Neues aus der Wirtschaft am Montag

Mobilfunkantennen senden am Rand eines Wohngebiets in Stuttgart über 2G, 4G und 5G. O2 plant die Abschaltung von 2G bis 2028. Foto: dpa/Bernd Weißbrod
Mobilfunkantennen senden am Rand eines Wohngebiets in Stuttgart über 2G, 4G und 5G. O2 plant die Abschaltung von 2G bis 2028. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Funkstandard 2G geht vom Netz

MÜNCHEN: Der veraltete Mobilfunk-Standard 2G nähert sich seinem Ende. Der Handynetzbetreiber O2 Telefónica kündigte in München an, die Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abzuschalten. Vor mehr als 30 Jahren war 2G für Telefonate und SMS eingeführt worden, inzwischen geht es in den Handynetzen aber vor allem um Datenverkehr. Während die Anzahl der Telefonate und SMS sinkt, steigt die Datenmenge immer weiter an. 2G kann nur minimal Daten transportieren - für eine Mail ohne Anhang dürfte es reichen, für mehr nicht.


OpenAI-Rivale Anthropic will an die Börse

SAN FRANCISCO: 2026 nimmt als Jahr der Mega-Börsengänge Gestalt an. Nach Elon Musks SpaceX macht auch der OpenAI-Konkurrent Anthropic den Schritt zur Aktienplatzierung.

Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden.

Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar ab. Auch OpenAI werden Börsenambitionen nachgesagt, die in ähnlichen Dimensionen liegen könnten. Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX, in der inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen ist, könnte bereits Mitte Juni an die Börse gehen. Dabei wird Medienberichten zufolge eine Gesamtbewertung von bis 1,8 Billionen Dollar angestrebt. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre es der mit Abstand größte Börsengang.

Zugleich gibt es nach wie vor Zweifel, ob die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar in Infrastruktur für Künstliche Intelligenz am Ende wieder zurückverdient werden können.


Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1646 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1646 (Freitag: 1,1644) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8586 (0,8588) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86493 (0,86723) britische Pfund, 185,74 (185,45) japanische Yen und 0,9128 (0,9111) Schweizer Franken fest.


Gebrauchte Stromer kommen aus der Nische

KARLSRUHE: In den Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos kommt Bewegung. Er habe sich in bemerkenswertem Tempo «vom Nischensegment zu einem etablierten Markt mit wachsendem Angebot, transparenten Preisen und verlässlichen Qualitätsstandards entwickelt», sagt Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Vor fünf bis sechs Jahren seien noch kaum gebrauchte Fahrzeuge verfügbar gewesen, doch die hohen Neuzulassungszahlen der Jahre 2020 und 2021 führten nun zu einem substanziellen Angebotsanstieg.


SPD-Politikerinnen: Union blockiert bei Entgelttransparenz

BERLIN: Politikerinnen der SPD werfen ihrem Koalitionspartner Union vor, die Umsetzung einer EU-Richtlinie für mehr Transparenz bei Gehältern von Frauen und Männern zu blockieren. «Entgelttransparenz ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Instrument für Gerechtigkeit, faire Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung in unserem Land», sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge dem «Spiegel». Die Blockade der Union sei «ein Affront gegenüber Millionen Frauen», monierte die Vorsitzende der «SPD Frauen», der Frauenorganisation der Sozialdemokraten.


US-Investor erwägt Übernahme von Billigflieger Easyjet

MINNEAPOLIS/LUTON: Der britische Billigflieger Easyjet steht möglicherweise vor einer Übernahme durch die US-Investmentgesellschaft Castlelake. Sie bestätigte am Freitag, dass sie über ein Kaufgebot nachdenke. Easyjet pochte daraufhin auf möglichst gute Konditionen für die eigenen Aktionäre. Die Reaktion der Börse fiel deutlich aus: In London stieg der Kurs der Easyjet-Aktie zeitweise um elf Prozent auf den höchsten Stand seit Anfang März. Experten sehen in den Eigentumsregeln für Airlines mit Flugbetrieb in der EU aber eine große Hürde für einen solchen Deal.


USA schließen Schlupfloch bei Chip-Exporten nach China

WASHINGTON: Die US-Regierung will ein Schlupfloch bei den Export-Beschränkungen für Lieferungen hochentwickelter Chips nach China schließen. Die Auflagen gelten nicht nur für direkte Ausfuhren nach China, sondern auch für Firmen im Ausland, die ihr Hauptquartier oder ihre Muttergesellschaft in China hätten, teilte die zuständige US-Behörde für Industriesicherheit mit. Im Rennen um die Entwicklung Künstlicher Intelligenz sind die Chips der US-Firma Nvidia unersetzlich. Die neue Maßnahme deutet nun auf einen weiterhin harten Kurs gegenüber Peking hin.


Tankrabatt und Ölpreise drücken Spritkosten im Mai

MÜNCHEN: Der Tankrabatt und gesunkene Rohölpreise haben die Autofahrer im Mai beim Spritkauf entlastet. Nach dem teuersten Tankmonat April waren die Kraftstoffe wieder günstiger zu haben, wie eine Bilanz des Automobilclubs ADAC für den Monat Mai zeigt. Anfang Mai wurde in Deutschland die Steuern auf Benzin und Diesel für zwei Monate um 17 Cent gesenkt. Die Autofahrer mussten im zurückliegenden Monat für einen Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,983 Euro bezahlen, im April lag der Wert noch bei 2,109 Euro und damit knapp 13 Cent höher. Bei Diesel ist der Unterschied zwischen April und Mai noch deutlicher. Der Dieselpreis pro Liter lag im Mai bei 1,991 Euro - ein Minus von 27 Cent zum April.


Uber und Autobrains wollen Robotaxis in München testen

TAIPEH/MÜNCHEN: Der Fahrdienstevermittler Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains starten ein gemeinsames Robotaxi-Programm in München. In der bayerischen Landeshauptstadt soll eine Flotte autonomer Fahrzeuge der Stufe 4 aufgebaut werden, kündigten die Unternehmen am Montag auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh an. Bei einem Level 4 ist keine Fahreraufmerksamkeit mehr nötig. Das Taxi kommt ohne Fahrer aus und die Passagiere können während der Fahrt schlafen, arbeiten oder Filme ansehen.


EZB-Umfrage: Verbraucher erwarten wegen Krieg hohe Inflation

FRANKFURT/MAIN: Verbraucher erwarten wegen des Ölpreisschocks infolge des Iran-Kriegs eine anhaltend hohe Inflation im Euroraum. Im Schnitt rechneten die Menschen im April für die kommenden zwölf Monate mit einer Inflationsrate von weiter 4,0 Prozent, wie die Europäische Zentralbank anlässlich einer von ihr in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Energiepreise rasant gestiegen, Verbraucher spüren das besonders in Form höherer Spritpreise an den Tankstellen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.


Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.