Dax fällt unter 25.000 Punkte

Iran-Krieg drückt auf die Börsenstimmung

Fotomontage: DER FARANG
Fotomontage: DER FARANG

FRANKFURT: Belastet von zunehmenden Spannungen im Iran-Krieg und neuen Zolldrohungen der USA ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch eingeknickt. Der Dax fiel um 1,31 Prozent unter die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten auf 24.795,94 Zähler. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor 0,64 Prozent auf 32.736,35 Punkte.

Die Lage im Iran-Krieg bleibt unklar. US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Vorabend ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über einen Rahmenvertrag andauern. Aus dem Iran verlautete, dass seit Tagen keine Gespräche mehr stattfänden. In der Nacht auf Mittwoch lieferten sich beide Seiten die schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe. Die Ölpreise legten wieder zu.

Zudem drohten die USA 60 Volkswirtschaften neue Zölle an, weil sie Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen unter anderen die Europäische Union, Großbritannien, Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,89 Prozent auf 6.053,57 Punkte nach unten. Der Londoner FTSE 100 und der Züricher SMI gaben weniger deutlich nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Börsenschluss fast ein Prozent.

Der erneute Aufstieg auf Rekordhöhen werde für den Dax zunehmend beschwerlicher, schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Statt neuer Friedenssignale im Iran-Konflikt drückten Meldungen über militärische Eskalationen und frische US-Zolldrohungen die Stimmung.

Im Dax gehörten die Aktien der Deutschen Bank mit minus 3,7 Prozent zu den schwächsten Werten. Finanzchef Raja Akram hatte auf einer Investorenveranstaltung angedeutet, dass die Vorsorge für faule Kredite im zweiten Quartal wohl etwas über den Markterwartungen liegen dürfte.

Die Aktien von Redcare Pharmacy schnellten um 5,4 Prozent nach oben und setzten sich damit an die Spitze des MDax. Für die Apotheken kommt eine lange ausgebliebene Erhöhung des Honorars für rezeptpflichtige Medikamente. Union und SPD hatten die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung wegen der Finanznöte der gesetzlichen Krankenkassen zunächst zurückgestellt.

Die Aktien des Chip-Zulieferers Aixtron profitierten von einer positiven Analystenstudie zum Halbleiterindustrie-Ausrüster ASML und stiegen auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Letztlich notierten sie gut vier Prozent im Plus.

Dagegen sackten die Papiere von Ströer um 5,2 Prozent ab, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien zum Verkauf empfohlen hatte. Das Verbraucherumfeld in Deutschland trübe sich ein, was das Geschäft mit Außenwerbung bremsen dürfte, schrieb Analyst James Tate.

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