BANGKOK: Thailands geschäftsführender Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul hat angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die außenpolitische Linie seines Landes bekräftigt. Thailand werde „so neutral wie möglich“ bleiben und zugleich die Vorbereitungen zur Unterstützung thailändischer Staatsangehöriger in betroffenen Ländern intensivieren.
Hintergrund sei die Sorge um zahlreiche Thailänder, die in Staaten mit Bezug zu dem Konflikt leben und arbeiten. Zugleich rief Anutin alle Beteiligten dazu auf, diplomatische Verhandlungen, Dialog und gegenseitiges Verständnis in den Vordergrund zu stellen. Man wünsche sich eine rasche Rückkehr zu Frieden und Stabilität.
Koordinierung für sichere Abholorte
Mit Blick auf mögliche Evakuierungen erklärte Anutin, dass derzeit kein Anlass zur Beunruhigung bestehe. Die Royal Thai Air Force habe ihre Einsatzbereitschaft gemeldet. Vorrang habe nun die enge Abstimmung zwischen Außenministerium, Regierung und Streitkräften, um möglichst viele thailändische Staatsangehörige zu erfassen und sichere Sammel- beziehungsweise Abholpunkte zu organisieren.
Regierung plant Entlastung der Bürger
Neben sicherheitspolitischen Fragen rechnet die Regierung auch mit wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise. Anutin räumte ein, dass Thailand ökonomisch betroffen sein werde. Ziel sei es, die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, unter anderem durch Maßnahmen zur Dämpfung von Kostensteigerungen und zur Stabilisierung der Energiepreise. Er habe den stellvertretenden Premierminister und Finanzminister angewiesen, Vorsorgemaßnahmen für unterschiedliche Szenarien auszuarbeiten. Dabei solle auch der Ölfonds so eingesetzt werden, dass thailändische Verbraucherinnen und Verbraucher bestmöglich entlastet würden.