Korruption belastet Tourismusbranche

Unternehmer fordern Reformen bei Kontrolle und Gesetzen

Motorräder zur Vermietung säumen eine Straße in einem thailändischen Touristengebiet. Branchenvertreter sehen mangelnde Kontrollen und illegale Angebote als wachsendes Problem für den Tourismussektor. Foto: polya_olya/Adobe Stock
Motorräder zur Vermietung säumen eine Straße in einem thailändischen Touristengebiet. Branchenvertreter sehen mangelnde Kontrollen und illegale Angebote als wachsendes Problem für den Tourismussektor. Foto: polya_olya/Adobe Stock

BANGKOK: Tourismusvertreter in Thailand drängen die Regierung zu Reformen bei Strafverfolgung und Regulierung, da zunehmende Bestechungsprobleme nach ihren Angaben sowohl Unternehmen als auch Reisende belasten und dem internationalen Ruf des Landes schaden.

Hintergrund ist unter anderem der Korruptionswahrnehmungsindex 2025, in dem Thailand einen Punkt verlor und mit 33 von 100 Punkten bewertet wurde, während das Land im globalen Ranking um neun Plätze auf Rang 116 zurückfiel.

Vorwürfe wegen laxen Kontrollen

Chinnawat Udomniyom, Präsident des Phuket Boutique Accommodation Consortium, erklärte, dass die schwache Bewertung zentrale Herausforderungen im Tourismussektor widerspiegele. In Phuket hätten das starke Wachstum und die hohe Nachfrage zahlreiche neue Anbieter angezogen, darunter auch Unternehmen, die gegen bestehende Vorschriften verstießen. Häufige Fälle seien etwa Unterhaltungsbetriebe mit verlängerten Öffnungszeiten trotz Beschränkungen, Ausländer ohne Arbeitserlaubnis als Reiseleiter, Fahrer oder im Sexgewerbe sowie illegal betriebene Geschäfte über Strohmänner. Solche Verstöße eröffneten laut Chinnawat Schlupflöcher für Bestechungsgelder, da Behörden die Aktivitäten trotz Regelverstößen weiterlaufen ließen.

Mehr Verstöße im Straßenverkehr durch Touristen

Zudem verwies er auf eine steigende Zahl ausländischer Verkehrsteilnehmer, die ohne Führerschein Motorräder mieteten oder Verkehrsregeln missachteten. Dies beeinträchtige die Lebensgrundlage lokaler Anbieter. Statt konsequenter Strafverfolgung würden in einigen Fällen Bestechungsgelder verlangt. Die Regierung müsse die Problematik daher entschlossener angehen und eine spezielle Arbeitsgruppe einsetzen. Neben strengeren Strafen seien auch Anreize notwendig, die regelkonformes Verhalten fördern und damit die Möglichkeiten für Korruption verringern.

Niedrige Löhne fördern Korruptionsrisiken

Auch Sanga Ruangwattanakul, Präsident der Khao San Road Business Association, sieht strukturelle Ursachen hinter der weitverbreiteten Bestechungspraxis in Touristengebieten. Niedrige Gehälter im Staatsdienst begünstigten Fehlverhalten einzelner Beamter. Er plädierte für eine Reform der Beschäftigungsbedingungen mit besseren Zusatzleistungen sowie härteren Sanktionen bei Korruption und Amtsmissbrauch. Gleichzeitig müsse das Genehmigungsverfahren für Unternehmen vereinfacht werden, etwa durch zentrale One-Stop-Services, um legale Geschäftsmodelle attraktiver zu machen. Derzeit müssten Betreiber von Unterhaltungsbetrieben Anträge bei mehreren Behörden einreichen, was illegale Aktivitäten begünstige.

Reformen sollen Imageschäden verhindern

Beschränkungen, die grundsätzlich legalisiert werden könnten, sollten nach Ansicht Sangas angepasst werden, während eindeutig rechtswidrige Praktiken konsequent verfolgt werden müssten. Andernfalls drohe dem Image des thailändischen Tourismus weiterer Schaden. Als Beispiel nannte er einen Vorfall vor einigen Jahren, bei dem Polizisten von einer taiwanischen Schauspielerin wegen eines E-Zigarettenverstoßes Bestechungsgeld verlangt haben sollen. Wäre der Fall nach regulären Verfahren behandelt worden, hätte er seiner Einschätzung nach weder internationale Aufmerksamkeit noch negative Auswirkungen auf die Stimmung im Tourismussektor ausgelöst.

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Andreas Brixa 16.02.26 13:44
Korruption
Warum die Korruption in Thailand so betonen.
Kehrt vor der eigenen Tür.
In Europa in USA sagt man halt Lobbyismus dazu.
Allein bei der Eu. Va. 24.000 2024
Und in meinem Heimatland Österreich Gibt es ausgeprägt das Wort Vitamin B(Beziehung)
Andreas Brixa 16.02.26 13:41
Korruption
Hier redet man von Korruption.
In Europa und Usa
Heißt das Lobbyismus
Allein in Brüssel sind über 24.000 Lobbyisten in der Eu tätig.
Und in meiner alten Heimat Österreich hieß und heißt das
Vitamin B ( Beziehung )
Max Freden 16.02.26 13:40
Dann wäre Thailand doch ein
Kandidat für die EU. Die Ukraine soll ja nächstes Jahr auch dazu gehören.
Dieter Kowalski 14.02.26 14:40
Die grassierende Korruption in Thailand beeinträchtigt alle Lebensbereiche, und nicht nur den Tourismus.
Ingo Kerp 14.02.26 14:00
Korruption in Thailand hat Tradition und wird auch so von allen wahrgenommen. Es ist üblich, bei Vergabe eines Auftrags 20-30% an Schmiergeld zu beziehen, was in der Kalkulation berücksichtigt wurde. Die Welt weiß um die Korruption und Machenschaften in Thailand und nutzt mit Sicherhit diesen Punkt aus. Somit leidet der Tourismussektor nicht, da sich auch Touris für ein paar Extra-THB den in oder anderen Vorteil sichern können.

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