BANGKOK: Der Nationale Rat für Wirtschafts- und Sozialentwicklung (NESDC) hat bekanntgegeben, dass im Jahr 2024 insgesamt 12,3 Millionen Thailänder an gesundheitlichen Problemen infolge der Luftverschmutzung litten. Besonders betroffen war die Nordregion, gefolgt von der Nordostregion.
Besorgniserregend ist zudem die Entwicklung im Jahr 2025: Innerhalb der ersten beiden Monate wurden bereits mehr als 980.000 Krankheitsfälle im Zusammenhang mit Luftverschmutzung registriert.
Der NESDC stellte im Rahmen der Präsentation zur sozialen Lage Thailands im vierten Quartal 2024 die zunehmende Belastung durch Feinstaub (PM 2.5) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen dar. Die Problematik der Luftverschmutzung habe sich weiter verschärft und stelle ein anhaltendes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.
Laut dem IQAir-Bericht zur Luftqualität 2024 belegte Thailand weltweit Platz 33 von 141 Ländern in Bezug auf Luftverschmutzung. Damit hat sich die Lage gegenüber 2023 verschlechtert, als das Land noch auf Platz 36 lag. In Südostasien rangiert Thailand auf Platz drei von neun Ländern mit einem durchschnittlichen jährlichen PM 2.5-Wert von 24 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Wert stieg im Vergleich zu 2023 (23 Mikrogramm pro Kubikmeter) weiter an und überschritt den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwert um das 4,8-Fache.
Die gesundheitlichen Folgen dieser Entwicklung sind gravierend: Die Feinstaubbelastung kann akute und chronische Erkrankungen wie Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs verursachen. Eine Studie der Chulalongkorn University aus dem Jahr 2024 ergab zudem, dass PM 2.5-Staub in Bangkok und den umliegenden Regionen hohe Konzentrationen an Schwermetallen wie Arsen, Cadmium und Chrom enthält – Stoffe, die das Lungenkrebsrisiko erheblich erhöhen.
Laut dem Gesundheitsdatenzentrum des thailändischen Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der diagnostizierten Erkrankungen durch Luftverschmutzung im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 10,1 Prozent. Die höchste Zahl an Fällen wurde in der Nordregion verzeichnet, gefolgt von der Nordostregion und Bangkok.
Zwischen dem 1. Januar und dem 14. Februar 2025 wurden bereits 980.000 neue Fälle von luftverschmutzungsbedingten Krankheiten registriert. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und Personen mit chronischen Erkrankungen. Experten raten diesen Risikogruppen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, darunter das Tragen von Atemschutzmasken gegen Feinstaub (PM 2.5), wenn sie sich im Freien aufhalten.
Um die eigene Gesundheit zu schützen, werden der Bevölkerung folgende Maßnahmen empfohlen:
- Regelmäßige Überprüfung der aktuellen PM 2.5-Werte über die Air4Thai-App oder andere Informationsquellen.
- Einhaltung der „Vermeiden, Schließen, Nutzen, Meiden, Reduzieren“-Strategie:
- Vermeiden: Direkten Kontakt mit Feinstaub minimieren, insbesondere für Risikogruppen.
- Schließen: Fenster und Türen geschlossen halten und Wohnräume täglich reinigen.
- Nutzen: Zertifizierte Schutzmasken gegen PM 2.5 tragen.
- Meiden: Aktivitäten im Freien einschränken.
- Reduzieren: Den Gebrauch von Fahrzeugen verringern und offene Feuer vermeiden.