Regierung entlässt in Nicaragua politische Gefangene aus Haft

Foto: epa/Jorge Torres
Foto: epa/Jorge Torres

MANAGUA (dpa) - Kurz vor der Wiederaufnahme eines Friedensdialogs sind Medienberichten zufolge in Nicaragua Dutzende politische Gefangene aus dem Gefängnis entlassen worden.

In Kleinbussen seien am Mittwochmorgen (Ortszeit) rund 100 Menschen aus der Haftanstalt La Modelo im Norden der Hauptstadt Managua zu ihren Familien gebracht worden, berichtete die Tageszeitung «La Prensa». In Videos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie den Bussen zugewunken wird und die Menschen ihnen vor Freude zurufen.

Seit Beginn der politischen Krise waren in dem mittelamerikanischen Land Hunderte Menschen inhaftiert worden. Die autoritäre Regierung warf ihnen unter anderem Terrorismus vor, weil sie sich an Demonstrationen beteiligt hatten.

Am Mittwoch sollten die Regierung unter Präsident Daniel Ortega und das Oppositionsbündnis aus verschiedenen zivilen Organisationen wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Im vergangenen Jahr waren bereits zwei Anläufe eines Dialogs zwischen beiden Seiten gescheitert.

Die Krise in Nicaragua dauert seit fast einem Jahr an. Im April hatten Menschen begonnen, gegen eine geplante Sozialreform der Regierung zu demonstrieren. Die Reform wurde zwar zurückgezogen, die Polizei und regierungsnahe Schlägertrupps griffen jedoch die Protestierenden an. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden seither mindestens 500 Menschen getötet.

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