Neues aus dem Ausland am Dienstag

Neues aus dem Ausland am Dienstag

Hitzewelle: Hunderttausende Argentinier ohne Strom

BUENOS AIRES: Inmitten einer heftigen Hitzewelle ist in zahlreichen Orten im Großraum Buenos Aires der Strom ausgefallen. Zwischenzeitlich waren am Dienstag in der argentinischen Hauptstadt und den Vororten rund 700.000 Menschen ohne Strom. Grund für den Stromausfall war Medienberichten zufolge ein Brand an einer Stromtrasse außerhalb von Buenos Aires.

Zuvor hatten die Netzbetreiber Höchststände beim Strombedarf gemeldet. Wegen der Hitze schalteten viele Menschen ihre Klimaanlagen an. Am Mittag wurden in Buenos Aires rund 39 Grad gemessen. Die Hitzewelle mit Temperaturen von über 35 Grad soll noch bis zum Sonntag dauern.


Snowboarderin Hofmeister Zweite beim Parallel-Slalom in Bad Gastein

BAD GASTEIN: Snowboarderin Ramona Hofmeister hat ihre kleine Durststrecke beendet und beim Parallel-Slalom in Bad Gastein den zweiten Platz belegt. Die 25-Jährige vom WSV Bischofswiesen unterlag am Dienstag erst im Finale der Österreicherin Daniela Ulbing, die sich an die Spitze des Gesamtklassements setzte. Nachdem sie schon im oberen Streckenabschnitt weggerutscht war, hatte die Deutsche keine Chance mehr auf den Sieg.

Nach einem starken Saisonstart war Hofmeister bei den Events in Cortina d'Ampezzo und Scuol zuletzt nur 25. und 15. geworden. In Bad Gastein, wo sie 2018 und 2020 ganz oben auf dem Podium gestanden hatte, meldete sich die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin nun zurück und sicherte sich ihre dritte Podestplatzierung in diesem Winter.

«Brutal, heute sind mir wirklich mehrere Steine vom Herzen gefallen. Die letzten Rennen waren echt schwierig für mich, ich war richtig enttäuscht, konnte meine Leistung nicht abrufen. Und das ausgerechnet in der olympischen Saison. Da kommen doch Zweifel, du machst dir Gedanken», sagte Hofmeister. «So schön, wenn das Gefühl zurück ist.»

Für Hofmeisters Teamkollegin Carolin Langenhorst war im Viertelfinale Schluss, für Melanie Hochreiter bereits im Achtelfinale. Auch Stefan Baumeister und Yannik Angenend kamen bei den Herren nicht über die erste K.o.-Runde hinaus. Der Sieg ging an Arvid Auner aus dem Team der Österreicher, die die ersten vier Plätze unter sich ausmachten.


Armenien und Aserbaidschan melden Tote bei Gefechten an Grenze

BAKU/ERIWAN: Die verfeindeten Südkaukasus-Republiken Armenien und Aserbaidschan haben bei erneuten Gefechten in der Grenzregion Tote beklagt. Zwei armenische Soldaten seien in der Region Gecharkunik im Osten des Landes getötet und zwei weitere verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Eriwan am Dienstagabend mit. Aserbaidschan meldete einen getöteten Soldaten. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation. Armenischen Angaben zufolge war die Lage am Abend wieder «relativ stabil».

Seit dem jüngsten Krieg um die umkämpfte Region Berg-Karabach im vergangenen Jahr kommt es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken. Im Herbst 2020 hatte Aserbaidschan in einem kurzen Krieg große Teile Berg-Karabachs zurückerobert. Ein Waffenstillstand zwischen Aserbaidschanern und Armeniern wird von russischen Friedenstruppen überwacht.

Zu schweren Gefechten in der Grenzregion kam es zuletzt im vergangenen November. Daraufhin gab es Krisengespräche von Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan mit Kremlchef Wladimir Putin sowie mit EU-Vertretern.


«Pokemon Go» statt Ganovenjagd: Entlassung von Polizisten bestätigt

LOS ANGELES: Sie sollen lieber mit ihren Handys gespielt haben als Ganoven zu jagen - ein Gericht hat laut einem Zeitungsbericht nun die Entlassung zweier Polizisten in Kalifornien bestätigt. Wie die «Los Angeles Times» unter Berufung auf Gerichtsdokumente schrieb, wurde der Einspruch der ehemaligen Beamten abgewiesen. Sie sollen im Jahr 2017 das Handyspiel «Pokemon Go» gespielt haben, statt auf einen Einsatzbefehl wegen eines Raubes in einem Kaufhaus zu reagieren.

«Pokemon Go» war vor einigen Jahren ein sehr beliebtes Virtual Reality Spiel: Nutzer konnten mit ihrem Handy reale Orte aufsuchen, dort mit der Kamera nach virtuellen «Pokemon»-Kreaturen suchen und diese einfangen.

Aufzeichnungen aus dem Polizeiwagen hatten belegt, dass die Polizisten über den angefragten Einsatz redeten, sich dann aber dafür entschieden, an Orte zu fahren, wo sie «Pokemons» vermuteten. Besonders das Einfangen eines Monsters namens «Snorlax» ließ sie ihre eigentlichen dienstlichen Aufgaben offenbar vergessen.


Schwule können bald uneingeschränkt Blut spenden

PARIS: Auch sexuell aktive schwule und bisexuelle Männer dürfen in Frankreich künftig Blut spenden. «Wir beenden eine Ungerechtigkeit, die nicht mehr zu rechtfertigen war», schrieb Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag auf Twitter. Derzeit können Männer nur dann Blut spenden, wenn sie in den vergangenen vier Monaten keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Diese Regelung soll zum 16. März aufgehoben werden.

Der Fragebogen, welcher vor der Spende ausgefüllt werden muss, soll laut Ministerium künftig keine Kriterien und Fragen mehr enthalten zu Männern, die Sex mit Männern haben. Der Bogen soll um Fragen zur Einnahme von präventiven Medikamenten vor oder nach einem HIV-Risikokontakt erweitert werden. Eine Blutspende wird nach der letzten Einnahme für vier Monate ausgeschlossen, hieß es vom Ministerium.

Ab 1983 durften Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten, aus Angst vor dem Aids-Virus kein Blut spenden. 2016 erlaubte Frankreich dann eine Blutspende für sexuell Abstinente.


Auto stürzt in norditalienischen Fluss - vier junge Menschen tot

CALENDASCO: Vier junge Menschen sind in Norditalien tot aus einem versunkenen Auto geborgen worden.

Der Wagen war in der Nähe des Örtchens Calendasco bei Piacenza aus noch ungeklärter Ursache in den Fluss Trebbia gestürzt, wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilte. Die drei Männer und eine Frau seien am Vormittag im Inneren des Autos tot aufgefunden worden, berichtete Rainews. Laut Nachrichtenagentur Ansa war ein Fischer zuvor auf das halb in Fluss gesunkene Fahrzeug gestoßen. Taucher der Feuerwehr bargen die Unfallopfer am Dienstag aus dem Auto, Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen Ermittlungen auf.


Opfer von schwerer Gasexplosion in Paris sollen entschädigt werden

PARIS: Drei Jahre nach einer schweren Gasexplosion im Zentrum von Paris mit vier Toten und Dutzenden Verletzten sollen die Opfer eine Entschädigung bekommen. Die Stadt Paris wolle dafür 20 Millionen Euro bereitstellen, teilte das Rathaus am Dienstag mit. Darauf habe man sich mit Opfervertretern geeinigt. Die Zusage stelle aber kein Schuldeingeständnis dar, betonte die Stadt.

In Frankreich laufen bis heute Ermittlungen zur Frage, wer für das Unglück verantwortlich ist. Am kommenden Montag soll sich der Stadtrat mit dem ausgehandelten Vertrag befassen.

Die Explosion hatte sich am Morgen des 12. Januar 2019 in der Rue de Trévise ereignet, etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt von der Pariser Oper. Ursache war ein Gasleck. Unter den Toten sind offiziellen Angaben zufolge zwei Feuerwehrleute und eine spanische Touristin.

Dutzende Menschen wurden verletzt, Hunderte verloren ihr Zuhause. Laut dem Sender Franceinfo beläuft sich der geschätzte Gesamtschaden auf das Zehnfache der nun zugesagten Entschädigungssumme.


Aufregung in römischer Pfarrei nach Trauerfeier mit Nazi-Flagge

ROM: Eine Trauerfeier mit einer Hakenkreuz-Fahne hat in Italien für Empörung gesorgt. In der Pfarrei Santa Lucia im Norden der italienischen Hauptstadt Rom hatte sich am Montag eine Menschengruppe vor einer Kirche um einen Sarg gestellt, wie ein Foto des Nachrichtenportals Open am Dienstag zeigte. Darauf lag eine rote Fahne mit einem schwarzen Hakenkreuz. Die Polizei leitete der Nachrichtenagentur Ansa zufolge Ermittlungen zu dem Fall ein.

Die Trauerfeier galt Medienberichten zufolge einer Anhängerin der rechtsradikalen Splitterpartei Forza Nuova. Die 44-Jährige war demnach nach einer Operation an Folgekomplikationen gestorben. Einige Gäste sollen auch den sogenannten römischen Gruß, in Deutschland besser bekannt als Hitlergruß, am Sarg gezeigt haben.

Die Diözese in Rom verurteilte den Vorfall als «gravierende, anstößige und inakzeptable ideologische Instrumentalisierung» und distanzierte sich von dem Verhalten. Die Pfarrei habe nichts von dem Vorhaben der Trauergäste gewusst.

Die Partei Forza Nuova gilt als besonders radikal. Parteimitglieder verwüsteten Anfang Oktober 2021 in Rom einen Sitz des italienischen Gewerkschaftsbundes CGIL während Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. In der Folge wurden einige mutmaßliche Täter festgenommen. Im italienischen Parlament wurde danach der Antrag auf ein Verbot der Partei eingebracht.


Missbrauch im Kindergarten: 495 Jahre Haft für Pädagogen

MEXIKO-STADT: Wegen vielfachen sexuellen Missbrauchs in einem Kindergarten ist ein Pädagoge in Mexiko-Stadt zu knapp 495 Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann soll mindestens 17 Kinder missbraucht haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Er wurde unter anderem wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen.

Der Vater eines der Opfer hatte im Oktober 2018 die erste Anzeige gegen den Mitarbeiter der staatlichen Kindertagesstätte «Marcelino de Champagnat» erstattet. Später sei ihm sexueller Missbrauch in 17 Fällen unter Ausnutzung seiner Position nachgewiesen worden, hieß es von der Behörde weiter. Das Gericht verurteilte den Mann zudem zur Zahlung einer Geldstrafe und zu Entschädigungszahlungen an die Familien der Opfer.


Präsident setzt Parlamentswahl für 3. April an

BUDAPEST: Staatspräsident Janos Ader hat den 3. April als Termin für die nächste Parlamentswahl in Ungarn bestimmt. Dies teilte die Präsidentschaftskanzlei am Dienstag in Budapest mit. Der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban, der seit 2010 ununterbrochen regiert, sieht sich erstmals einer geeint antretenden Opposition gegenüber.

Das breite Bündnis linker, liberaler, grüner und rechter Parteien liegt laut Meinungsumfragen Kopf an Kopf mit Orbans Fidesz-Partei. Spitzenkandidat der Opposition - und damit Herausforderer Orbans - ist der Konservative Peter Marki-Zay. Der Bürgermeister der südostungarischen Kleinstadt Hodmezövasarhely setzte sich im vergangenen Herbst überraschend bei der Vorwahl der Opposition durch.

Kritiker werfen Orban den Abbau von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vor. Die Europäische Union hält derzeit die Corona-Wiederaufbauhilfen für Ungarn zurück, weil sie deren korrekte Verwendung durch die Orban-Regierung nicht als gesichert ansieht.


Frontex: Zahl illegaler Grenzübertritte 2021 auf Vor-Corona-Niveau

WARSCHAU: Die Zahl illegaler Grenzübertritte in die EU hat im vergangenen Jahr einen Höchststand seit 2017 erreicht. Insgesamt verzeichnete die EU-Grenzschutzagentur Frontex nach vorläufigen Daten knapp 200.000 Grenzübertritte, wie die Behörde mit Sitz in Warschau am Dienstag mitteilte. Dies sei ein Zuwachs um 36 Prozent im Vergleich zu 2019 und um 57 Prozent im Vergleich zu 2020, als die Corona-Einschränkungen sich deutlich auf die Migration auswirkten.

Vor allem über das zentrale Mittelmeer und den Westbalkan kamen mehr Menschen als 2020. Rund ein Drittel der illegalen Grenzübertritte (65.362) erfolgte den Angaben zufolge über das zentrale Mittelmeer etwa nach Italien oder Malta. Dies seien 83 Prozent mehr als 2020. Mit Blick auf den Westbalkan legte der Wert um 125 Prozent auf rund 60.000 zu.

Noch viel stärker - allerdings auf deutlich geringerem Niveau - war der Zuwachs der Migration über Belarus in die EU. An der östlichen Landgrenze wurden Frontex zufolge 7915 illegale Grenzübertritte registriert. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Verzehnfachung. Die EU wirft dem autoritären belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk eingeflogen zu haben, um sie dann in die EU zu schleusen.


USA sehen vor Nato-Treffen keine Deeskalation durch Russland

BRÜSSEL/WASHINGTON: Vor wichtigen Beratungen der Nato mit Russland sehen die USA in der Ukraine-Krise bislang keine Bemühungen um eine Entspannung durch Moskau. Russland habe weiterhin rund 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine im Einsatz, sagte die US-Botschafterin bei der Nato, Julianne Smith, am Dienstag dem US-Sender CNN. «Wir glauben, dass sie Pläne haben, mehr Truppen nach vorne zu verlegen.» Man sehe derzeit keine «klaren Signale von Deeskalation» durch Russland.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte unterdessen mit, rund 3000 Soldaten sowie Militärtechnik für Übungen in Gebiete unweit der ukrainischen Grenze verlegt zu haben. Die Manöver sollen demnach unter anderem in den Regionen Woronesch, Belgorod und Brjansk abgehalten werden.

An diesem Mittwoch ist eine Sitzung des Nato-Russland-Rates in Brüssel angesetzt - die erste seit zweieinhalb Jahren. Danach soll es am Donnerstag in Wien Gespräche im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geben.

Bereits am Montag waren Vertreter der USA und Russlands zu bilateralen Gesprächen in Genf zusammengekommen. In der Ukraine-Krise gab es dabei aber keine Annäherung. Die USA und das westliche Verteidigungsbündnis Nato verlangen einen Abzug der russischen Truppen von der Grenze zur Ukraine. Russland fordert einen US-Truppen- und Waffenabbau in Europa und eine Zusicherung, dass die Nato nicht weiter nach Osten ausgedehnt wird.


Bergsteiger am höchsten Berg Amerikas tödlich verunglückt

MENDOZA: Wenige Meter vor dem Gipfel des Aconcagua in den argentinischen Anden ist ein Bergsteiger tödlich verunglückt. Der Mann sei etwa 70 Meter unterhalb des Gipfels in einer Höhe von 6890 Metern unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen, berichtete die Zeitung «La Nación» am Dienstag unter Berufung auf die Rettungskräfte. Der Aconcagua an der Grenze zu Chile ist mit 6961 Metern der höchste Berg außerhalb von Asien.

Bei dem verunglückten Bergsteiger handelt es sich um das erste Opfer am Aconcagua in der aktuellen Saison. Im vergangenen Jahr war der Zugang zu dem Provinzpark um den Berg wegen der Corona-Pandemie geschlossen. 2020 kam ein russischer Bergsteiger ums Leben. Ein Jahr zuvor hatte es erstmals seit fast drei Jahrzehnten kein Todesopfer am Aconcagua gegeben.


Polizei überlässt halbnacktem Dieb Hose

HOF: Die Polizei hat in Deutschland einem Dieb eine gestohlene Hose überlassen, weil er sonst halbnackt gewesen wäre. Der 29-Jährige war zunächst in einer Bäckerei in Hof (Bayern) aufgefallen, weil er eine Ciabatta gestohlen haben soll, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Eine Angestellte hielt den Mann mit ihrem Chef fest, die Polizei rückte an. Der fiel dann die neue Kleidung mitsamt Verkaufsschildern und Sicherheitsetiketten an dem Mann auf.

Der 29-Jährige hatte vorher in einem Geschäft eine Jacke ausprobiert, so die Polizei. Die Verkäuferin verlor ihn dann aber aus den Augen. «Während er die Jacke zurückgab, musste ihm die Hose belassen werden, da er sonst untenherum unbekleidet gewesen wäre», heißt es in der Polizeimitteilung.

Wie er das Geschäft am Montag betrat, «beziehungsweise was mit seinem ursprünglichen Beinkleid geschah», konnte nicht geklärt werden. Er muss sich nun wegen zwei Ladendiebstählen verantworten - das Geld für die Hose ist er dem Geschäft schuldig. Hose und Jacke kosteten zusammen etwa 80 Euro.


Mindestens zwei Tote bei Absturz von Militärflugzeug in Maputo

MAPUTO: Im Landeanflug auf den internationalen Flughafen von Maputo in Mosambik ist ein Militärflugzeug in ein Wohngebiet gestürzt. Beide Menschen im Flugzeug kamen dabei ums Leben. Die Luftfahrtbehörde des südostafrikanischen Landes hat nach eigenen Angaben mit der Untersuchung des Unglücks begonnen. Bei dem Flieger soll es sich um ein Schulflugzeug gehandelt haben. Offenbar streifte es eine Stromleitung.

Nach ersten Erkenntnissen ging das Wrack kurz nach dem Absturz in ein Wohnhaus in Flammen auf. Die genauen Umstände des Unglücks sind nun Gegenstand einer Untersuchung.


Nach Brand in Kapstadt: Verdächtigem wird Terrorismus vorgeworfen

JOHANNESBURG: Eine Woche nach einem Großbrand im südafrikanischen Parlament in Kapstadt hat die Staatsanwaltschaft ihre Anklagepunkte gegen einen Verdächtigen erweitert. Dem während des Brandes im Parlament festgenommenen 49-Jährigen wird nun auch Terrorismus vorgeworfen. Das gab die Staatsanwaltschaft am Dienstag nach einem Termin vor dem Untersuchungsrichter bekannt. Sie hält ihm zudem vor, sich illegal Zutritt verschafft und Feuer gelegt zu haben. Bei ihm soll auch Sprengstoff gefunden worden sein.

Der Verdächtige soll nun zunächst auf seinen mentalen Gesundheitszustand untersucht werden und dann am 11. Februar erneut vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Der Mann bestreitet nach Angaben seines Anwalts alle Vorwürfe und droht mit Hungerstreik. Der dreiteilige Gebäudekomplex des Parlaments war bei dem Feuer akut beschädigt worden. Die Brandursache ist offiziell weiter unklar. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft kündigte an, dass die Untersuchungen fortgeführt werden. Er schloss in dem Zusammenhang weitere Anklagepunkte gegen den Verdächtigen nicht aus.


Wachstum bei E-Autos kostet London Milliarden Steuern

LONDON: Das rasante Wachstum bei E-Autos könnte die britische Regierung in den kommenden Jahren mehrere Milliarden Pfund Steuereinnahmen kosten. Statt eines Auto-Anteils von 16,4 Milliarden Pfund (19,7 Mrd Euro) an der Kraftstoffsteuer im Jahr 2019 könne das Finanzministerium 2028 nur noch 11,4 Milliarden Pfund erwarten, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Organisation RAC Foundation. Das sei fast ein Drittel weniger. Die Analyse rechnet mit einem weiter stark steigenden Anteil von E-Autos.

Der Anteil der Diesel-Fahrzeuge an den Neuregistrierungen in Großbritannien brach 2021 ein. Im Gegenzug kletterte der Anteil von E-Autos sprunghaft an, wie Zahlen des Branchenverbands SMMT zeigen. Von 2030 an sollen keine Verbrenner mehr vom Band laufen. Die Kraftstoffsteuer macht in Großbritannien fast 58 Pence pro Liter Benzin oder Diesel aus. Das ist umgerechnet etwas mehr als der deutsche Energiesteuersatz von 65,45 Cent je Liter Benzin. Für Diesel werden in Deutschland 47,04 Cent Steuer je Liter fällig.

Die Verluste von rund fünf Milliarden Pfund entsprechen laut RAC Foundation etwa der Summe, die jährlich für Betrieb, Instandhaltung und Ausbau von Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen im größten Landesteil England ausgegeben wird. Finanzminister Rishi Sunak stehe vor einem Dilemma, sagte der Chef der Organisation, Steve Gooding. Möglich sei zwar, Abgaben wie die Kraftstoff- und die Kfz-Verbrauchsteuer (Vehicle Excise Duty) zu erhöhen. Dies werde aber ärmere Autofahrer härter treffen als wohlhabende. Eine Alternative sei eine Maut, doch die Einführung sei äußerst kompliziert.


Militärflugzeug stürzt in Wohngebiet von Mosambiks Hauptstadt

MAPUTO: Im Landeanflug auf den internationalen Flughafen der mosambikanischen Hauptstadt Maputo ist ein Militärflugzeug in ein Wohngelände gestürzt.

Die Luftfahrtbehörde des südostafrikanischen Landes hat nach eignen Angaben mit der Untersuchung des Unglücks begonnen. Obwohl die Absturz-Umstände zunächst völlig unklar sind, gibt es erste Hinweise auf Tote und Verletzte.


Bundesbank-Präsident Nagel: Bei Gefahren für Preisstabilität handeln

FRANKFURT/MAIN: Der neue Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die aktuell hohen Teuerungsraten mit Sorge und verspricht einen entschiedenen Einsatz für eine stabile Währung. Er sehe «derzeit eher die Gefahr, dass die Inflationsrate länger erhöht bleiben könnte als gegenwärtig erwartet», sagte Nagel am Dienstag bei einer im Internet übertragenen Feier anlässlich der Amtsübernahme von Vorgänger Jens Weidmann laut Redetext. Der mittelfristige Preisausblick sei «außergewöhnlich unsicher». Nagel betonte an die Adresse der Europäischen Zentralbank (EZB): «Bei aller Unsicherheit ist eines ganz klar: Wenn es die Preisstabilität erfordert, muss der EZB-Rat handeln und seinen geldpolitischen Kurs anpassen.»

In den vergangenen Monaten sind die Inflationsraten sowohl in Deutschland als auch im Euroraum kräftig gestiegen. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger kaufen können als zuvor. Kritiker werfen der EZB vor, mit ihrer Geldflut die Teuerung anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will.

Die Ampel-Koalition hatte den Volkswirt Nagel (55) an die Spitze der Bundesbank berufen, da Weidmann (53) nach gut zehn Jahren das Amt aus persönlichen Gründen zum Ende vergangenen Jahres vorzeitig abgegeben hatte. Nagel arbeitete von 1999 an bereits viele Jahre bei der Deutschen Bundesbank, zuletzt als Vorstand (Dezember 2010 - April 2016). Nach einer Station bei der staatlichen Förderbank KfW war Nagel zuletzt bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel als stellvertretender Leiter der Bankabteilung tätig.


Volkswagen-Tochter Skoda liefert 2021 weniger Autos aus

MLADA BOLESLAV: Die Volkswagen-Tochter Skoda hat im vergangenen Jahr weltweit weniger Autos ausgeliefert. Im Vergleich zu 2020 sank die Zahl um 12,6 Prozent auf 878.200, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. «Die Covid-19-Pandemie und der Halbleitermangel haben unseren Wachstumskurs deutlich eingebremst», teilte der Skoda-Chef Thomas Schäfer mit. Er sprach angesichts der Schwierigkeiten dennoch von einem «ordentlichen Ergebnis». Man gehe davon aus, dass sich die Versorgungslage mit Halbleitern ab der zweiten Jahreshälfte schrittweise entspannen werde.

Der neue Elektro-SUV Enyaq iV verzeichnete demnach knapp 45.000 Auslieferungen. In Indien begann im Sommer die Produktion des neuen Skoda Kushaq, der im Rahmen der Konzernstrategie «Indien 2.0» speziell für den südostasiatischen Wachstumsmarkt entwickelt wurde. Dort konnte die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge mehr als verdoppelt werden und lag bei 22.800. Schäfer verlässt die Skoda-Zentrale in Mlada Boleslav zum 1. Juli nach knapp zwei Jahren und übernimmt die Führung der Marke Volkswagen Pkw.


Ermittlungen gegen Fünfkämpferin Schleu und Raisner eingestellt

POTSDAM: Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen Tierquälerei gegen die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner eingestellt. Die Beschuldigten hätten bei den Spielen in Tokio auf das Reitpferd nur kurzfristig eingewirkt und sich in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation des olympischen Wettkampfs befunden, hieß es in einer am Dienstag auf der Internetseite der Behörde veröffentlichten Mitteilung.

«Dem Turnierpferd wurden zudem keine Verletzungen zugefügt.» Schleu und Raisner müssen einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zahlen. Zur Höhe wollte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes keine Angaben machen. Erst, wenn die beiden das Geld bezahlt haben, wird das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Das Schleu zugeloste Pferd hatte bei den Olympischen Spielen im Parcours in Tokio verweigert, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten «Hau mal richtig drauf!» zum Einsatz der Gerte aufgefordert. Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach den Vorkommnissen Strafanzeige gegen Schleu und Trainerin Raisner gestellt. Die Ermittlungen wurden wegen des Wohnorts der Beschuldigten in Potsdam geführt.


Nach Gesprächen mit USA: Russland lässt weiteres Vorgehen offen

MOSKAU: Nach Krisen-Gesprächen mit den USA hat Russland das weitere Vorgehen offen gelassen. Die erste Gesprächsrunde etwa über die von Moskau verlangten Sicherheitsgarantien habe noch kein vollständiges Bild vermittelt, «wo wir mit den Amerikanern stehen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. «In den nächsten Tagen wird man verstehen, in welche Richtung man sich bewegt und ob es Sinn macht.»

Am Montag trafen sich Vertreter Russlands und der USA in Genf. Auch nach den mehrstündigen Gesprächen gab es bezüglich der Ukraine-Krise keine Annäherung. Die USA und das westliche Verteidigungsbündnis Nato verlangen einen Abzug russischer Truppen von der Grenze zur Ukraine. Russland fordert einen US-Truppen- und Waffenabbau in Europa und eine Zusicherung, dass die Nato nicht weiter nach Osten ausgedehnt wird.

Darum soll es auch bei Gesprächen an diesem Mittwoch zwischen Russland und der Nato in Brüssel gehen. Russlands Chefunterhändler ist Vize-Außenminister Alexander Gruschko. «Wir werden eine konkrete und substanzielle Antwort auf den russischen Entwurf für Sicherheitsvereinbarungen anstreben», sagte er.

Peskow warnte einmal mehr davor, die Gespräche in die Länge zu ziehen. Einen zeitlichen Rahmen gebe es aber nicht. «Nein, es gibt keine klare Deadline.» Nach Unterredungen mit der Nato sind für Donnerstag Gespräche bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien angesetzt.


Spionageverdacht: Zwei Personen festgenommen

RIGA: Lettische Sicherheitsbehörden haben zwei Personen wegen Spionageverdachts festgenommen. Gegen beide werde wegen langfristiger Zusammenarbeit mit dem russischen Mitiltärgeheimdienst und der Weitergabe von vertraulichen Informationen über den nationalen Verteidigungssektor ermittelt, teilte die Sicherheitspolizei des baltischen EU- und Nato-Landes am Dienstag in Riga mit. Demnach seien die mutmaßlichen Spione im Vorjahr im Zusammenhang mit zwei eingeleiteten Strafverfahren verhaftet worden.

Nach Angaben der Sicherheitsbehörden sollen sich die Verdächtigen in Russland mit Vertretern des russischen Militärgeheimdienstes getroffen haben. Beide sollen Informationen zur Gefechtfähigkeit und zu den Verfahren, Plänen und Ausbildung der Streitkräfte gesammelt, analysiert und weitergegeben haben. Auch die Rüstungsbeschaffung und die Aktivitäten des in Lettland stationierten Nato-Bataillon seien von Interesse gewesen, hieß es in der Mitteilung.


Macron zum Tod Sassolis: EU verliert unermüdlichen Humanisten

PARIS: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat das Engagement des gestorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli für die Europäische Union gewürdigt. «Unsere Union verliert gleichzeitig einen italienischen Patrioten, einen großen Europäer und einen unermüdlichen Humanisten», schrieb Macron am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Sassoli habe die demokratischen Werte der EU hochgehalten und die Debatten im Parlament «mit Talent und Leidenschaft» angeleitet.

Sassoli starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 65 Jahren in einem Krankenhaus im nordostitalienischen Aviano. Er war bereits seit dem 26. Dezember im Krankenhaus. Wie das Europaparlament bereits am Montag mitgeteilt hatte, wurde er wegen «einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems» behandelt.


Parteiausschluss für Albaniens Politikveteranen Berisha

TIRANA: Die albanische Demokratische Partei (PD) hat ihren prominentesten Mitgründer, den ehemaligen Präsidenten und Ministerpräsidenten Sali Berisha, ausgeschlossen. Dies berichteten Medien in Tirana nach einer Marathonsitzung des PD-Vorstands, die in den frühen Morgenstunden des Dienstags endete. Der Ausschluss aus der größten Oppositionspartei traf acht weitere Funktionäre, die wie Berisha die Legitimität des gegenwärtigen Vorsitzenden Lulzim Basha bestreiten.

Der Machtkampf zwischen Basha und Berisha eskalierte am letzten Samstag, als Tausende Anhänger Berishas die Parteizentrale der PD stürmten. In die Büros von Basha drangen sie nicht vor, weil diese durch zusätzliche Sicherheitstüren versperrt waren. Schließlich vertrieb die Polizei die Eindringlinge unter Einsatz von Tränengas.

Berisha (77) war zur Zeit der demokratischen Wende und in den darauffolgenden 20 Jahren der dominierende Politiker in Albanien. Von 2005 bis 2013 war er Ministerpräsident des Landes. Seine Kritiker warfen ihm großangelegte Korruption und Vetternwirtschaft vor. Auch offene Wahlfälschungen sollen auf sein Konto gegangen sein. Als Staatspräsident (1992-1997) wurde ihm Mitschuld an den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in dem Land gegeben.

Basha (47) steht seit 2013 an der Spitze der PD. Er hatte Berisha abgelöst, nachdem dieser infolge einer schweren Wahlniederlage vom Parteivorsitz zurückgetreten war. Im vergangenen September schloss die PD Berisha auf Betreiben Bashas aus ihrer Parlamentsfraktion aus. Zuvor hatten die USA gegen den Politikveteranen wegen Korruptionsvorwürfen eine Einreisesperre verhängt.


Alstom beliefert Norwegen mit bis zu 200 Regionalzügen

PARIS/OSLO: Der französische Bahntechnikkonzern Alstom stattet Norwegen in den kommenden Jahren mit bis zu 200 Regionalzügen aus. Dazu habe man sich mit dem norwegischen Staatsunternehmen Norske Tog auf einen Rahmenvertrag mit einem Auftragswert von mehr als 1,8 Milliarden Euro geeinigt, teilte Alstom am Dienstag mit. Die erste Bestellung von 30 Zügen vom Typ «Coradia Nordic» hat einen Wert von 380 Millionen Euro, Norske Tog hat zudem die Option auf 170 weitere. Gebaut werden die Züge im Alstom-Standort im niedersächsischen Salzgitter, geliefert wird dann ab 2025. Einmal in Betrieb soll die neue Flotte als Vorort- und Schnellzugdienst im Großraum Oslo dienen.

Norske Tog sprach von «einem großen Tag für alle Eisenbahn-Enthusiasten in Norwegen». In wenigen Jahren schon könne man Bahnpendlern im Raum Oslo neue Regionalzüge mit besserem Komfort, besserer Kapazität und besserer Netzabdeckung anbieten. Es handelt sich demnach um den größten Einkauf in der norwegischen Bahngeschichte.


Papst lobt Sassolis Engagement für Europa

AVIANO: Papst Franziskus hat den gestorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli für seine politische Arbeit gewürdigt. Sassoli habe sich respektvoll und mit Aufrichtigkeit für das Gemeinwohl aufgeopfert, indem er eine solidarische Vorstellung der europäischen Gemeinschaft vorangetrieben habe, hieß es am Dienstag in einem an Sassolis Ehefrau adressierten Telegramm. Franziskus drückte der Familie darin sein Beileid aus.

Das katholische Kirchenoberhaupt empfing Sassoli Ende Juni 2021 im Rahmen einer Privataudienz. Sie sprachen bei dem Treffen auch über Migration - ein wichtiges Thema für Franziskus und Sassoli. Der Sozialdemokrat engagierte sich bereits als Jugendlicher in katholischen Jugendgruppen.

Sassoli starb am frühen Dienstagmorgen im Alter von 65 Jahren in der nordostitalienischen Gemeinde Aviano, wie EU-Parlamentssprecher Roberto Cuillo bestätigte. Sassoli war schon länger krank.


«Washington Post»: Aung San Suu Kyi könnte im Gefängnis sterben

WASHINGTON: Die weiteren Urteile in Myanmar gegen die entmachtete faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi kommentiert die «Washington Post»:

«Die bei einem Militärputsch im Februar 2021 gestürzte (...) Aung San Suu Kyi (76) ist nun mit der sehr realen Aussicht konfrontiert, im Gefängnis zu sterben. Das ist die klare Implikation der zweiten (...) Haftstrafe, die am Montag von einem Gericht des Regimes gegen sie angeordnet wurde - diesmal wegen angeblichen Schmuggels von Walkie-Talkies. Weitere Prozesse gegen Aung San Suu Kyi wegen erfundener Vorwürfe stehen noch aus, die im Falle einer Verurteilung bis zu 100 Jahre Gefängnis nach sich ziehen können. Die Junta, die ihren Putsch damit rechtfertigte, dass sie sie (Suu Kyi) zu Unrecht beschuldigte, die Wahlen 2020 durch Betrug gewonnen zu haben, beabsichtigt eindeutig, sie für immer aus dem politischen Leben zu beseitigen. (...)

Indem es Aung San Suu Kyi ausschaltet, eliminiert das Militär die einzige Person in Myanmar, (...), die sogar zu diesem späten Zeitpunkt helfen könnte, eine Art nationaler Aussöhnung auszuhandeln.»


EU-Ratschef Michel würdigt Sassoli als «leidenschaftlichen Europäer»

BRUXELLES: EU-Ratschef Charles Michel hat den gestorbenen Präsidenten des Europaparlaments, David Sassoli, als «aufrichtigen und leidenschaftlichen Europäer» gewürdigt. Seine menschliche Wärme, seine Großzügigkeit, seine Herzlichkeit und sein Lächeln würden bereits vermisst, schrieb Michel am Dienstag auf Twitter. Er fühle sich traurig und bewegt. Michel drückte Sassolis Familie und seinen Angehörigen sein Beileid aus.

Sassoli war in der Nacht zum Dienstag in einem Krankenhaus im nordostitalienischen Aviano gestorben. Er wurde 65 Jahre alt. Er war bereits seit dem 26. Dezember im Krankenhaus behandelt worden. Nach Angaben des Parlaments vom Montag ging es um «eine schwere Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems».


Von der Leyen zutiefst betrübt über Sassolis Tod

BRUXELLES: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat bestürzt auf den Tod des Präsidenten des Europaparlaments, David Sassoli, reagiert. «Ich bin zutiefst betrübt über den schrecklichen Verlust eines großen Europäers und stolzen Italieners», schrieb die deutsche Politikerin am Dienstag auf Twitter. «David Sassoli war ein einfühlsamer Journalist, ein hervorragender Präsident des Europäischen Parlaments und in erster Linie ein guter Freund.» Ihre Gedanken seien bei Sassolis Familie. Auf Italienisch ergänzte sie: «Ruhe in Frieden, lieber David!»

Sassoli war in der Nacht zum Dienstag in einem Krankenhaus im nordostitalienischen Aviano gestorben. Er war bereits seit dem 26. Dezember im Krankenhaus. Wie das Europaparlament am Montag mitgeteilt hatte, wurde er wegen «einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems» behandelt. Sassoli wurde 65 Jahre alt.


Präsident fordert Abzug: Militärbündnis soll Kasachstan verlassen

NUR-SULTAN: Die ersten Soldaten eines von Russland geführten Militärbündnisses sollen Kasachstan nach den Worten von Präsident Kassym-Schomart Tokajew bereits in dieser Woche wieder verlassen. In zwei Tagen solle der Abzug schrittweise beginnen, sagte der Staatschef in einer Ansprache im Parlament. «Die Hauptmission der OVKS-Truppen ist abgeschlossen.» Hintergrund des Einsatzes waren die schweren Ausschreitungen in der Republik.

Die Mitgliedsstaaten der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) berieten erst am Montag über die Lage in der Ex-Sowjetrepublik. Dabei erklärte Tokajew: «In Kasachstan ist die vollständige Ordnung wiederhergestellt.» Er bezeichnete die Unruhen als «den Versuch eines Staatsstreichs».

Präsident Tokajew hatte die Organisation in der vergangenen Woche um Hilfe gebeten. Diese schickte daraufhin Tausende Soldaten in die Ex-Sowjetrepublik - darunter sind russische Fallschirmjäger. Das löste im Westen Besorgnis aus. Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte zu Wochenbeginn betont, der Einsatz sei nur vorübergehend und nicht auf Dauer angelegt. Dem Bündnis gehören neben Russland und Kasachstan auch Armenien, Belarus, Kirgistan und Tadschikistan an.

In der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, die unter anderem an Russland grenzt, war Unmut über gestiegene Treibstoffpreise in Proteste gegen die Staatsführung umgeschlagen. Neben friedlichen Demonstrationen kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, insbesondere in der Millionenstadt Almaty. Tokajew hatte angesichts der Unruhen ein von Russland geführtes Militärbündnis um Unterstützung gebeten. Es gab viele Tote und Verletzte.


Nach tagelangen Unruhen: Kasachstan hat neuen Regierungschef

NUR-SULTAN: Die Ex-Sowjetrepublik Kasachstan hat nach tagelangen schweren Ausschreitungen einen neuen Regierungschef. Das Parlament des zentralasiatischen Landes stimmte am Dienstag für Alichan Smailow, der den Posten bereits übergangsweise nach der Entlassung der alten Regierung vor gut einer Woche inne hatte, wie das Staatsfernsehen berichtete. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte kurz zuvor den 49-Jährigen als Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Smailow war zuvor Vize-Regierungschef sowie in der Vergangenheit mehrere Jahre lang Finanzminister.

In der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik, die unter anderem an Russland grenzt, war Unmut über gestiegene Treibstoffpreise in Proteste gegen die Staatsführung umgeschlagen. Neben friedlichen Demonstrationen kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, insbesondere in der Millionenstadt Almaty. Tokajew hatte angesichts der Unruhen ein von Russland geführtes Militärbündnis um Unterstützung gebeten. Es gab viele Tote und Verletzte.

Indes näherte sich die Zahl der Festnahmen der Marke von 10.000. Das Innenministerium sprach der Agentur Tengrinews zufolge davon, dass während der Unruhen etwa 9900 Menschen in Gewahrsam gekommen seien.

Experten gehen davon aus, dass der Präsident die Krise auch dafür nutzt, um seinen Vorgänger, den Ex-Langzeit-Präsident Nursultan Nasarbajew, zu entmachten. Nasarbajew galt auch nach seinem Rücktritt 2019 weiter als mächtigster Mann in Kasachstan. Tokajew entzog ihm kürzlich den Posten als Chef des einflussreichen Sicherheitsrates und entließ mehrere seiner Vertrauten aus wichtigen Ämtern.


Volkswagen muss Absatzeinbruch von 14 Prozent in China hinnehmen

PEKING: Der Absatz der Volkswagen-Gruppe auf ihrem größten Einzelmarkt in China ist im vergangenen Jahr um 14 Prozent eingebrochen. Als Grund nannte VW-China-Chef Stephan Wöllenstein am Dienstag vor Journalisten in Peking den Mangel an Halbleitern und die Probleme in den Lieferketten. «Es war ein ziemlich schwieriges Jahr.»

Der Rückgang habe vor allem die Volumenmarken Volkswagen und Skoda betroffen, berichtete Wöllenstein. Die Premiummarke Audi habe mit einem Minus von 3,6 Prozent weniger schlecht abgeschnitten. Porsche habe sogar um 8 Prozent und Bentley sogar um 43 Prozent mehr Autos verkaufen können. Der Gesamtmarkt hatte um vier Prozent zugelegt.

Der Marktanteil der Volkswagen-Gruppe in China, der lange bei 14 oder 15 Prozent gelegen hatte, fiel auf 11 Prozent. In diesem Jahr will die Volkswagengruppe aber wieder kräftig aufholen, wie Wöllenstein sagte. Während der Gesamtmarkt um vier Prozent wachsen soll, will Volkswagen um 15 Prozent zulegen. «Wir wollen überproportional zurückgewinnen, was wir im vergangenen Jahr überdurchschnittlich verloren haben.»

Positiv entwickelte sich zum Jahresende der Absatz der Elektro-Autos der ID-Familie von Volkswagen. Nachdem das Ziel für 2021 von 80.000 bis 100.000 verpasst und tatsächlich «etwas mehr als 70.000» verkauft worden waren, will Wöllenstein den Absatz in diesem Jahr «mindestens» verdoppeln. Er zeigte sich sicher, dass Volkswagen jedes ID-Auto, das gebaut werden könne, auch verkaufen könne.


EU-Kommissar Timmermans zu Tod Sassolis: «Mir fehlen die Worte»

AVIANO: Nach dem Tod von EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat EU-Klimakommissar Frans Timmermans der Familie des Italieners sein Beileid ausgesprochen. «Seine Herzlichkeit war eine Inspiration für alle, die ihn kannten. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Lieben», schrieb der Niederländer am Dienstagmorgen auf Twitter. «Mir fehlen die Worte.»

Sassoli war am frühen Dienstagmorgen im Alter von 65 Jahren in der nordostitalienischen Gemeinde Aviano gestorben, wie EU-Parlamentssprecher Roberto Cuillo bestätigte. Er wurde seit dem 26. Dezember in Italien wegen einer schweren Komplikation aufgrund einer Funktionsstörung des Immunsystems behandelt. Den Krankenhausaufenthalt des Italieners hatte das EU-Parlament am Montag bekannt gemacht. Die Termine des Sozialdemokraten wurden seitdem abgesagt.


Erdbeben vor Zypern erschüttert östliches Mittelmeer

NIKOSIA: Die Mittelmeerinsel Zypern und das gesamte östliche Mittelmeer sind am frühen Dienstagmorgen von einem Erdbeben erschüttert worden. Die europäische Erdbebenwarte ESMC gab die Stärke des Bebens mit 6,5 an. Das Zentrum des Erdstoßes lag etwa 120 Kilometer nordwestlich von Limassol unter dem Meer in einer Tiefe von 51 Kilometernn. Informationen über eventuelle Opfer oder schwere Schäden lagen zunächst nicht vor.

Tausende Menschen rannten auf die Straßen und verbrachten die Nacht im Freien, berichtete der staatliche zyprische Rundfunk (RIK). Das Beben ereignete sich wenige Minuten nach 02.00 MEZ am frühen Dienstagmorgen. Gespürt wurde der Erdstoß auch in der Südtürkei, Israel, auf Kreta und Rhodos in Griechenland und in Ägypten, hieß es in den Berichten weiter.


Beeindruckende Schlachtrösser? Ritterliche Pferde klein wie Ponys

EXETER: Kleiner als ihr Ruf: Mittelalterliche Schlachtrösser sind einer Studie zufolge keinesfalls beeindruckend, sondern nur so groß wie heutige Ponys gewesen. Demnach hätten die Pferde früher häufig ein Stockmaß von weniger als 14,2 Handbreit gehabt, das entspricht gut 1,44 Metern. Das ergab eine Untersuchung von Pferdeknochen aus den Jahren 300 bis 1650, die an 171 unterschiedlichen Stätten in England gefunden wurden, wie die britische Universität Exeter mitteilte.

In Filmen würden die Schlachtrösser hingegen als riesige Tiere mit 17 bis 18 Handbreit Größe dargestellt. «Die Beweise deuten jedoch darauf hin, dass Pferde mit 16 und selbst 15 Handbreit tatsächlich sehr selten waren», hieß es in der Mitteilung. Pferde mit dieser Höhe wären von Menschen im Mittelalter als sehr groß angesehen worden.

«Hochmittelalterliche Destrier mögen für die damalige Zeit relativ groß gewesen sein, waren aber eindeutig immer noch viel kleiner, als wir heute für gleichwertige Funktionen erwarten würden», sagte Alan Outram von der Uni Exeter. Destrier waren spezielle Schlachtrösser. Offenbar habe die Zucht früher mehr Wert auf das Temperament und körperliche Eigenschaften gelegt als auf die Größe, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift «International Journal of Osteoarcheology» veröffentlicht wurde.


Zypern von Erdbeben erschüttert

NIKOSIA: Die Mittelmeerinsel Zypern ist am frühen Dienstagmorgen von einem Erdbeben erschüttert worden.

Die europäische Erdbebenwarte ESMC gab die Stärke des Bebens mit 6,5 an. Das Zentrum des Erdstoßes lag etwa 120 Kilometer nordwestlich von Limassol in einer Tiefe von 51 Kilometern. Über mögliche Schäden lagen zunächst keine Angaben vor.


Rund 100 Häuser bei Großbrand im Norden von Chile zerstört

IQUIQUE: Bei einem Großbrand im Norden von Chile sind mindestens 100 Häuser zerstört worden. Mehr als 400 Menschen seien obdachlos geworden, nachdem ihre Häuser in der Siedlung Laguna Verde in der Stadt Iquique in Flammen aufgingen, teilte der Katastrophenschutz des südamerikanischen Landes am Montag mit. Familienministerin Karla Rubilar wollte am Dienstag in die Region reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

In der ärmlichen Siedlung am Rand von Iquique waren viele Häuser offenbar illegal errichtet worden. Zudem standen der Feuerwehr in dem Viertel kaum Hydranten zur Verfügung. Nach einigen Stunden brachte die Feuerwehr den Brand nach Angaben von Bürgermeister Mauricio Soria allerdings unter Kontrolle. Menschen, die bei dem Brand ihr Obdach verloren hatten, wurden zunächst in einer Schule untergebracht.


Nicaraguas Präsident für vierte Amtszeit in Folge vereidigt

MANAGUA: Nach seiner umstrittenen Wiederwahl ist Nicaraguas Präsident Daniel Ortega für eine vierte Amtszeit in Folge vereidigt worden. Der 76-Jährige legte seinen Eid am Montag auf dem Platz der Revolution in der Hauptstadt Managua ab. Vor der Vereidigung kündigten die EU und die USA weitere Sanktionen gegen Unterstützer des autoritär regierenden Ortega an, die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sein sollen.

Ortega wurde bei den Feierlichkeiten von seinen engsten Verbündeten begleitet. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel und der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro sowie ein Sondergesandter der chinesischen Regierung nahmen an der Vereidigung teil. Erst im Dezember beendete Nicaragua nach drei Jahrzehnten seine diplomatischen Beziehungen zu der demokratischen Inselrepublik Taiwan und wechselte formell zu China.

Vor der Wahl im November hatte Ortega mehr als 30 politische Gegner und Kritiker verhaften lassen, darunter sieben Anwärter für das Präsidentenamt. Der frühere sandinistische Revolutionär war nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza zwischen 1979 bis zu seiner Abwahl 1990 an der Macht gewesen - zunächst als Teil einer Regierungsjunta und dann als Präsident. 2007 wurde er erneut Staats- und Regierungschef. Eine Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten wurde per Verfassungsreform abgeschafft. Seit 2017 ist Ortegas Ehefrau Rosario Murillo Vizepräsidentin.


Südkorea: Nordkorea unternimmt neuen Raketentest

SEOUL: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs erneut eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert.

Bei dem Geschoss handele es sich möglicherweise um eine ballistische Rakete, teilte der Generalstab in Seoul am Dienstag mit. Die Rakete sei nach dem Start im Landesinneren in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen. Um welchen Raketentyp es sich genau handelte und wie weit sie flog, war zunächst unklar. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea Tests mit ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Nordkorea hatte bereits vergangene Woche einen erneuten Raketentest unternommen und später von einem erfolgreichen zweiten Test einer Hyperschall-Rakete gesprochen.


Sicherheitsratsmitglieder: Nordkorea erhöht Gefahr der Eskalation

NEW YORK: Westliche Länder des UN-Sicherheitsrats haben den jüngsten Raketentest Nordkoreas als Gefahr für die regionale Stabilität bezeichnet. Die Schritte der Autokratie in Pjöngjang «erhöhen das Risiko von Fehleinschätzungen und Eskalationen», hieß es am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Irlands und Albaniens zusammen mit Japan. Jeder neue Raketenstart fördere nicht nur die Waffenprogramme des abgeschotteten Landes, sondern erweitere auch die Möglichkeiten illegaler Waffenverkäufe Nordkoreas überall auf der Welt.

Nordkorea hatte vergangene Woche von einem erfolgreichen zweiten Test einer Hyperschall-Rakete innerhalb von vier Monaten gesprochen. Beim jüngsten Test habe die Rakete ein seitliches Manöver über 120 Kilometer ausgeführt und ein festgelegtes Ziel im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) in 700 Kilometer Entfernung getroffen. Laut dem Nachbarland Südkorea ergaben Analysen allerdings, dass die Rakete kürzer flog, bei einer Höhe von unter 50 Kilometern. Im Vergleich zum Raketenstart im September stelle der Test keinen technologischen Fortschritt dar.

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