PATTAYA: Der Vorsitzende der Indian Association Pattaya hat bei der Polizei Anzeige gegen einen pakistanischen Staatsbürger erstattet. Der Mann soll während der Aufzeichnung eines Warnvideos für Touristen obszöne Gesten vor der Kamera gezeigt haben. Die Polizei verhängte später eine Geldstrafe wegen Beleidigung.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend (16. Juni 2026) auf der Polizeiwache von Pattaya. Lakhsman Singh, Vorsitzender der Indian Association Pattaya, hatte zuvor ein Video aufgenommen, um indische Touristen vor mutmaßlichen Betrugsmaschen im Zusammenhang mit überteuerten Kräuterprodukten zu warnen. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem pakistanischen Staatsbürger.
Polizei verhängt 2.000 Baht Strafe
Nach Angaben von Singh soll der Mann während der Videoaufzeichnung obszöne Gesten vor der Kamera gezeigt haben.

Die Polizei brachte beide Parteien zur Befragung auf die Wache. Anschließend wurde gegen den 30-jährigen Pakistaner wegen Beleidigung in unmittelbarer Gegenwart einer Person eine Geldstrafe von 2.000 Baht verhängt. Danach wurde er wieder entlassen.

Während Reporter den Fall auf der Polizeiwache verfolgten, meldete sich ein weiterer Betroffener. Ein Tourist aus Bangladesch erklärte, dass er von mehreren Männern angesprochen und schließlich zum Kauf teurer Kräuterprodukte gedrängt worden sei.
Tourist fühlte sich unter Druck gesetzt
Nach seiner Schilderung wurde er zunächst am Pattaya Beach angesprochen. Die Männer hätten behauptet, ihre Produkte könnten gesundheitliche Beschwerden lindern und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern. Obwohl er mehrfach ablehnte, habe er sich durch die Situation zunehmend unter Druck gesetzt gefühlt.

Später sei er in ein Kräutergeschäft gebracht worden, wo verschiedene Produkte präsentiert und zubereitet worden seien. Aus Angst habe er schließlich mehr als 10.000 Baht bezahlt.
Reporter suchen Geschäft auf
Gemeinsam mit dem Touristen suchten Reporter anschließend das betreffende Geschäft auf. Vor Ort fanden sie eine mit Sichtschutz versehene Ladenfront sowie Schilder mit Fotoverbot vor. Mehrere Personen verließen den Bereich, als Journalisten und der Tourist eintrafen.

Eine Mitarbeiterin bestätigte später, dass ausländische Vermittler regelmäßig Touristen in das Geschäft bringen würden. Dort würden verschiedene Kräuterprodukte verkauft. Eigentümer sei nach ihren Angaben ein pakistanischer Staatsbürger, dessen Ehefrau Thailänderin sei.
Tourist erhält 8.000 Baht zurück
Nach Gesprächen erklärte sich das Geschäft bereit, dem Touristen 8.000 Baht zurückzuerstatten. Als Begründung wurden Wechselkurs- und Transaktionskosten angeführt, da die ursprüngliche Zahlung in Euro erfolgt sei. Der Geschädigte akzeptierte die Rückzahlung und verzichtete auf weitere Forderungen.

Der Mann zeigte sich erleichtert über die teilweise Rückerstattung, gab jedoch an, sich weiterhin unsicher zu fühlen. Ursprünglich habe er eine Woche in Pattaya verbringen wollen. Nach dem Vorfall entschied er sich jedoch, seine Reise vorzeitig abzubrechen und am folgenden Tag in sein Heimatland zurückzufliegen.
Beschwerden häufen sich
Nach Angaben einer Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen sollen ähnliche Beschwerden bereits mehrfach bei den Behörden eingegangen sein. Betroffen seien Touristen verschiedener Nationalitäten gewesen. Die gemeldeten Schäden hätten von mehreren Zehntausend bis zu über 100.000 Baht gereicht.

Der Fall sorgt erneut für Diskussionen über den Schutz von Touristen in Pattaya. Beobachter fordern eine umfassende Überprüfung möglicher Vermittlernetzwerke, der beteiligten Geschäfte sowie der Herkunft und Zulassung der angebotenen Produkte. Kritiker warnen, dass wiederholte Vorfälle dieser Art das Vertrauen internationaler Besucher in den Tourismusstandort Pattaya langfristig beeinträchtigen könnten.