Sorge vor Kontosperren bei QR-Zahlungen

Restaurants und Händler fürchten Folgen der Maßnahmen gegen Maultierkonten

Restaurants und Händler warnen vor Risiken von Kontosperrungen durch Zahlungen via Überweisung oder QR-Code. Foto: Koonsiri/Adobe Stock
Restaurants und Händler warnen vor Risiken von Kontosperrungen durch Zahlungen via Überweisung oder QR-Code. Foto: Koonsiri/Adobe Stock

BANGKOK: Restaurant-, Groß- und Einzelhandelsverbände haben ihre Besorgnis geäußert, Kunden weiterhin Überweisungs- oder QR-Zahlungen anzubieten. Grund ist die Furcht, dass Geschäftskonten im Zuge der aktuellen Maßnahmen gegen sogenannte „Maultierkonten“ eingefroren werden könnten.

Als „Maultierkonten“ („mule accounts“) werden Bankkonten bezeichnet, die von Kriminellen – oft ohne Wissen der eigentlichen Kontoinhaber – für den Transfer illegaler Gelder genutzt werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei Online-Betrugsfällen und Geldwäsche.

Kleine Anbieter besonders gefährdet

Chanon Koetcharoen, Präsident des Restaurantverbands, betonte zwar, dass bislang kein Mitgliedskonto eingefroren worden sei und auch niemand auf Banküberweisungen verzichte. Gleichwohl rechne er mit Verunsicherung, vor allem in ländlichen Gebieten. Während größere Restaurants über mehrere Konten verfügen und kurzfristige Engpässe leichter auffangen können, seien kleine Anbieter und Straßenküchen auf den täglichen Bargeldfluss angewiesen. Für sie hätte ein eingefrorenes Konto unmittelbare Auswirkungen.

Händler schränken QR-Zahlungen ein

Somchai Pornrattanacharoen, Ehrenberater der Thai Wholesale and Retail Trade Association, erklärte, dass sein Geschäft Überweisungen und QR-Zahlungen inzwischen nur noch bekannten Kunden anbiete. Zu groß sei die Sorge, unbeabsichtigt Geld aus einem Maultierkonto anzunehmen und dadurch selbst von einer Kontensperrung betroffen zu sein. Er verwies auf einen Fall in Pathum Thani, wo das Konto eines Großhändlers für eine Woche blockiert wurde. Als Gegenmaßnahme schlug er vor, die Zahl der pro Person registrierbaren SIM-Karten zu begrenzen, um betrügerische Strukturen zu erschweren. Chanon forderte darüber hinaus, dass die Behörden stärker an den Ursachen ansetzen, Verdachtskonten klar benennen und eine Hotline für Betroffene einrichten müssten.

Ökonomen fordern schnelle Korrekturen

Ökonomen mahnten rasches Handeln an, um wirtschaftliche Folgeschäden zu verhindern. Laut Thanyalak Vacharachaisurapol vom Kasikorn Research Centre seien insbesondere Kleinhändler und Senioren, deren Konten selten Online-Transaktionen aufwiesen, von fehlerhaften Sperrungen betroffen. Behörden und Banken müssten ihre Maßnahmen nachjustieren, um Unbeteiligte zu schützen. Einzelhändlern riet sie, mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken zu führen.

Unsicherheit belastet Konsumklima spürbar

Auch Poonyawat Sreesing vom Economic Intelligence Center der Siam Commercial Bank warnte vor einer Belastung des Konsumklimas. Sollten die Unsicherheiten anhalten, könnten sie selbst staatliche Konjunkturprogramme wie die Neuauflage des beliebten „Khon La Khrueng“-Co-Payment-Projekts beeinträchtigen, das ausschließlich über digitale Zahlungen abgewickelt wird.

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Plante HDV 17.09.25 16:22
leschim alex 17.09.25 11:10
Richtig so. Wo Barzahlung nicht möglich ist gehe ich weiter. Aber was ist das nur für ein Geschäftsmann, der freiwillig einem Teil von Kunden dem Zugang (Umsatz) verweigert?
leschim alex 17.09.25 11:10
Wenn irgendwo nur mittels .....
..... QR-Code bezahlt werden kann gehe ich weiter - schade fuers Geschaeft, potenziellen Kunden verloren.
Ich zahle weiterhin mit GELD - das sind die bunt bedruckten Papierstuecke mit Zahlen drauf (oder eben Muenzen).
Roman Knöpfel 17.09.25 07:40
@ Laddawan
Kein Tante Emma Laden, den ich kenne, bezahlt Umsatzsteuer. Die bezahlen beim Einkauf VAT und fertig ist. Wie jeder kleine Markt-/ Essensstand an der Strasse. Nur diejenigen die eine Händlerlizenz-/ Alkoholverkaufslizenz haben, bezahlen Umsatzsteuer. Und die bezahlen anhand ihrer Einkäufe die Umsatzsteuer, die wird hochgerechnet.
Klaus Huber 16.09.25 17:39
Nötige Dokumente
gibt es denn eine Übersicht über mögliche nötige Dokumente? Außer den Reisedokumenten und der beglaubigten Heiratsurkunde fällt mir nicht viel ein.

Ich bin im Begriff eine Auswanderung vorzubereiten, um in ca 2 Jahren den Wohnsitz dauerhaft zu ändern, bin von egal welchem "Drittland" aber immer weniger überzeugt. Die Nachteile und Unwägbarkeiten summieren sich. Möglicherweise ist meine nächste Reise zur Kontenklärung ein letzter Beitrag zur Steigerung des thailändischen Tourismus.
Oliver Harms 16.09.25 15:30
Die Auswirkungen Thaksins
Unüberlegt handeln auf Kosten aller und wie hier schon geschrieben mit dem Ziel der totalen Überwachung.
Laddawan Sukkon 16.09.25 13:07
Das wird aber den Fiskus .....
.... massiv ärgern. Diese QR Zahlungen in jedem Tante-Emma-Laden, den kleinen Küchen und Beizli, wurde je länger je mehr forciert. Die Gutschriften erfolg(t)en meist auf das Privatkonto der Betreiber.

Die Kehrseite wird sein, dass in ein paar Jahren der Fiskus vorspricht und hinterfragt, woher dann die täglich 30 - 50 Gutschriften von 50 - 400 Baht her kommen. Ah, das sind nicht versteuerte Einnahmen aus dem Geschäft?

Der gläserne Mensch - Ziel des 21sten Jahrhunderts. Nur Bares ist Wahres, Cash is King und die letzte Freiheit, Anonymität und Unabhängigkeit. Nur haben es die meisten nicht kapiert und finden diese Scannerei den letzten Schrei. Frage ist nur, wer den letzten Schrei ablässt ......
Jomtien Franky 16.09.25 12:40
Und vor allem....
....sollen die mal aufhören, Konten zu sperren ohne triftigen Grund. Und insbesondere von Farangs, die gerade nicht in Thailand sind, denn von woanders aus ist es nahezu unmöglich, das wieder zu reaktivieren. Mir ist es letztens passiert, ich war zum Entsperren mit allen nötigen Unterlagen, und 4 Tage haben diese Wahnsinnigen mir das Konto wieder gesperrt. Glücklicherweise bin ich aus Vietnam nochmal nach Thailand zurückgekehrt, bevor ich nach D geflogen bin, habe nochmal wertvolle Zeit geopfert und das erneut entsperrt. Langsam muss gut sein, an deren Stelle würde ich mal eher bei den Qualitätstouristen suchen, anstatt bei den Farangs, wetten, dass die Erfolgsquote da wesentlich höher ist?

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