BANGKOK: Kambodschas jüngste Versuche, die USA in den Grenzkonflikt mit Thailand hineinzuziehen, deuten laut Experten weniger auf eine Abkehr von China als auf den Versuch hin, internationale Unterstützung zu gewinnen.
Dulyapak Preecharush, Vizedirektor des Instituts für Ostasienstudien an der Thammasat-Universität, sieht in Phnom Penhs Taktik ein riskantes Balance-Spiel zwischen den beiden Supermächten.
Hun Manet öffnet sich den Vereinigten Staaten
Obwohl Kambodscha traditionell eng mit China verbunden ist, streckt es unter Premierminister Hun Manet zunehmend die Fühler in Richtung Washington aus – insbesondere seit Verzögerungen beim Bau des von China unterstützten Funan-Techo-Kanals. Die Ankunft eines US-Kriegsschiffs im chinesisch dominierten Hafen von Sihanoukville wertet Dulyapak als symbolischen Schritt. Sollte Washington strategischen Zugang zu kambodschanischen Marinestützpunkten erhalten, könnte dies Peking als Provokation werten.
Golf von Thailand als Zündstoff der Region
Thailand dürfe laut Dulyapak Kambodschas geopolitisches Kalkül nicht unterschätzen. Der Golf von Thailand, bisher zwischen Thailand, Kambodscha, Vietnam und Malaysia geteilt, drohe zu einem neuen geopolitischen Brennpunkt zu werden. Auch ein Vorstoß Kambodschas vor den Internationalen Gerichtshof (IGH) dürfte wenig Wirkung zeigen, da Thailand – ebenso wie die USA – dessen Zuständigkeit nicht anerkennt. Entscheidend sei vielmehr, ob Bangkok ein Kriegsverbrechensverfahren gegen Hun Sen vor dem Internationalen Strafgerichtshof anstrebe.
Hun Sens Spiel mit alten und neuen Partnern
Der Politikwissenschaftler Wanwichit Boonprong von der Rangsit-Universität bezeichnet das kambodschanische Vorgehen als „kalkuliertes Spiel“, das sich an Hun Sens bekannte Strategie anlehne, alte Verbündete zugunsten neuer, vorteilhafterer Beziehungen zu verlassen. Ein Motiv sei auch Chinas hartes Durchgreifen gegen illegale Netzwerke, das Kambodschas Schattenwirtschaft beeinträchtige. Ungeachtet der diplomatischen Annäherung an die USA glaubt Wanwichit nicht an ein chinesisches Eingreifen im Grenzkonflikt. Thailand müsse nun seine diplomatischen Kapazitäten stärken. „Wir sind vielleicht keine Meister der öffentlichen Klage, aber im Lobbying sind wir führend“, so Wanwichit.
Annäherung an USA ohne Bruch mit China
Virot Ali, Dozent für internationale Beziehungen an der Thammasat-Universität, betont, Kambodschas Annäherung an die USA diene primär der Interessenmaximierung. Ein vollständiger Bruch mit China sei aufgrund wirtschaftlicher Abhängigkeiten ausgeschlossen. Die US-Zugeständnisse – etwa eine reduzierte Einfuhrzollrate – seien Anreize, die Phnom Penh zur Annäherung bewegten. Gleichwohl sei der internationale Einfluss begrenzt. „Die Fakten vor Ort sprechen eine andere Sprache – viele internationale Beobachter wissen, dass Kambodscha die Waffenruhe nicht respektierte und Zivilisten attackierte“, sagt Virot. Die Wiederaufnahme gemeinsamer Militärübungen mit den USA sieht er als Teil einer größeren US-Strategie zur Eindämmung Chinas.
Thailand soll diplomatisch nachlegen
Der Sicherheitsexperte Panitan Wattanayagorn rät Thailand zu erhöhter Wachsamkeit und einer Neuausrichtung der US-Beziehungen, insbesondere über die langjährigen militärischen Verbindungen. Der Besuch einer Delegation der kambodschanischen Streitkräfte bei der US-Indo-Pazifik-Kommandozentrale zeige Phnom Penhs Ambitionen, ein Gegengewicht zu China zu schaffen. Er warnt jedoch, dass Washingtons ambivalente Haltung gegenüber Thailand Kambodscha international in die Karten spielen könnte. Im Streit um historische Tempelruinen solle Thailand verstärkt multilaterale Gremien wie die UNESCO einbinden, aber gleichzeitig bilateral verhandeln. „Wir müssen unsere Diplomatie ausweiten und Kambodschas Einfluss auf internationale Narrative zurückdrängen“, so Panitan.
Die korrupten Kambodschaner unternehmen nicht nur nichts dagegen sondern beschützen es, weil hier ganz groß Kasse gemacht wird. Und weil die Thais das selber in die Hand nehmen wollte bzw. das auch teilweise getan haben, haben die Leute, deren Geldhahn etwas abgedreht wurde die Kambodschanische Armee losgeschickt. Und nachdem die gar keinen wirklich konkreten Auftrag gehabt hat sondern einfach nur die Grenzregion besetzen/beschützen haben sie einfach wie wild "rüber geballert". Es geht den Kambodschanischen Politeliten einfach nur darum ihr illegalen Einkünfte zu sichern.
Die Grenze und der Tempel interessiert in Wahrheit überhaupt keine Sau. Recherchier mal nach der gekappten Internet und Stromleitung, dann wirst du schlauer.