PATTAYA: Die Einwanderungsbehörde von Chonburi hat eine groß angelegte Aktion gegen eine Gruppe von Kräuterverkäufern durchgeführt, die Touristen mit fragwürdigen Gesundheitsversprechen täuschen sollen. Dabei wurden sechs pakistanische Staatsangehörige festgenommen. Die Verdächtigen sollen Touristen mit Versprechen wie „mehr Haarwuchs“ und „weniger Bauchfett“ zum Kauf teurer Produkte verleitet haben und damit dem Image Pattayas erheblich geschadet haben.
Am Freitag (19. Juni 2026) um 00.11 Uhr ordnete Pol. Col. Napatsapong Kosit Suriyamanee, Leiter der Einwanderungspolizei von Chonburi, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Pol. Lt. Col. Kawinwat Ariyasuriwong eine sofortige Razzia an. Die Ermittlungs- und Fahndungseinheit unter Leitung mehrerer Beamter nahm dabei sechs pakistanische Staatsbürger fest.
Teure Kräuter mit falschen Versprechen
Den Ermittlungen zufolge betrieben die Verdächtigen Kräutergeschäfte in Pattaya und warben mit übertriebenen Heilversprechen. Besonders ausländische Touristen, vor allem indische Besucher mit Übergewicht oder Haarausfall, seien gezielt angesprochen worden. Die Verkäufer hätten behauptet, ihre Produkte könnten innerhalb weniger Wochen neues Haarwachstum fördern und Bauchfett reduzieren. Die angebotenen Waren wurden für Preise von einigen Hundert bis zu mehreren Zehntausend Baht verkauft.

Viele Touristen seien auf die Versprechen hereingefallen. Einige hätten sich sogar unter Druck gesetzt oder eingeschüchtert gefühlt, die Produkte zu kaufen. Spätere Überprüfungen ergaben jedoch, dass es sich lediglich um gewöhnliche Produkte handelte, die frei im Handel erhältlich sind.
Aggressives Auftreten der Gruppe
Zusätzlich waren die Verdächtigen bereits zuvor negativ aufgefallen. So sollen sie den Vorsitzenden der Indian Association Pattaya beleidigt haben, als dieser ein Warnvideo für indische Touristen aufnahm. Dabei kam es zu einem heftigen Streit. Zudem sollen einzelne Mitglieder der Gruppe Kunden körperlich angegriffen haben, wenn diese die angebotenen Kräuterprodukte nicht kaufen wollten oder ein Angebot ablehnten.

Für die aktuelle Operation setzte die Polizei einen indischen Informanten ein, der sich als Tourist ausgab. Die Ermittler beobachteten die Verdächtigen entlang der Pattaya Beach Road und der Second Road. Dort sprachen sie gezielt Touristen an, warben mit übertriebenen Versprechen und führten potenzielle Kunden anschließend in ihre Geschäfte, wo die Produkte zu stark überhöhten Preisen verkauft wurden.

Nach Angaben der Ermittler zahlten einige Opfer mehrere Zehntausend Baht für die Produkte. Bei der Durchsuchung eines Geschäfts fanden die Beamten zahlreiche Quittungen mit einem Gesamtwert von mehr als 300.000 Baht. Einzelne Geschädigte sollen sogar mehr als 60.000 Baht verloren haben.
Neue Gruppen rücken immer nach
Die Einwanderungspolizei erklärte, dass ähnliche Netzwerke bereits mehrfach zerschlagen worden seien. Nach einiger Zeit würden jedoch häufig neue Gruppen mit ähnlichen Methoden auftauchen. Um Kontrollen zu umgehen, würden inzwischen oft Thailänder als Verkäufer in den Geschäften eingesetzt, während die eigentlichen Organisatoren im Hintergrund blieben.

Bei den Vernehmungen gaben die meisten Festgenommenen an, mit Touristenvisa nach Thailand eingereist zu sein. Ihre Aufgabe habe darin bestanden, Touristen in die Geschäfte zu locken und dafür eine Provision aus den Verkäufen zu erhalten.

Die sechs Verdächtigen wurden wegen „Arbeitens ohne gültige Arbeitserlaubnis“ angeklagt und an die Ermittler der Polizeistation Pattaya City übergeben. Die Behörden wollen nun die Hintermänner des Netzwerks identifizieren und weitere Beteiligte zur Rechenschaft ziehen.