BANGKOK: Restaurant-, Groß- und Einzelhandelsverbände haben ihre Besorgnis geäußert, Kunden weiterhin Überweisungs- oder QR-Zahlungen anzubieten. Grund ist die Furcht, dass Geschäftskonten im Zuge der aktuellen Maßnahmen gegen sogenannte „Maultierkonten“ eingefroren werden könnten.
Als „Maultierkonten“ („mule accounts“) werden Bankkonten bezeichnet, die von Kriminellen – oft ohne Wissen der eigentlichen Kontoinhaber – für den Transfer illegaler Gelder genutzt werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei Online-Betrugsfällen und Geldwäsche.
Kleine Anbieter besonders gefährdet
Chanon Koetcharoen, Präsident des Restaurantverbands, betonte zwar, dass bislang kein Mitgliedskonto eingefroren worden sei und auch niemand auf Banküberweisungen verzichte. Gleichwohl rechne er mit Verunsicherung, vor allem in ländlichen Gebieten. Während größere Restaurants über mehrere Konten verfügen und kurzfristige Engpässe leichter auffangen können, seien kleine Anbieter und Straßenküchen auf den täglichen Bargeldfluss angewiesen. Für sie hätte ein eingefrorenes Konto unmittelbare Auswirkungen.
Händler schränken QR-Zahlungen ein
Somchai Pornrattanacharoen, Ehrenberater der Thai Wholesale and Retail Trade Association, erklärte, dass sein Geschäft Überweisungen und QR-Zahlungen inzwischen nur noch bekannten Kunden anbiete. Zu groß sei die Sorge, unbeabsichtigt Geld aus einem Maultierkonto anzunehmen und dadurch selbst von einer Kontensperrung betroffen zu sein. Er verwies auf einen Fall in Pathum Thani, wo das Konto eines Großhändlers für eine Woche blockiert wurde. Als Gegenmaßnahme schlug er vor, die Zahl der pro Person registrierbaren SIM-Karten zu begrenzen, um betrügerische Strukturen zu erschweren. Chanon forderte darüber hinaus, dass die Behörden stärker an den Ursachen ansetzen, Verdachtskonten klar benennen und eine Hotline für Betroffene einrichten müssten.
Ökonomen fordern schnelle Korrekturen
Ökonomen mahnten rasches Handeln an, um wirtschaftliche Folgeschäden zu verhindern. Laut Thanyalak Vacharachaisurapol vom Kasikorn Research Centre seien insbesondere Kleinhändler und Senioren, deren Konten selten Online-Transaktionen aufwiesen, von fehlerhaften Sperrungen betroffen. Behörden und Banken müssten ihre Maßnahmen nachjustieren, um Unbeteiligte zu schützen. Einzelhändlern riet sie, mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken zu führen.
Unsicherheit belastet Konsumklima spürbar
Auch Poonyawat Sreesing vom Economic Intelligence Center der Siam Commercial Bank warnte vor einer Belastung des Konsumklimas. Sollten die Unsicherheiten anhalten, könnten sie selbst staatliche Konjunkturprogramme wie die Neuauflage des beliebten „Khon La Khrueng“-Co-Payment-Projekts beeinträchtigen, das ausschließlich über digitale Zahlungen abgewickelt wird.