Thailand plant regulierte Kasinokomplexe

Kasino in Macau. Archivbild: epa/Aleksandar Plavevski
Kasino in Macau. Archivbild: epa/Aleksandar Plavevski

BANGKOK: Das thailändische Finanzministerium erhält grünes Licht, die Entwicklung von Gesetzesentwürfen für integrierte Unterhaltungskomplexe zu beschleunigen. Dies gab der Regierungssprecher Chai Wacharonke am Dienstag (4. Juni 2024) bekannt.

Premierminister Srettha Thavisin wies den stellvertretenden Finanzminister Julapun Amornvivat an, eine entsprechende Studie zügig voranzutreiben. Grundlage hierfür bildet ein Bericht eines Ausschusses des Repräsentantenhauses, den das Kabinett bereits am 9. April 2024 zur Kenntnis genommen hatte.

Chai erläuterte, dass die Aufgabe des Ministeriums darin bestehe, nicht nur die Studie zu beschleunigen, sondern auch neue Gesetze und Verordnungen zur Regulierung dieser Komplexe zu erarbeiten, zu denen voraussichtlich auch Kasinos gehören werden. Diese sollen dem Kabinett vorgelegt werden, sobald sie fertiggestellt sind. Mit einem globalen Marktwert der integrierten Unterhaltungsindustrie, der 2022 1,5 Billionen US-Dollar erreichte und für 2028 auf 2,2 Billionen US-Dollar geschätzt wird, sieht die Regierung ein enormes wirtschaftliches Potenzial.

Die Einnahmen, die solche Komplexe generieren, sind beträchtlich. Zum Vergleich nannte Chai die jährlichen Einnahmen von 32 Milliarden Dollar in Macau, 30 Milliarden Dollar in Las Vegas und 12 Milliarden Dollar in Singapur. Angesichts der Tatsache, dass Japan derzeit drei ähnliche Projekte plane, betonte er die Dringlichkeit für Thailand, seine eigenen Pläne zu beschleunigen, um einen angemessenen Anteil an den weltweiten Gesamteinnahmen zu sichern.

Der Bericht des Parlamentsausschusses legt nahe, dass das Projekt im ersten Jahr mindestens 12 Milliarden Baht an Einkommenssteuer für das Land generieren könnte. Die Studie des Ausschusses konzentrierte sich auf die wirtschaftlichen, sozialen, bildungspolitischen und kulturellen Auswirkungen solcher Veranstaltungsorte in Thailand sowie auf Geschäftsstrukturen, Einnahmeerzielung und rechtliche Rahmenbedingungen.

Für die Standortwahl des Projekts sind fünf Orte im Gespräch: zwei in Bangkok sowie je einer im Eastern Economic Corridor (EEC), in Chiang Mai und in Phuket. Ein weiterer Vorschlag ist, dass Kasinos nicht mehr als 5 Prozent der Nutzfläche in diesen Komplexen einnehmen dürfen, um eine ausgewogene Nutzung zu gewährleisten.

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Guenter Scharf 14.06.24 18:30
Wirtschaftliches Potential von Kasinos/Unterhaltun
@Christian Carstens, 08.06.24, 12:29:
1,5 Billionen US-Dollar globaler Marktwert der integrierten Unterhaltungsindustrie und 12 Mrd. Baht Einkommenssteuer sind doch schon ein ordentliches Wirtschaftspotential von Entertainmentkomplexen.
Materielle Gegenleistungen der Kasinos gibt's natürlich nur für sehr wenige Besucher*innen/Spieler*innen. Für auszuschüttende Gewinne müssen zunächst mal VIELE verlieren, damit EINIGE gewinnen.
Trotzdem haben ALLE eine ideelle Gegenleistung, denn ihre Spielsucht wird befriedigt. Über die Verschuldung/Verarmung wird zunächst mal nicht nachgedacht - leider.
Christian Carstens 08.06.24 12:29
Armutsgarantie
Welches wirtschaftliche Potential ist hier gemeint?
Den Kunden ohne Gegenleistung oder Wertschöpfung das Geld abzunehmen?
Tausende von Thailändern in die Armut zu treiben?
Asiaten im Allgemeinen neigen zur Spielsucht.
Sie könnten sehr schnell in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten. Möglicherweise sind schwere Straftaten aus Verzweiflung die Folge.
Marc Weber 08.06.24 11:30
@ Beat Sigrist
So abwegig ist das gar nicht auf Casinogewinne Steuern zu kassieren. In den USA ist dies schon seit Jahrzehnten gängige Praxis. Ich selbst habe die Erfahrung 1994 in Las Vegas gemacht. Auch bei Lotteriegewinnen wird diese Regel angewandt. Warum soll das in Thailand anders sein?
Guenter Scharf 07.06.24 13:20
Was ist der Unterschied zwischen Casini-Gewinnern?
@Beat Sigrid, 07.06.24, 12:30: Wenn bei ausländischen Gewinner*innen in Casinos bei der Überweisung auf deren thailändisches Bankkonto vorher die Vermögens- oder Einkommensteuer abgezogen wird, bei thailändischen Gewinner*innen aber bei der Überweisung die Steuer direkt vom Gewinn abgezogen wird - was macht den Unterschied aus?
Bin ich zu blöd, um den Unterschied zu verstehen?
Beat Sigrist 07.06.24 12:30
Einkommenssteuer auf Casinogewinne
Ich nehme an, dass grössere Gewinne ab 100 000 THB von Ausländer dann nur auf ein thailändisches Bankkonto überwiesen wird vom Casino und nicht bar ausbezahlt wird. Und dies natürlich, erst, nachdem direkt die neue Vermögensteuer oder Einkommenssteuer für Ausländer abgezogen worden ist für die Regierung. Für thailändische Bürger wird die Steuer direkt vom Gewinn abgezogen. Vermutlich wird dann das Steueramt direkt im Casino ein eigenes Büro eröffnen, um dieses Geld einzuziehen. Ironie beendet!
Chris Jomtien 06.06.24 23:40
Maximierung aller denkbaren Einnahmquellen
Die Regierung Strettas schreckt offensichtlich vor nichts zurück, sofern es Geld in die Kassen bringt. Offensichtlich bevorzugt sind dabei kaum überwachbare Bereiche. Diese sind nicht nur perfekt geeignet um Schwarzgeld zu waschen und Teegeld zu gewinnen, sie vergrößern zudem die Kluft zwischen arm und reich erheblich.
Sehr passend zu diesem Thema arbeitet die Regierung gerade an einem neuen Fischereigesetzwerk, welches den kleinen Fischern erheblich schadet, aber die international geächtete Schleppnetzfischerei sowie den Menschenhandel fördert.
Das Thema hat es heute groß in die ARD Tagesschau geschafft.
Suche unter Google: Zurück zur Sklaverei auf See.
Ham Mmm 06.06.24 19:40
Yipiiie
Endlich wieder eine einnahme quelle ohne viel mühe.