucht werden, Saatgut länger und qualitativ hochwertig zu lagern, etwa durch temperaturkontrollierte Silos.

Regierung behält Reismarkt im Blick

Die Regierung betonte abschließend, sie werde die Entwicklung auf den nationalen und internationalen Reismärkten weiterhin genau beobachten. Ziel sei es, die Preise zu stabilisieren, die Einkommen der Bauern zu schützen und Thai-Reis dauerhaft wettbewerbsfähig auf den Weltmärkten zu positionieren.

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