BANGKOK: Die internationale Hotelkette IHG Hotels & Resorts sieht in Thailand weiterhin einen Mangel an Hotelzimmern und plant, ihr Engagement im Land in den kommenden drei bis fünf Jahren deutlich auszubauen. Nach Angaben von Konzernchef Elie Maalouf sei Thailand im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nach wie vor „unterversorgt“, was sich in dauerhaft hohen Auslastungsquoten vieler Hotels widerspiegele.
Maalouf verwies darauf, dass Thailand und andere Destinationen in Südostasien über solide Grundlagen für die weitere Entwicklung des Tourismussektors verfügten. Dazu zählten insbesondere eine wachsende Mittelschicht, der Ausbau der Infrastruktur sowie ein dichtes Netz internationaler und regionaler Flugverbindungen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich das Unternehmen optimistisch sowohl für das Tourismuswachstum als auch für neue Hotelprojekte, insbesondere in Bangkok, das zu den meistbesuchten Städten der Welt zählt.
IHG will Portfolio in Thailand verdoppeln
Derzeit betreibt IHG nach eigenen Angaben 40 Hotels in Thailand und verfügt über eine Pipeline von weiteren 39 Projekten. Ziel sei es, das Portfolio innerhalb von drei bis fünf Jahren nahezu zu verdoppeln. Allein in diesem Jahr sollen fünf neue Häuser in Bangkok eröffnet werden, darunter unter den Marken Hotel Indigo, Crowne Plaza und Holiday Inn Express.
Maßnahmen gegen starken Baht gefordert
Im Hinblick auf die anstehenden Wahlen betonte Maalouf, dass IHG staatliche Maßnahmen zur Förderung des Tourismus grundsätzlich begrüße. Das Unternehmen sei seit fast 40 Jahren in Thailand tätig und habe seine Hotels unter unterschiedlichen Regierungen erfolgreich betrieben. Zugleich verwies er auf Gespräche mit lokalen Partnern, wonach der starke Baht weiterhin als Belastungsfaktor gelte und aus Sicht der Branche ein Thema für die kommende Regierung sei.
IHG verlagert Wachstum stärker nach Asien
Weltweit betreibt IHG rund 6.800 Hotels, davon etwa 55 Prozent in Nord- und Südamerika, 15 Prozent in China und rund 30 Prozent in anderen Regionen. Mit mehr als 2.300 Hotels in der Entwicklung verlagert sich der Schwerpunkt des Wachstums zunehmend nach Asien und in den Osten. Rund ein Drittel der Pipeline entfällt jeweils auf Amerika und China, der Rest verteilt sich auf Europa, den Nahen Osten und Asien. Etwa 70 Prozent der Häuser gehören zu den Kernmarken wie Holiday Inn und Holiday Inn Express. Zudem betreibt der Konzern 550 Hotels im Luxus- und Lifestyle-Segment, mit mehr als 400 weiteren Projekten in Planung.
 IHG untersucht Vorfall in Phuket
Zuletzt geriet ein Haus der Gruppe, das Holiday Inn Resort Phuket Surin Beach, in die Kritik, nachdem ein Hotelmitarbeiter mithilfe eines Generalschlüssels ein Gästezimmer betreten wollte, während sich ein weiblicher Gast noch darin aufhielt. Vivek Bhalla, Regionalchef für Südostasien und Korea, erklärte, dass der Vorfall den lokalen Behörden gemeldet worden sei und die Ermittlungen liefen. Es handle sich um einen Einzelfall. Man bedauere den Vorfall und habe Verständnis für die Situation des betroffenen Gastes. IHG betonte zugleich, dass in allen Hotels strenge Sicherheitsprotokolle und klare Schulungsrichtlinien für Mitarbeitende gelten, um Fehler dieser Art möglichst zu vermeiden.