Israels Armee: Wieder Rakete aus dem Jemen abgefangen
TEL AVIV: Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen setzt ihren Beschuss Israels fort. Auch nach Israels Gegenschlag auf Ziele im Jemen schrillen in dem jüdischen Staat prompt wieder die Sirenen.
Die israelische Luftabwehr hat in der Nacht laut Militärangaben erneut eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen. Sie sei noch außerhalb der eigenen Landesgrenzen abgeschossen worden, hieß es. In mehreren Gebieten im Zentrum Israels hatten wieder die Warnsirenen geheult. Die Sirenen seien wegen möglicher Trümmerteile infolge des Abschusses ausgelöst worden. Der Vorfall ereignete sich kurz nach einem Gegenschlag der israelischen Luftwaffe auf Ziele im Jemen. Dabei wurden nach offiziellen Angaben mindestens sechs Menschen getötet und mehr als 40 verletzt.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Oktober 2023 greift die ebenfalls mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz Israel mit Raketen und Drohnen an. Bei dem jüngsten Gegenschlag Israels attackierte die Luftwaffe nach eigenen Angaben Infrastruktur der Huthi am internationalen Flughafen in Sanaa sowie Bereiche in Häfen, darunter in Hudaida. Dazu auch in zwei Kraftwerken. Israel sei entschlossen, den «Arm der iranischen Achse des Bösen» abzuschneiden, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Abend.
UN-Chef ruft Israel und Huthi-Miliz zu Deeskalation auf
NEW YORK/TEL AVIV/SANAA: Immer wieder feuert die Huthi-Miliz Raketen Richtung Israel. Nach einem erneuten Gegenschlag Israels findet UN-Chef Guterres deutliche Worte.
UN-Generalsekretär António Guterres hat nach den erneuten israelischen Angriffen im Jemen zur Deeskalation aufgerufen. «Die heutigen israelischen Luftangriffe auf den internationalen Flughafen von Sanaa, die Häfen am Roten Meer und Kraftwerke im Jemen sind besonders alarmierend», sagte Guterres nach Angaben einer Sprecherin. Offiziellen Angaben zufolge wurden mindestens sechs Menschen getötet. «Der Generalsekretär verurteilt die Eskalation zwischen Jemen und Israel», hieß es.
Nach Angaben der israelischen Armee griff die Luftwaffe am internationalen Flughafen der Hauptstadt Sanaa Infrastruktur der Huthi-Miliz an. Dabei geriet auch ein Team der Weltgesundheitsorganisation um WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus unter Feuer. Israel warf der Huthi-Miliz vor, zivile Infrastruktur für militärische Zwecke zu nutzen, etwa für den Schmuggel von Waffen aus dem Iran. Die Miliz habe Israel wiederholt mit Drohnen und Raketen angegriffen. Die Huthi sind wie die islamistische Hamas im umkämpften Gazastreifen und die libanesische Hisbollah mit Israels Erzfeind Iran verbündet.
Die israelischen Luftangriffe folgten auf rund ein Jahr «eskalierender Aktionen» der Huthi im Roten Meer und in der Region, «die eine Bedrohung für die Zivilbevölkerung, die regionale Stabilität und die Freiheit der Schifffahrt darstellen», erklärte Guterres. Er appellierte an alle, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schützen. Luftangriffe auf die Häfen am Roten Meer und den Flughafen von Sanaa würden humanitäre Maßnahmen «in einer Zeit, in der Millionen von Menschen lebensrettende Hilfe benötigen, ernsthaft gefährden».
Palästinenser: Tote bei Angriff in der Stadt Gaza
TEL AVIV/GAZA: Im Gazastreifen hoffen die Menschen auf eine baldige Waffenruhe. Derzeit gehen die Angriffe weiter. Am Abend soll es wieder mehrere Tote infolge eines israelischen Luftschlags gegeben haben.
Bei einem israelischen Angriff soll es palästinensischen Angaben zufolge erneut Tote im Norden des Gazastreifens gegeben haben. Mindestens neun Menschen seien am Abend bei einem Luftschlag auf ein Haus in der Stadt Gaza getötet und mehrere weitere verletzt worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz sprach von mindestens 13 Todesopfern und rund 40 Verletzten.
Die Angaben aus dem Gazastreifen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, dem Bericht nachzugehen.
Irans oberster Führer: Jesus hätte USA und Israel bekämpft
TEHERAN: In einer Weihnachtsbotschaft gibt sich Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, unversöhnlich. Aus seiner Sicht wäre Jesus in einer Widerstandsachse gegen die USA und Israel.
Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hat in seiner Weihnachtsbotschaft erklärt, dass Jesus Christus in der aktuellen politischen Lage die USA und Israel bekämpft hätte. «Falls Jesus (Friede sei mit ihm) heute unter uns wäre, hätte er keinen Moment gezögert, die Anführer der globalen Arroganz zu bekämpfen», schrieb Chamenei auf der Plattform X und in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur Isna. Für den Iran gelten die USA und Israel als die «Anführer der globalen Arroganz».
Für Chamenei, der laut iranischer Verfassung in allen strategischen Fragen das letzte Wort hat, sind die USA und Israel nicht nur Erzfeinde des Irans, sondern auch des Islams. Er macht die beiden Staaten für zahlreiche Übel in der Welt verantwortlich, insbesondere für die Situation in den palästinensischen Gebieten.
Syrisches Ministerium will spaltende Medieninhalte unterbinden
DAMASKUS: Gut zwei Wochen nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad bleibt die Lage in Syrien unübersichtlich. Das Innenministerium ruft zur nationalen Einheit auf und spricht ein Verbot aus.
Nach Protesten in Syrien hat die Übergangsregierung in Damaskus davor gewarnt, Medieninhalte zu verbreiten, die Spaltung und Diskriminierung unter den verschiedenen Gruppierungen und Minderheiten des Landes verschärfen.
«Um die nationale Einheit zu stärken und das syrische Gefüge mit all seinen Bestandteilen zu bewahren» sei es strengstens verboten, Inhalte «sektiererischer Natur» zu verbreiten, teilte das Innenministerium mit. Gemeint sind Inhalte, die Spaltung, Vorurteile oder Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen, oft aufgrund von Religion, Ethnie oder politischen Überzeugungen, verstärken. Es ist nicht klar, welche Maßnahmen die neue Führung zur Kontrolle und zur Vollstreckung des Verbots einsetzen will.
Zuvor hatte es in Teilen Syriens Proteste gegeben. Hintergrund war ein online verbreitetes Video, das die Schändung eines alawitischen Heiligtums in der Stadt Aleppo zeigen soll. Laut der neuen Führung in Damaskus sei das «alte Video» gezielt im Internet verbreitet worden, um Unruhe zu stiften.
Bericht über getötete Journalisten in Gaza
GAZA/TEL AVIV: Im Gaza-Krieg sollen erneut Journalisten ums Leben gekommen sein. Die israelische Armee spricht indes von einem Angriff auf eine «Terroristenzelle».
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach unbestätigten Medienberichten fünf palästinensische Journalisten getötet worden. Wie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira berichtete, hätten die Journalisten des palästinensischen Senders Al-Quds Today nahe einem Krankenhaus im Flüchtlingsviertel Nuseirat im Zentrum des abgeriegelten Küstenstreifens gearbeitet, als ihr Übertragungswagen getroffen worden sei. Israels Armee teilte indes mit, sie habe ein Fahrzeug mit einer «Terroristenzelle» des Islamischen Dschihad in der Gegend von Nuseirat angegriffen.
Vor dem «präzisen» Luftangriff seien zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Gefahr für Zivilisten zu mindern, teilte die Armee auf ihrem Telegram-Kanal mit. Angaben zu möglichen Opfern machte sie nicht. Weder die Angaben von Al-Dschasira noch die der Armee ließen sich unabhängig überprüfen.
Tote bei Festnahme eines syrischen Ex-Offiziers
DAMASKUS: Syriens Übergangsregierung warnt vor Versuchen verbliebener Anhänger des gestürzten Machthabers Assad, das Land zu destabilisieren. Bei einem Überfall sollen Sicherheitskräfte getötet worden sein.
Bei einem mutmaßlichen Überfall von Anhängern des gestürzten syrischen Machthabers Baschar al-Assad sind Aktivisten zufolge 14 Sicherheitskräfte der Übergangsregierung getötet worden. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien in der Nacht berichtete, wollten örtliche Sicherheitskräfte den früheren Direktor von Assads Militärischer Justizverwaltung in dessen Haus im Ort Tartus im Westen des Landes festnehmen, als junge Bewaffnete das Feuer auf sie eröffnet hätten.
Bei dem Überfall der Assad-Anhänger seien auch drei der Täter getötet worden. Das Innenministerium der Übergangsregierung hatte zuvor vor Versuchen verbliebener Assad-Anhänger gewarnt, das Land zu destabilisieren.
Israels Polizeiminister provoziert mit Gebet auf Tempelberg
JERUSALEM: Außenministerin Annalena Baerbock hatte Israels Regierung schon im September aufgefordert, Provokationen wie Besuche auf dem Tempelberg zu unterlassen. Dies sei Zündeln in einer explosiven Lage.
Israels rechtsextremer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat erneut mit einem Gebet auf dem Tempelberg in Jerusalem provoziert. «Ich bin auf unser Heiligtum gegangen, um dort für unsere Soldaten zu beten, für die rasche Rückführung aller Geiseln und den totalen Sieg mit Gottes Hilfe», schrieb Ben-Gvir in einem Post auf der Plattform X.
Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Für Juden ist der Tempelberg mit der Klagemauer die heiligste Stätte, weil an dem Ort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstöße.
Wie nach früheren Provokationen Ben-Gvirs teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit, der Status quo auf dem Tempelberg habe sich nicht verändert. Die Regelverstöße des Polizeiministers haben jedoch nie Konsequenzen.