MFP will Erotikbranche legalisieren

Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Taopiphop Limjittrakorn, Abgeordneter der Move Forward Party (MFP) für Bangkok, hat Pläne angekündigt, das Strafgesetzbuch zu ändern, um das totale Verbot von Filmen für Erwachsene und Sexspielzeug aufzuheben. Der Politiker veröffentlichte seine Absichten in einem Facebook-Post und erklärte, dass er den Gesetzentwurf innerhalb von zwei Wochen dem Parlament vorlegen werde.

Taopiphop begründet seinen Schritt mit dem Ziel, das Thema aus der Tabuzone zu holen und in der thailändischen Gesellschaft transparent zu machen. „Es ist an der Zeit, dass wir offen über solche Themen sprechen, um gemeinsame Lösungen zu finden“, so der Abgeordnete. Trotz der erwarteten Kritik in sozialen Netzwerken besteht er darauf, dass eine kontrollierte Legalisierung der Verbreitung und des Schmuggels minderwertiger Produkte entgegenwirken könnte.

Der Gesetzentwurf sieht vor, Artikel 287 des Strafgesetzbuches zu ändern, der derzeit sowohl die Verbreitung als auch den Besitz von Erwachsenenfilmen und Sexspielzeug vollständig untersagt. Nach Taopiphops Plan sollen Erwachsenenfilme unter strengen Auflagen erlaubt werden – beispielsweise dürfen sie nur von Personen über 20 Jahren angeschaut werden und dürfen keine gewalttätigen Inhalte enthalten. Zudem soll der Verkauf von Sexspielzeug, unter Einhaltung strenger Industrienormen und Kontrollen durch die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde, legalisiert werden.

Der Abgeordnete betont, dass von der Entkriminalisierung keine persönlichen Vorteile für ihn abfallen würden. Vielmehr sieht er seine Rolle darin, progressive Veränderungen in der Gesellschaft zu fördern. „Ich möchte keinen leichten Zugang für Jugendliche zu diesen Medien, aber es ist wichtig, dass diese Themen öffentlich und systematisch diskutiert werden können“, fügt Taopiphop hinzu.

In Thailand, wo die Sexindustrie laut einer Studie von Havocscope im Jahr 2015 rund 10 Prozent des BIP ausmachte, bleibt die Unterstützung von Sexarbeitern ein umstrittenes Thema. Befürworter wie Taopiphop argumentieren jedoch, dass eine Legalisierung und Regulierung nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringen, sondern auch die Qualität und Sicherheit dieser Produkte verbessern könnte.

Die Initiative des MFP-Abgeordneten stellt einen interessanten Wendepunkt dar, könnte aber auf erheblichen Widerstand stoßen, insbesondere in einer konservativ geprägten Gesellschaft wie der Thailands. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der Vorschlag genug Unterstützung im Parlament finden wird, um eine signifikante Veränderung der aktuellen Gesetzeslage zu bewirken.

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Thailand Fan 24.07.24 17:06
@Kowalski
Verpixelung im Fernsehen aber nur bei Filmen bei Thai-Sendern und nicht bei den unzähligen Sendern in englischer Sprache mit thailändischen Untertiteln.
Dieter Kowalski 24.07.24 08:30
@ Andreas Liliendam
Das war schon in den 90er Jahren genauso. Im Frühstücksfernsehen hat das Blut nur so gespritzt, aber ein Nippel wurde immer verpixelt. Mittlerweile werden aber auch alle Waffen, Zigaretten und Flaschen mit alkoholischen Getränken verpixelt.
Dieter Kowalski 24.07.24 08:30
Das mit den Filmen ist doch kompletter nonsens. Kein Mensch kauft so etwas heutzutage noch auf DVD, BlueRay, etc. - Sony stellt die Produktion übrigens ein.
Hardcore ist auf x-Internetseiten in Thailand frei verfügbar.
Warum Sexspielzeug überhaupt verboten ist, versteht wohl keiner aus dem Westen. Absurdistan in Reinkultur.
Andreas Liliendam 23.07.24 18:40
@Stefan Siebert
Ihr Vorschlag paßt ja, aber dann wird ja gleich wieder Alles rückgängig gemacht und erneut verboten.
Diese Moralapostel sind mir sowieso ein Dorn im Auge. In jeder Vorabendserie wird das kleinste Dekoltė verpixelt, aber die Pistoleros können ihr Unwesen ganz unverschlüsselt zeigen. Totschießen ist scheinbar besser als eine weibliche Brust im Shirt... VG, AL
Stefan Siebert 23.07.24 16:50
Passt doch gut! Können in tausende Cannabis-Shops, die schließen müssen, Sexshops eröffnen!
Thailand Fan 23.07.24 14:20
Um es mit dem großen H.G. Wells zu sagen: Moralische Empörung ist Eifersucht mit einem Heiligenschein".
Oder auch Helmut Qualtinger später: "Moralische Empörung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen".
Ingo Kerp 23.07.24 12:40
Was geht es den Staat an, was seine Bürger privat unternehmen und treiben? Ist der Staat so eine geläuterte Institution, das es ihm obliegt festzulegen, wie das Privatleben von Menschen aussehen soll? Lt. Artikel 287 des Strafgesetzbuches ist derzeit sowohl die Verbreitung als auch der Besitz von Erwachsenenfilmen vollständig untersagt. Hat der Staat schon mal was von frei zugänglichen Sexfilmen im Internet gehoert? Wer sich gegen Zeitgeist und privates menschliches Empfinden stellt, hat schon verloren.
Günter Jack 23.07.24 12:20
Bis ins Schlafzimmer werden die Bürger dieses Landes bevormundet und gegängelt von selbst ernannten Moralaposteln, von denen man nicht weiss, was sie selbst so treiben nach Sonnenuntergang.

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