Thailand bleibt neutral im Konflikt

Regierung bereitet Hilfe für Landsleute vor

Premierminister Anutin Charnvirakul bekräftigt Thailands neutrale Haltung und kündigt Unterstützungsmaßnahmen für Landsleute in Krisenregionen an. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Premierminister Anutin Charnvirakul bekräftigt Thailands neutrale Haltung und kündigt Unterstützungsmaßnahmen für Landsleute in Krisenregionen an. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailands geschäftsführender Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul hat angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die außenpolitische Linie seines Landes bekräftigt. Thailand werde „so neutral wie möglich“ bleiben und zugleich die Vorbereitungen zur Unterstützung thailändischer Staatsangehöriger in betroffenen Ländern intensivieren.

Hintergrund sei die Sorge um zahlreiche Thailänder, die in Staaten mit Bezug zu dem Konflikt leben und arbeiten. Zugleich rief Anutin alle Beteiligten dazu auf, diplomatische Verhandlungen, Dialog und gegenseitiges Verständnis in den Vordergrund zu stellen. Man wünsche sich eine rasche Rückkehr zu Frieden und Stabilität.

Koordinierung für sichere Abholorte

Mit Blick auf mögliche Evakuierungen erklärte Anutin, dass derzeit kein Anlass zur Beunruhigung bestehe. Die Royal Thai Air Force habe ihre Einsatzbereitschaft gemeldet. Vorrang habe nun die enge Abstimmung zwischen Außenministerium, Regierung und Streitkräften, um möglichst viele thailändische Staatsangehörige zu erfassen und sichere Sammel- beziehungsweise Abholpunkte zu organisieren.

Regierung plant Entlastung der Bürger

Neben sicherheitspolitischen Fragen rechnet die Regierung auch mit wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise. Anutin räumte ein, dass Thailand ökonomisch betroffen sein werde. Ziel sei es, die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten, unter anderem durch Maßnahmen zur Dämpfung von Kostensteigerungen und zur Stabilisierung der Energiepreise. Er habe den stellvertretenden Premierminister und Finanzminister angewiesen, Vorsorgemaßnahmen für unterschiedliche Szenarien auszuarbeiten. Dabei solle auch der Ölfonds so eingesetzt werden, dass thailändische Verbraucherinnen und Verbraucher bestmöglich entlastet würden.

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Michel Maillet 09.03.26 09:47
U-Tapao
Aus wiki: Thailand is an important element in The Pentagon's strategy of "forward positioning". Despite Thailand's neutrality on the 2003 invasion of Iraq, the Thai government allowed U-Tapao to be used by American warplanes flying into combat in Iraq, as it had earlier done during the war in Afghanistan. In addition, U-Tapao may be where Al Qaeda operative Abu Zubaydah and other renditioned detainees were interrogated, according to some retired American intelligence officials
Michel Maillet 09.03.26 09:46
@Michael R.
Tatsächlich hoben von U-Tapao B52 Bomber ab zum Einsatzort in Afghanistan und während dem dritten Golf krieg ab!
Chris Jomtien 08.03.26 18:40
@Michael F.
Sie haben natürlich völlig Recht in ihrer Einschätzung. Durch die geografische Lage von Ramstein, direkt am Mittelmeer, können die B52 von dort mit voller Nutzlast und minimaler Tankfüllung starten, in flacher Kurve gemächlich aufsteigen, ohne zivilen Flugverkehr zu stören und ohne neutrale Länder wie die Schweiz, Österreich oder Italien zu überfliegen. Der nahegelegene Tiefseehafen von Kaiserslautern ermöglicht zudem reibungslose Materialversorgung und das große Krankenhaus ist unbedingt notwendig, da die Piloten sich auf dem langen Flug erkälten könnten.
Falls mal ein Auftankmaneuver nicht funktioniert, besteht zudem keine Gefahr für Umwelt und Bevölkerung. Angesichts Ihrer tiefgründigen Kenntnisse verneige ich mein Haupt.
Michael R. 07.03.26 12:03
@Hermann Hunn
Es ist sehr wohltuend eine fundierte, sachliche Richtigstellung der Möglichkeiten in Bezug auf den aktuellen Waffengang und etwaige Auswirkungen auf Thailand lesen zu dürfen. In der Tat ist der Stützpunkt Ramstein für die USA bei Kampfeinsätzen im Nahen und Mittleren Osten DIE Drehscheibe schlechthin. Nicht zuletzt befindet sich hier auch das größte Militärkrankenhaus der Amis außerhalb der USA.
U-Tapao interessiert in diesem Zusammenhang die amerik. Befehlhaber nicht die Bohne.
Chris Jomtien 07.03.26 12:02
@Hermann Hunn
Sie haben vermutlich nach dem falschen Flughafen gegoogelt, bzw. dem Richtigen, aber unter dessen neuen Namen, "... Rayong-Pattaya-International ...". Zurzeit des dritten Golfkrieges hieß er noch schlicht "U-Tapao Royal Thai Navy Airfield". Unter diesem Namen finden sich definitiv zahlreiche verifizierte Belege für dessen Nutzung durch die USAF. Ich kann Ihnen sogar Augenzeugen benennen, zum Beispiel mich selbst :-) . Auch schon zwei Jahre zuvor, während des Afghanistan Krieges. Ab Oktober 2001 flogen die USA pausenlos Angriffe ab U-Tapao. Wenn man einmal im Leben erlebt hat wie die B52 im Tiefflug nur wenige hundert Meter vom Jomtien Strand entfernt an einem vorbei fliegen, dann vergisst man das nie. Deren schiere Größe, die geringe Geschwindigkeit mit der sie, lärmend und stinkend, scheinbar unfähig an Höhe und Tempo zu gewinnen, knapp über dem Meer flogen bis sie dann irgendwo am Horizont allmählich aufstiegen ... . Das ist mit keinen anderen Flugzeug vergleichbar.
Sie schreiben das Ramstein geeigneter sei, da 2.000 km näher zu Teheran gelegen. Ich glaube nicht daß solche Einsätze von Ramstein aus möglich sind. Sofern die Topographie das überhaupt zulässt, sehe ich da unüberwindbaren Widerstand seitens der Bevölkerung und Regierungen Deutschlands und seiner Nachbarländer.
Hermann Hunn 05.03.26 05:30
@Chris Jomtien: Preis der Neutralität
Die Vereinigten Staaten können den ehemaligen Militärstützpunkt U-Tapao in Thailand weder kurz- noch langfristig ohne Weiteres beanspruchen. Die Basis USAF U-Tapao Airfield wurde vor etwa fünfzig Jahren an die Royal Thai Navy übergeben, wodurch die Kontrolle und Nutzung des Stützpunktes nicht mehr in den Händen der USA liegt. Selbst wenn eine Nutzung angestrebt würde, müsste zunächst wieder Platz für das notwendige Kriegsmaterial sowie das entsprechende Personal geschaffen werden.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die US-Basis Ramstein in Deutschland geografisch deutlich näher an Teheran liegt – die Entfernung beträgt etwa 2‘000 Kilometer weniger im Vergleich zu U-Tapao. Dies macht Ramstein zu einem strategisch günstigeren Ausgangspunkt für Operationen in Richtung Iran.

Im Zusammenhang mit dem dritten Golfkrieg (2003) ist festzustellen, dass oftmals falsche Nachrichten kursieren, die von irreführenden oder populistischen Quellen stammen. Insbesondere gibt es keine verifizierten Belege dafür, dass USAF-Luftwaffenbomber auf dem U-Tapao Rayong-Pattaya International Airport gestartet oder gelandet sind.
Chris Jomtien 04.03.26 21:00
Preis der Neutralität
Solange die Neutralität lediglich theoretischer Natur ist, steht nichts auf dem Spiel.
Die Frage ist, kann Thailand sich leisten, neutral zu bleiben falls die US Luftwaffe U-Tapao als Basis einfordert?
Während des dritten Golfkrieges (USA vs Irak) war Thailand offiziell zwar ebenfalls neutral, jedoch war U-Tapao, neben Diego Garcia, der wichtigste Flughafen für die strategischen Bomber der USAF.
Michel Maillet 04.03.26 13:20
@IK
Welches früheren traumatisierenden Erlebnisse rumoren in Ihnen?
Ingo Kerp 04.03.26 11:28
Neutral bleiben, das ist das einzig richtige Verhalten im vorliegenden Fall. Wer will sich schon den mörderischen israelischen Truppen anschließen, die schon den Völkermord in Gaza begangen haben, wie international bestätigt wird. Hinzu kommt der völlig planlose Trump, der einen Regimewechsel nur mit Bombardierung erreichen will, was es noch nie gab und nicht geben wird. Dazu seine Dummheit, denn in einem Interview verwies der US-„Kriegsminister“ Hegseth darauf, das im Iran-Krieg sein Präsident Trump und er die Schlaueren wären. Na klar! Die von Trump und seiner Regierung favorisierten Nachfolger von Chamenei im Iran, wurden inzwischen von US-Bomben getötet. Und was jetzt ihr Schlauen?

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