Thailand ist ein bedeutendes Zentrum des Sexhandels

Junge Frauen werben für eine Go-Go-Bar auf Pattayas Walking Street. Foto: epa/Diego Azubel
Junge Frauen werben für eine Go-Go-Bar auf Pattayas Walking Street. Foto: epa/Diego Azubel

BANGKOK: Thailand ist nach wie vor ein wichtiges Zentrum des Sexhandels, der sich auch auf weit entfernte Länder erstreckt wie Japan, Marokko und Deutschland, heißt es in einem UN-Bericht.

Im Jahr 2017 entfielen 255 Fälle oder 84 Prozent der insgesamt 302 Fälle von Menschenhandel in Thailand auf den Handel mit sexueller Ausbeutung. Thailand verfolgte zwischen 2015 und 2017 nur 36 Verdächtige des Sexualhandels mit Kindern, obwohl Minderjährige die Mehrheit der Opfer sind. „Daten der thailändischen Generalstaatsanwaltschaft zufolge waren von den 1.248 festgestellten Opfern von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung im Zeitraum 2014 bis 2017 fast 70 Prozent minderjährige Mädchen, heißt es weiter in dem Bericht.

Neben Frauen und Kindern aus Thailand und den Nachbarländern werden auch Frauen aus weit entfernten Regionen wie Afrika in Thailand Opfer des Menschenhandels. In ähnlicher Weise werden gehandelte Thais zu Zielen in der Ferne wie Japan und Europa befördert. Männer, Frauen und Kinder aus Thailand und anderen südostasiatischen Ländern reisen nach Japan, wo einige von ihnen Bedingungen der Zwangsarbeit oder sexuellen Ausbeutung, einschließlich betrügerischer Ehen, ausgesetzt sind.

Im Jahr 2017 hat das Department of Special Investigation zwei grenzüberschreitende Handelsringe zerstört. Einer betraf ein Netzwerk aus Uganda, das in Bangkok und Pattaya tätig war. Die DSI nahm 70 ugandische Frauen fest, denen für die Reise nach Thailand 7.000 Dollar in Rechnung gestellt wurden. Bei ihrer Ankunft beschlagnahmten die Menschenhändler die Reisedokumente der Frauen und zwangen sie zur Prostitution, um die Schuld zu begleichen. Der andere Ring stammt aus Marokko. Zwei marokkanische Frauen wurden zusammen mit 30 burmesischen, vietnamesischen und syrischen Frauen aus der Zwangsprostitution gerettet.

Thais sind nicht nur Opfer, sondern ebenso Täter des Menschenhandels. Zwischen 2014 und 2016 verurteilte die japanische Regierung zwölf Ausländer wegen Menschenhandels, davon fünf Thailänder. Im gleichen Zeitraum identifizierte Japan 20 Opfer des thailändischen Menschenhandels. In Deutschland wurden im Jahr 2018 sowohl thailändische Opfer als auch Täter im Sexhandel registriert. Berichten zufolge hatten eine thailändische Frau und ihr deutscher Partner 32 Opfer mit Touristenvisa aus Thailand nach Deutschland gebracht und sie dann gezwungen, in Bordellen im ganzen Land zu arbeiten.

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Jaok Okja 18.08.19 04:56
Angebot und Nachfrage
Das ganze Thema wird sich gerade im Südosten Asiens, niemals auch nur eindämmen lassen... Auch wenn es inzwischen weniger europäische Kunden sind, werden die anderen noch für die ausreichende Nachfrage sorgen. Damit lässt sich einfach zu gutes und einfaches geld verdienen.
Martin Reinhart Berger 18.08.19 04:41
Sexhandel
Thailand braucht für bezahlten Sex nicht die Walking Street, In jedem Kaff gibt es Minimum eine Karaoke Bar, wo man nie einen Farang finden wird und wo thailändische Mädchen und Frauen zur Verfügung stehen, gegen Bezahlung natürlich. Und wenn Thailand wirklich gegen die Prostitition vorgehen wollte, wäre es doch ganz schnell in der Lage , das Problem anzupacken. Das beste Beispiel, dass das nicht wirklich gewollt ist, ist jeden Abend die Beach Rd. ,wo trotz im Moment ziemlich grosser Präsenz von Polizei, alles läuft, wie gehabt. Eben , wenn nötig einfach auf der anderen Strassenseite, bis die Kontrolleure wieder weg sind. Warum ist das wohl so? Diese Frage kann sich jeder Resident hier selbst beantworten.
Ingo Kerp 17.08.19 13:32
Da koennen sich die Behoerden drehen und wenden wie ein Aal, Prostitution ist in TH allgegenwärtig. Trotz Verbot, trotz Beteuerung, das die Walking Street in Pattaya lediglich eine Flaniermeile ist, es gibt sexwillige Damen ohne Ende. Dahingestellt sei dabei ob dies freiwillig oder unter Zwang passiert.
Roman Müller 17.08.19 05:52
Laut gedacht...
ach so das ist gemeint wenn man in BKK davon spricht dass der Export läuft....