Neue Opfer der Kräuterbetrugsmasche

Zwei Australier verlieren in Pattaya fast 15.000 Baht

Ein Polizeibeamter und die Geschädigten stehen vor dem Geschäft, in dem die umstrittenen Kräuterprodukte verkauft worden sein sollen. Bild: TMN.TV
Ein Polizeibeamter und die Geschädigten stehen vor dem Geschäft, in dem die umstrittenen Kräuterprodukte verkauft worden sein sollen. Bild: TMN.TV

PATTAYA: Die mutmaßliche Kräuterbetrugsmasche in Pattaya sorgt erneut für Schlagzeilen. Über ähnliche Fälle hatte DER FARANG bereits mehrfach berichtet. Nun wurden zwei australische Touristen nach eigenen Angaben zum Kauf angeblicher Kräuter- und Schlankheitsprodukte überredet und verloren dabei fast 15.000 Baht. Die Polizei ermittelt.

Am Donnerstag (18. Juni 2026) gegen 18.09 Uhr erhielt die Einsatzzentrale der Polizei von Pattaya die Meldung, dass ausländische Touristen durch den Verkauf von Kräuterprodukten und Schlankheitskaffee zu stark überhöhten Preisen betrogen worden seien. Polizeibeamte und Medienvertreter begaben sich daraufhin zu dem Geschäft an der Pattaya Second Road.

Mit Wunderkaffee in die Falle gelockt

Dort trafen sie auf die beiden australischen Touristen, 56 und 29 Jahre alt. Nach ihren Angaben seien sie von zwei ausländischen Männern angesprochen und in das Kräutergeschäft an der Pattaya Second Road gelockt worden. Die Verkäufer hätten einen angeblich besonders wirksamen Kräuterkaffee zur Gewichtsreduktion angepriesen.

Das betreffende Geschäft wirbt mit natürlichen Kräutern und pflanzlichen Produkten. Bild: TMN.TV
Das betreffende Geschäft wirbt mit natürlichen Kräutern und pflanzlichen Produkten. Bild: TMN.TV

Zunächst sei das Produkt für 4.600 Baht angeboten worden. Durch geschickte Überredungskünste sei der Preis anschließend auf 9.600 Baht erhöht worden. Letztlich hätten die Verkäufer insgesamt 14.600 Baht für lediglich zwei Beutel Kräuterkaffee verlangt. Die Verkäufer bewarben das Produkt als wirksames Mittel zur Gewichtsreduktion.

Verkäufer offenbar rechtzeitig geflohen

Nachdem Zweifel aufgekommen waren, wandten sich die Touristen an ihren Fahrer. Dieser warnte sie, möglicherweise Opfer einer bekannten Betrugsmasche geworden zu sein. Daraufhin verständigten sie die Polizei. Als Beamte und Journalisten das betreffende Geschäft aufsuchten, fanden sie zwar die ausgestellten Waren vor, jedoch keine Verkäufer oder Mitarbeiter. Nach Einschätzung der Beteiligten hatten die Verdächtigen den Ort offenbar bereits verlassen.

Die beiden Australier zeigen die erworbenen Packungen Kräuterkaffee, für die sie fast 15.000 Baht bezahlt haben. Bild: TMN.TV
Die beiden Australier zeigen die erworbenen Packungen Kräuterkaffee, für die sie fast 15.000 Baht bezahlt haben. Bild: TMN.TV

Der 49-jährige Taxifahrer, der die beiden Australier zuvor zur Besichtigung einer Eigentumswohnung in Pattaya gefahren hatte, erklärte, dass seine Fahrgäste ursprünglich lediglich ein Mittel gegen Bauchschmerzen hätten kaufen wollen. Deshalb habe er ihnen empfohlen, einen nahegelegenen Convenience Store aufzusuchen. Dort seien sie jedoch von den Verdächtigen angesprochen und mitgenommen worden.

Taxifahrer erkennt die Betrugsmasche

Da ihm die Situation ungewöhnlich vorkam, habe er einen Begleiter der Touristen gefragt, ob dieser die Männer kenne. Als dies verneint wurde, warnte er die Gruppe umgehend. Er habe bereits Berichte und Videos in sozialen Medien über ähnliche Betrugsfälle gesehen.

Einer der mutmaßlichen Verkäufer spricht die Touristen auf der Straße an. Bild: TMN.TV
Einer der mutmaßlichen Verkäufer spricht die Touristen auf der Straße an. Bild: TMN.TV

Die Polizei empfahl den Geschädigten, bei der Polizeistation Pattaya Anzeige zu erstatten und den Vorfall offiziell zu dokumentieren. Auch wenn die Touristen den finanziellen Schaden als vergleichsweise gering betrachteten, sei eine Anzeige wichtig, um Ermittlungen gegen die Tätergruppe voranzutreiben.

Fotos und Videos als Beweismittel

Anschließend übergaben die beiden Australier den Ermittlern Fotos und Videoaufnahmen der mutmaßlichen Täter, die sie zuvor aufgenommen hatten. Diese sollen nun als Beweismittel dienen.

Die Geschädigten schildern den Vorfall und präsentieren die gekauften Produkte als Beweismittel. Bild: TMN.TV
Die Geschädigten schildern den Vorfall und präsentieren die gekauften Produkte als Beweismittel. Bild: TMN.TV

Die Geschädigten erklärten gegenüber Journalisten zudem, dass ihnen die verlorene Geldsumme weniger wichtig sei als der Schutz anderer Besucher. Sie forderten die Behörden auf, konsequent gegen die Täter vorzugehen, damit künftig keine weiteren Touristen Opfer der Masche werden. Eine Rückerstattung des Geldes verlangten sie nach eigenen Angaben nicht.

Kritik an fehlendem Durchgreifen

Der Fall ist kein Einzelfall. Über die seit Jahren bekannte Kräuterbetrugsmasche in Pattaya wurde bereits mehrfach berichtet. Erst vor wenigen Tagen warnte der Präsident der indischen Gemeinschaft in Pattaya erneut vor den Aktivitäten der mutmaßlichen Täter, die Touristen regelmäßig um hohe Geldbeträge bringen sollen.

Auf der Polizeiwache erstatten die Touristen Anzeige und übergeben Beweismaterial an die Ermittler. Bild: TMN.TV
Auf der Polizeiwache erstatten die Touristen Anzeige und übergeben Beweismaterial an die Ermittler. Bild: TMN.TV

Trotz wiederkehrender Beschwerden und öffentlicher Warnungen beklagen Anwohner und Betroffene, dass bislang keine nachhaltige Lösung des Problems erkennbar sei.

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Carl Weber 19.06.26 10:20
Merkwuerdig
Obwohl die Betrugsmasche mit den "Heil-Kraeutern" seit Jahren fuer wiederkehrende Meldungen sorgt - geschieht nichts! Ein Schelm, wer hier Boeses denkt!
Norbert Schettler 19.06.26 10:00
Wenn das so ist
und die beiden Australier den Schaden als gering betrachten, auch die zu hohe Summe nicht zurück verlangen, kann von verlorenem Geld ja keine Rede sein. Wohl eher eine Präventionsmaßnahme.

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