Kampf gegen ausländische Banden in Thailand

Immigration plant Änderungen der Visaregeln

Polizeigeneral Surachate Hakparn sagt ausländischen Gangs in Thailand den Kapmf an. Foto: Siam Rath
Polizeigeneral Surachate Hakparn sagt ausländischen Gangs in Thailand den Kapmf an. Foto: Siam Rath

BANGKOK/PATTAYA: Die Königlich Thailändische Polizei (RTP) wird sich nun mit fünf großen Biker-Gangs im Lande befassen, nachdem sie am 21. Juli 2023 den Anführer, einen österreichischen Staatsbürger, und einige Mitglieder des Outlaws Motorcycle Club in Pattaya verhaftet hat.

Die Verhaftung des Bandenführers „Mr. Thomas“ folgt auf einen Vorfall, bei dem ein Bandenmitglied, Olaf B., in den Mord an Hans-Peter Mack, 62, einem deutschen Immobilienmakler in Pattaya im Juni verwickelt war.

Im Zusammenhang mit dem Mordfall hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen: Petra G., 54, Nicole F., 52, und Shahrukh U., 27.

Polizeigeneral Surachate Hakparn („Big Joke“), stellvertretender nationaler Polizeichef, erklärte gegenüber der „Bangkok Post“, dass die Polizei immer noch daran arbeitet, Verbrechen von Ausländern, die auf thailändischem Boden leben, auszurotten.

„Wir haben fünf große Gangs im Visier“, sagte er und fügte hinzu, dass es sich dabei um den Outlaws Motorcycle Club (Outlaws MC), den Hells Angels Motorcycle Club (Hells Angels), den Bandidos Motorcycle Club (Bandido Nation), den Mongols Motorcycle Club (Mongol Brotherhood) und den Vagos Motorcycle Club (Green Nation) handelt.

Die Outlaws haben ihre Netzwerke auch in Phuket und Koh Samui in Surat Thani, sagte er, und fügte hinzu, dass die anderen Gangs in anderen Teilen des Landes leben, hauptsächlich in Touristenorten.

Die Mitglieder der Banden fahren in der Regel große Motorräder wie Harley-Davidson-Motorräder, haben Tätowierungen und sind in den Vertrieb von Drogen und andere kriminelle Aktivitäten verwickelt, darunter Körperverletzung, Erpressung, Diebstahl, Kredithai, Betrug, Geldwäsche, versuchter Mord oder Mord, so Polizeigeneral Surachate.

Die meisten Gangs in Thailand werden von australischen Staatsbürgern geführt, sagte er und fügte hinzu, dass es sich um internationale, gesetzlose Motorradclubs handelt, die Mitglieder in vielen Ländern der Welt haben. Einige Mitglieder kommen nach Thailand und leben in Orten, die ausländische Touristen anziehen, wie Phuket, Pattaya und Koh Samui.

Ihre Zielscheibe sind Ausländer. Sie verlangen Schutzgebühren von Ausländern, die in Städten, in denen die Bande aktiv ist, Geschäfte machen wollen, oder entführen sie sogar gegen Geld.

„Sie tun Thais nichts, weil sie wissen, dass sie leichter in Schwierigkeiten geraten als Ausländer, die bald wieder in ihre Heimatländer zurückfliegen“, erklärte er.

Änderung des Gesetzes

Polizeigeneral Surachate nannte das Fehlen einer strengen Strafverfolgung und korrupte Beamte als weitere Gründe dafür, dass sich die Bandenmitglieder in Thailand niedergelassen haben.

Als Beispiel nannte er das Einwanderungsgesetz. Er sagte, dass das Gesetz von 1979 veraltet sei und geändert werden müsse.

So seien beispielsweise die Voraussetzungen für die Erteilung eines Ruhestands-Visums sehr einfach. Das Gesetz verlange von Ausländern, die mindestens 50 Jahre alt sind, dass sie mindestens 800.000 Baht auf ihrem Bankkonto haben oder eine Einkommensbescheinigung mit einem Monatsgehalt von mindestens 65.000 Baht vorlegen. Diese Anforderung ist zu niedrig und trägt nicht dazu bei, die Qualität der Bewerber zu überprüfen, betonte Polizeigeneral Surachate.

Da die Beamten der Einwanderungsbehörde (IB) die Kontoauszüge nicht überprüfen, haben einige Ausländer die Möglichkeit, ihre Bankkonten zu verschleiern.

Einige erhalten sogar Hilfe von Visa-Agenturen oder Beamten der Einwanderungsbehörde, wie in dem Fall, in dem 107 Beamte der Einwanderungsbehörde im Februar 2023 mehr als 3.000 chinesischen Staatsangehörigen, die in „graue“ Geschäfte verwickelt sind, geholfen haben, ein Visum zu erhalten, sagte er.

Strengere Visakriterien könnten dazu beitragen, die Einreise von Bandenmitgliedern oder Personen, die auf internationalen schwarzen Listen stehen, zu verhindern.

„Wenn es noch Mafiabanden gibt, fühlen sich Ausländer nicht sicher. Sie wollen dann vielleicht nicht nach Pattaya reisen oder an der Ostküste investieren. Dies fügt dem Land großen Schaden zu“, fügte er hinzu.

Vertrauen aufbauen

Polizeigeneral Surachate sagte, dass die Polizei bei Einheimischen und Ausländern Vertrauen aufbauen müsse. Sie muss die Gesetze durchsetzen und die Sicherheit der internationalen Besucher gewährleisten.

„Wir werden die bösen Buben nicht nur unter den Banden ausrotten, sondern auch unter den Polizeibeamten und den Behörden, die mit Ausländern zu tun haben. Wir müssen dafür sorgen, dass sich unsere ausländischen Besucher sicher fühlen, wenn sie nach Thailand kommen“, sagte er.

Als weiteres Beispiel nannte er einen Vorfall, bei dem eine 22-jährige chinesische Studentin gegen ein Lösegeld von 500.000 Yuan (2,3 Millionen Baht) von ihrer in China lebenden Familie entführt wurde.

Die Studentin wurde gefoltert und ermordet aufgefunden, und ihre Leiche wurde im April 2023 in einem Graben in Nonthaburi entsorgt. Die Kidnapper wurden in China verhaftet.

Die Nachricht von diesem Vorfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer und versetzte viele chinesische Besucher in Angst und Schrecken, die daraufhin beschlossen, nicht in das Königreich zu reisen.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich im März 2023, als die Polizei drei chinesische Staatsangehörige festnahm, die eine Landsfrau in Bangkok entführt und 3,2 Millionen Baht von ihr erpresst hatten.

Er sagte, dass die chinesische Botschaft ihre Bürger auch vor Betrügereien gewarnt habe, um sie davor zu bewahren, Opfer von Betrügereien zu werden. Die Vorfälle zeigen, dass die chinesischen Besucher um ihre Sicherheit in Thailand besorgt sind.

„Wenn es uns nicht gelingt, Verbrechen an Ausländern zu unterbinden, werden nicht nur chinesische Besucher nicht kommen, sondern auch Besucher aus anderen Ländern, z. B. aus Europa, werden Thailand meiden“, sagte er. Sobald eine neue Regierung im Amt ist, wird er über den Polizeichef vorschlagen, dass das neue Kabinett das Einwanderungsgesetz ändert, insbesondere im Hinblick auf die Verlängerung von Visa.

„Wir werden das Gesetz verschärfen, um kriminelle Ausländer auszusortieren, aber das Gesetz wird auch ein Instrument sein, um Ausländern zu helfen, insbesondere Investoren, die ein Fünfjahresvisum erhalten können, ohne jedes Jahr überprüft werden zu müssen“, erläuterte er.

In Bezug auf Biker-Banden sagte er, dass die Outlaws-Bande nun aus Pattaya vertrieben worden sei. Die Polizei weitet ihre Ermittlungen gegen die Bande nun auf Phuket und Koh Samui aus.

„Wenn die Polizei das Gesetz strikt durchsetzt, wird es solche kriminellen Banden nicht geben. Aber wenn wir nachlassen oder uns bestechen lassen, werden diese internationalen kriminellen Organisationen das wittern und nach Thailand kommen und Unruhe stiften. Das müssen wir im Interesse der Sicherheit aller Menschen verhindern“, betonte er.

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Michel Maillet 03.08.23 02:00
Täuschen Sie sich nicht
Und Herr Harald, richtig erkannt! Die Outlaws und Bandidos, Hells Angels etc... haben nicht nur in Thailand ansässige oder verweilende ausländische Mitglieder. Es gibt bei denen ein viel stärkeres Aufkommen an nationalen Mitgliedern. Und da mischen wir uns besser nicht ein! Sonst sind die beiden in schwarz gekleideten Geldeintreiber bei Spielschulden auf ihrer kleinen 250er CB Honda Chopper, ihr kleinstes Übel!
Harald N.. 02.08.23 21:30
Kampf den ausländischen Banden...
...damit die inländischen keine Konkurrenz haben? War ein Scherz.
Aber sollte Big Joke das Gesetz nicht generell auf alle Menschen in Thailand anwenden.
Michel Maillet 02.08.23 20:40
Big Joke
Tut gar nichts...das liegt nicht in seinem Zuständigkeitsbereich Gesetze zu ändern, nur die Einhaltung zu gewähren!
David Ender 02.08.23 19:30
Ha ha Hr Alex
Bin kein Urologe oder Psychoanalytiker - doch dass Leute die sich derart pubertaer als Rebellen oder Piraten verkleiden und mit maximalem Laerm krampfhaft auf sich aufmerksam machen muessen im Leben irgendwie (oder irgendwo) "zu kurz" gekommen sind, ist schon sehr naheliegend. Nunja, Gottes Zoo hat viele Tiere - und manche sind eben laestiger als andere.
leschim alex 02.08.23 18:10
@David Ender : Zu ihrem Thai-Nachbarn .....
..... mit der unnoetig - illegal - lauten Harley faellt mir nur ein :
The bike is big - but small is the dick !
David Ender 02.08.23 18:10
Klar Hr Maillet ...
... kann die Marke nix dafuer. Bin selbst Big Bike Fahrer, aber mit Originalauspuff. Doch wer in "Hells Angels" oder sonstigen latent verhaltensgestoerten Kreisen auf sich haelt, ballert natuerlich mit ner echten Harley durchs Milieu - aufgebohrt auf maximalen Krawall. Schlecht fuer unsere Ohren, schlecht fuer unser Image als Westler - und eben auch fuer die US-Marke. Mal sehen was Big Joke nun tut. Hoffe der zeigt diesen Lederkasperles jetzt wo der Hammer haengt. Wir wollen hier in Ruhe und Frieden mit den Thais leben ... denke das wollen 99% der ordentlichen Farangs hier.
Axel Plenkers 02.08.23 17:06
Vielleicht sollte Polizei-General Big Joke den Europäischen Ländern, vor allem Deutschland mal zeigen wie man mit Kriminellen Clans und Motorrad Clubs umgehen sollte, sie aus dem Land befördert oder auch für immer ausrottet. In Deutschland bekommen wir sowas nicht hin, aber nicht weil es bei uns zuviele korrupte Menschen gibt, sondern weil die Personen(Staat) Gesetzte schaffen die es verhindern mit den Kriminellen das zu machen was eigentlich richtig wäre.
Michel Maillet 02.08.23 16:20
Darum Herr Ender
geht es nicht. Sie haben vollkommen recht sich über den Lärm zu ärgern. Jedoch ist das ebenso bei einer japanischen Intruder (ebenfalls V2 Motor) einer Virago oder zahlreichen anderen Motorrädern mit veränderter Auspuffanlage. Das kontroverse an der Sache ist, dass der Fahrer mit Krach nicht einmal entspannte Touren fahren kann es sei denn sein Tinnitus ist stärker als die Fahrgeräusche. Eine Harley und alle anderen big bikes sind im Originalzustand ausgesprochen leise. Einige japanische Motorräder sind für Leute die sich nicht mit den Marken auskennen sogar als Harley zu erkennen obwohl es keine ist. Für Kenner ist das kein Problem. Es ist immer eine Art Macho Gehabe mit viel Krach auf sich aufmerksam zu machen (siehe Soi Yensabai) darin liegt das Problem und reduziert sich nicht auf die eine Marke. Übrigens: auf thai "pik" - chilischotten (genetisch aus Südamerika, wie die Kartoffeln) "pik thai" - Pfeffer eine in Südostasien heimische Pflanze seit langer Zeit. Daher kommt auch der Ausdruck als die Gewürz beladenen Handelsschiffe seit mehreren hunderten Jahren Pfeffer aus Indien ua. nach Europa shipperten. Geh dahin wo der Pfeffer wächst!
David Ender 02.08.23 15:50
Herr Maillet ...
... Sie sollten mal bei mir in der Gated Community am Pool sitzen, wenn der uebernaechste Nachbar (ein eigentlich ganz netter Thai) abends seine Harley anballert, dann laut bollernd durchs Village Richtung Gate kutschiert und dabei regelmaessig Auto-Alarmanlagen anspringen. Wer sowas noetig hat und allen anderen mit einem peinlichen Oldtimer (Bauart) derart unnoetig lautstark aufn Keks geht - wie klassifizieren Sie Hr Maillet denn solche Typen (99% Maenner mit Bierwampe) denn konkret so? Laermbestimmungen gelten nicht fuer Harley-Fahrer? Scheint so. ... Doch mein Text bezieht sich ja auf die bekannten "Banden"-Jungs in auffaellig engem Leder und pubertaeren Totenkoepfen dran. Jeder soll leben und machen wie und was er will. Doch ein Mindestmasz an Ruecksicht darf man wohl schon noch verlangen? (PS: Mein Harley-Problem loest sich soeben von selbst, weil der Typ so ueberschuldet ist, dass sich die Bank gerade sein Haus krallt und die Frau mit Kind und Hund bereits ueber alle Berge ist. Dieser ueble Bock knackert hier nicht mehr lange - ... die Harley meine ich. :-)
Michel Maillet 02.08.23 15:00
Wie liberal Herr Ender
Gleich dreimal stigmatisieren Sie in einem Kommentar eine Motorradmarke, wünschen einige deren Besitzer dorthin wo der Pfeffer wächst (und genau dort sind die ja) übersehen dass mehrere der im Bericht genannten Gangs auch japanische/deutsche/englische bikes fahren die auch durchaus Krach machen können sofern man es darauf anlegt. Ihr Ärger über Verschärfung von Visa Regeln ist allerdings durchaus verständlich aber es reicht schon wenn die bestehenden Regeln angewandt werden!
Michel Maillet 02.08.23 14:30
Herr Ender
Leider wächst der Pfeffer in Thailand
Wildfried Mond 02.08.23 13:20
Leider wird nicht erkannt,
dass es bereits heute Expats gibt, die keine 800.000 Baht auf dem Konto haben und auch keine 60.000 Baht Einkommen erzielen. Für die gibt es in Pattaya wohl nicht nur eine Agentur, die dennoch die jährliche Aufenthaltsgenehmigung bekommt.

und weiterhin wird nicht erkannt, dass Verbrecher i.d.R erhebliches Vermögen besitzen und es sehr einfach für sie ist, ein 20 Jahre gültiges Superior Elite Visum zu kaufen, weil die 1 Million Baht leicht verschmerzbar ist.

Auch gibt es in den aufgeführten Motorrad Clubs viele harmlose Mitläufer. In den meisten Fällen geht es nur um die Führungsfiguren.

David Ender 02.08.23 13:00
Zwei Tipps an diese "Banden"
Erstens: Packt Eure geoelten Lack und Leder-Buben zusammen, mitsamt ihren fetten Bierwampen und nach Hilfe bruellenden Chromspielzeugen aus Indiana - und verschwindet dahin wo der Pfeffer waechst. Selbst als liberaler Mensch, der jedem seinen Spass goennt sage ich - wer ruecksichtslos rumpoltert, hat keine Ruecksicht verdient. Abflug! Und zweitens - kleiner Tipp: Wenn Ihr Ganoven schon eine "Bande" gruendet - dann nennt den Verein doch besser "Tom's Lederbuben", "Charlies Violinschule" oder "Fidele Saunaknaben", anstatt "Outlaws", "Rebels" oder "Bandidos". So kommt Euch die Polizei nicht so schnell auf die Schliche?
Der Gedanke ist aber vielleicht zu komplex fuer diese verschwitzten Minderbegabten in ihren pubertaeren Lederwesten mit "voll krassen" Totenkoepfen und chicen Chromkettchen dran. Ich will hier niemanden mit laestiger Logik ueberfordern. Gluek Auf! (Tipp an die Thai Police: Zieht jede laut polternde Harley ausm Verkehr und spendet sie den Hungernden in Somalia. Dann sind diese Psychos schneller aus Thailand draussen als man "Harley" sagen kann. Versprochen!)
Ingo Kerp 02.08.23 12:30
Egal was oder wie der Polizeigeneral "Big Joke" es anfaßt und bezeichnet, er gibt offiziell zu, das es korrupte Beamte gibt, im Zusammenhang von Visavergaben. Das ist zwar bisher jedem Expat bekannt gewesen, dennoch erstaunlich, das es von hoechster Seite bekanntgegeben wurde. Natürlich gibt es etliche Moeglichkeiten sich ein Visum zu besorgen, dabei ist nicht die Frage wo sondern, wieviel soll/darf es kosten?
Kradi 02.08.23 11:10
Toll. Da haben also die etwa 98 Prozent nicht kriminellen Ruheständler, die nichts anderes als einen gemütlichen Lebensabend verbringen wollen, mit verschärften Vorschriften zu rechnen. Dies weil kriminelles Pack aller Art ihr Unwesen in diesem Land treibt. Vielleicht überlegt sich jetzt der eine oder andere Normalo, welche Bars und Restaurants er frequentiert....je nach Besitzer lässt man es besser bleiben. Ist übrigens einfach zu erkennen welche, nur schauen was vor dem Laden parkiert ist.

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