Neues aus der Wirtschaft am Dienstag

Fotomontage: DER FARANG
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Eurokurs gestiegen - EZB-Referenzkurs: 1,1649 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der Euro-Kurs ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1649 (Montag: 1,1646) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8584 (0,8586) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86465 (0,86493) britische Pfund, 186,09 (185,74) japanische Yen und 0,9149 (0,9128) Schweizer Franken fest.


Teilzeitbeschäftigte arbeiten mehr - weniger Krankmeldungen

NÜRNBERG: Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in Deutschland ist im ersten Quartal so hoch wie noch nie gewesen. Zudem arbeiteten diese wöchentlich mehr als vor einem Jahr. Das geht aus einer Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg hervor. Demnach waren in den ersten drei Monaten 2026 rund 40 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit beschäftigt - damit überschritt der Anteil erstmals in einem ersten Quartal seit Beginn der IAB-Arbeitszeitrechnung 1991 diese Marke.


Bahn-Pünktlichkeit im Mai knapp über 60 Prozent

BERLIN: Die Pünktlichkeit der Fernzüge der Deutschen Bahn hat sich im Mai auf niedrigem Niveau stabilisiert. Nach internen Unternehmensdaten, über die zuerst die «Süddeutsche Zeitung» berichtete, erreichten 61,3 Prozent der ICE- und Intercity-Züge ihr Ziel pünktlich. Damit lag die Pünktlichkeitsquote zwar unter den Werten der Vormonate März (62,1 Prozent) und April (64,4 Prozent), sie blieb jedoch oberhalb der Marke von 60 Prozent.


Umfrage: Materialmangel in der Industrie «beunruhigend hoch»

MÜNCHEN: Der Mangel an Material wird in der deutschen Industrie zu einem größeren Problem. Jedes sechste Industrieunternehmen (15,9 Prozent) berichtete im Mai von Engpässen bei der Versorgung mit Vorprodukten, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. Im April lag dieser Anteil bei 13,8 Prozent. «Die Lieferketten bleiben angespannt», bemerkte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. «Vor allem Branchen mit hohem Bedarf an öl- und energieintensiven Vorprodukten spüren die Folgen der geopolitischen Spannungen.»


Merz: «Es gibt keinen Grund für Pessimismus»

BAD SAAROW: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht mit Blick auf die Zukunft Deutschlands keinen Grund für Schwarzmalerei. Für grundlegende Zweifel an der Problemlösungsfähigkeit der Gesellschaft sehe er überhaupt keinen Grund, sagte Merz beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow. «Es gibt auch keinen Grund für Pessimismus und Schwarzmalerei über die Zukunft unseres Landes. Es liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, sondern es liegen sehr gute Jahre vor uns.»


EU-Staaten und Parlament verhandeln zu Fluggastrechten

BRÜSSEL: Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments verhandeln über eine Reform der europäischen Fluggastrechte. Dabei geht es unter anderem darum, ab welcher Verspätung Passagiere künftig eine Entschädigung bekommen. Die EU-Staaten haben sich dafür ausgesprochen, dass Fluggäste künftig erst nach vier Stunden Verspätung entschädigt werden. Das Europaparlament und auch die deutsche Bundesregierung wollen dagegen, dass es wie bisher ab mindestens drei Stunden Verspätung Geld gibt.


Florida verklagt ChatGPT-Entwickler OpenAI

TALLAHASSEE: Der US-Bundesstaat Florida wirft der KI-Firma OpenAI in einer Klage vor, die Nutzer ihrer Software ChatGPT zu gefährden. Der Chatbot sei eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit, heißt es in der von Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier eingereichten Klageschrift. Darin wird auf Fälle verwiesen, in denen ChatGPT eine tödliche Medikamentenkombination empfohlen und einen für tödliche Schüsse auf einem Universitätsgelände verantwortlichen Schützen vor dessen Tat beraten haben soll. Insbesondere für Teenager sei der Chatbot problematisch, kritisierte Uthmeier.


Palla warnt vor «ungesteuertem Wettbewerb» im Fernverkehr

BERLIN: Angesichts drohender Konkurrenz im Fernverkehr hat Bahnchefin Evelyn Palla die Politik aufgerufen, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. «Sonst droht ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken», sagte Palla. Hintergrund ist die Ankündigung des italienischen Unternehmens Italo, ab 2028 in Deutschland Fernverkehrsfahrten anbieten zu wollen. Italo will viel Geld in Züge investieren - aber auch Sicherheit haben, dass es lukrative Trassen bedienen darf.


Unicredit steigert Commerzbank-Anteil auf über ein Drittel

FRANKFURT/MAILAND: Unbeeindruckt vom Widerstand in Deutschland baut die Unicredit ihren Anteil an der Commerzbank aus. Nun ist die nächste wichtige Schwelle überschritten.

Die italienische Großbank Unicredit hat mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank die wichtige Marke von 30 Prozent der Anteile klar überschritten. Commerzbank-Aktionäre hätten ihr Anteile im Umfang von 7,58 Prozent des Grundkapitals angedient, teilte die Unicredit in Mailand mit. Nachdem das Geldhaus aus Mailand bisher schon 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien gehalten hatte, steigt ihre Beteiligung damit auf 34,35 Prozent.

Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit, ein deutlich teureres Pflichtangebot für alle Commerzbank-Aktien abgeben zu müssen. Statt Geld bietet die Großbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile. Das ist auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger, als man für eine Commerzbank-Aktie derzeit an der Börse bekommt. Zusätzlich verfügt die Unicredit über Finanzinstrumente, mit denen sie auf eine Menge weiterer Commerzbank-Aktien zugreifen kann.

Die Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat.

Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für die Vorzüge größerer Banken und erhöhte am 5. Mai mit einem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht «feindliche» Vorgehen von Orcel ab.


Iran-Krieg treibt Inflation im Euroraum auf 3,2 Prozent

LUXEMBURG: Der Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone auch im Mai angefeuert. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im April hatte die Inflationsrate noch bei 3,0 Prozent gelegen. Damit liegt die Teuerungsrate über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent im Euroraum anstrebt.

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