Kriminologe fordert Überlebenstrainings

Assoc. Prof. Krisanaphong Poothakool, Dekan der Fakultät für Kriminologie und Justizverwaltung der Rangsit University. Foto: The Nation
Assoc. Prof. Krisanaphong Poothakool, Dekan der Fakultät für Kriminologie und Justizverwaltung der Rangsit University. Foto: The Nation

BANGKOK: Ein thailändischer Kriminologe unterbreitete am Donnerstag den Vorschlag, dass die Bevölkerung im Überleben eines Amoklaufes geschult werden sollte, da Massenschießereien „der thailändischen Gesellschaft nicht mehr fremd seien“.

Assoc. Prof. Krisanaphong Poothakool, Dekan der Fakultät für Kriminologie und Justizverwaltung der Rangsit University, sagte gegenüber der Presse, dass der private Sektor nach dem jüngsten Amoklauf in einer Kindertagesstätte mit 38 Toten in der Nordostprovinz Nong Bua Lamphu mehr Wert auf Überlebenstrainings legen sollte.

„Es muss regelmäßig geübt werden, wie man solche Vorfälle überlebt. Die Führungskräfte der Unternehmen müssen dies zu ihrer Politik machen“, forderte er.

„Wir müssen uns eingestehen, dass Massenerschießungen in der thailändischen Gesellschaft kein Fremdwort mehr sind“, fügte er hinzu.

Khun Krisanaphong verwies auf den Amoklauf im Einkaufszentrum Terminal 21 Korat in der Nordostprovinz Nakhon Ratchasima im Februar 2020. Ein verärgerter Soldat der Königlich Thailändischen Armee tötete bei seinem Amoklauf 29 Menschen und verwundete 58 weitere. Er wurde schließlich von Polizeikommandos erschossen.

Der Kriminologe schlug außerdem vor, dass Polizei- und Militäroffiziere, die aufgrund von Gewalttaten aus dem Dienst entlassen wurden, in ihrem Waffenbesitz eingeschränkt werden sollten.

Seine Äußerungen kamen nach dem Massaker eines ehemaligen Polizisten am Donnerstag, der bei seinem Amoklauf in der Provinz Nong Bua Lamphu mindestens 38 Menschen, darunter 24 Kinder, erschossen hat. Khun Krisanaphong ist selbst ein ehemaliger Polizeibeamter, der über zwei Jahrzehnte in der Polizei gedient hat und zuletzt den Rang eines Oberstleutnants innehatte.

Im August veranstaltete die Chulalongkorn University den Schulungskurs zum „Run, Hide, Fight: A Response to Active Shooters“ („Laufen, Verstecken, Kämpfen: Eine Strategie gegen aktive Scharfschützen“), in der die Teilnehmer lernten, wie sie die potenzielle Bedrohung durch eine Massenschießerei erkennen und wie sie darauf reagieren können.

Wenn möglich, sollten sie so schnell wie möglich vor der Bedrohung weglaufen. Wenn nicht, sollten sie sich an einem Ort verstecken, den sie in dieser Situation für am sichersten halten. Wenn nötig, müssen sie mit dem Täter kämpfen, um zu überleben.

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