IWF gibt Argentinien weitere Milliarden

Der argentinische Wirtschaftsminister Sergio Massa spricht bei der IDB in Washington DC zu den Medien. Foto: epa/Will Oliver
Der argentinische Wirtschaftsminister Sergio Massa spricht bei der IDB in Washington DC zu den Medien. Foto: epa/Will Oliver

Das südamerikanische Land steckt seit Jahren in einer Krise. Doch der IWF sieht Potenzial, dass die neue Regierung von Javier Milei nötige Reformen schafft. Und unterstützt ihn jetzt mit weiteren 4,7 Milliarden Dollar.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat dem hoch verschuldeten Argentinien eine weitere Kredittranche über 4,7 Milliarden US-Dollar (etwa 4,3 Mrd Euro) zur sofortigen Auszahlung bewilligt. Mit der Tranche wolle man die «starken politischen Bemühungen» der neuen Regierung von Präsident Javier Milei unterstützen, die makroökonomische Stabilität wiederherzustellen und das Programm wieder auf Kurs zu bringen.

Der seit Dezember regierende Milei hatte die Wahl mit radikalen Forderungen nach einer wirtschaftlichen und politischen Kehrtwende gewonnen. Gegen seinen Reformkurs gab es große Proteste und vor Kurzem einen Generalstreik.

Der IWF hatte Argentinien 2018 den größten Kredit seiner Geschichte über 57 Milliarden Dollar gewährt. Mit der jetzt bewilligten Tranche erreichten die bisher ausgezahlten Kreditgelder etwa 40 Mrd. Dollar, teilte der IWF am Mittwoch weiter mit.

Das damals vereinbarte Programm seit erheblich vom Kurs abgekommen, was die inkonsequente Politik der vorherigen Regierung widerspiegele, sagte IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa laut Mitteilung. «Inmitten dieses schwierigen Erbes - hohe und steigende Inflation, erschöpfte Reserven und hohe Armutsraten - ergreift die neue Regierung mutige Maßnahmen zur Wiederherstellung der makroökonomischen Stabilität und zur Beseitigung langjähriger Wachstumshemmnisse.» Einzelne Tranchen werden jeweils nach technischen Überprüfungen freigegeben, bei denen Argentinien nachweisen muss, die vom IWF geforderten Reformen umzusetzen.

Argentinien steckt seit Jahren in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate liegt bei 115 Prozent. Das Land leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht. Die Landeswährung Peso wertet gegenüber dem US-Dollar immer weiter ab, der Schuldenberg wächst ständig.

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