Touristen beschädigen Stätte der „Todesbahn“

Nationalparkverwaltung kündigt Geldstrafen und weitere Schritte an

Die Fahrzeuge hinterließen auf dem freigelegten Gelände des ehemaligen Bahnhofs Neekey deutliche Spuren im Boden des Schutzgebiets. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Die Fahrzeuge hinterließen auf dem freigelegten Gelände des ehemaligen Bahnhofs Neekey deutliche Spuren im Boden des Schutzgebiets. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

KANCHANABURI: Touristen, die mit ihren Fahrzeugen auf das Gelände des ehemaligen Bahnhofs Neekey der sogenannten Todesbahn in der Provinz Kanchanaburi gefahren sind, müssen mit Geldstrafen von jeweils bis zu 10.000 Baht rechnen. Darüber hinaus könnten weitere rechtliche Schritte folgen. Dies erklärte der Generaldirektor der thailändischen Nationalparkbehörde, Atthapol Charoenchansa, am Dienstag (2. Juni 2026).

Hintergrund sind in sozialen Medien verbreitete Bilder, die mehrere Fahrzeuge auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs innerhalb des Khao-Laem-Nationalparks im Bezirk Sangkhla Buri zeigen. Das Areal gilt sowohl als ökologisch sensibles Schutzgebiet als auch als für die Öffentlichkeit gesperrter Bereich.

Schäden am Gelände der Todesbahn

Auf den Aufnahmen sind mindestens acht Fahrzeuge, darunter mehrere Geländewagen, zu sehen. Die Fahrer und ihre Begleiter befuhren das freigelegte Bett des Vajiralongkorn-Stausees und verursachten dabei Schäden an dem Bereich, in dem die Überreste des historischen Bahnhofs erhalten geblieben sind.

Mitarbeiter des Nationalparks dokumentieren die Schäden, die durch das Befahren des sensiblen Geländes entstanden sind. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Mitarbeiter des Nationalparks dokumentieren die Schäden, die durch das Befahren des sensiblen Geländes entstanden sind. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Die als „vergessener Bahnhof“ bekannte Anlage wurde während des Zweiten Weltkriegs von Kriegsgefangenen unter japanischer Besatzung errichtet. Teile der Station wurden Anfang dieses Jahres wieder sichtbar, nachdem die thailändische Elektrizitätsbehörde Wasser aus dem Stausee abgeleitet hatte, um Wartungsarbeiten durchführen zu können.

Bis zu 10.000 Baht Geldstrafe

Atthapol erklärte, dass er die Leitung des Khao-Laem-Nationalparks angewiesen habe, alle einschlägigen Gesetze und Vorschriften konsequent anzuwenden. Neben einer Verwaltungsstrafe von bis zu 10.000 Baht könnten je nach Sachlage weitere rechtliche Konsequenzen folgen.

Nationalparkmitarbeiter und Ranger verstärkten nach dem Vorfall die Kontrollen und weisen vor Ort auf die geltenden Betretungsverbote hin. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Nationalparkmitarbeiter und Ranger verstärkten nach dem Vorfall die Kontrollen und weisen vor Ort auf die geltenden Betretungsverbote hin. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Zugleich ordnete er an, ähnliche Vorfälle künftig strikt zu verhindern. Wer erneut gegen die Bestimmungen verstoße, müsse mit den höchstmöglichen Strafen rechnen, darunter Geldstrafen und Freiheitsstrafen. Nationalparks im ganzen Land seien angewiesen worden, ihre Überwachungsmaßnahmen zu verstärken.

Schutzgebiete mit historischem Wert

Nach Angaben des Behördenchefs besitzen geschützte Waldgebiete sowohl einen hohen ökologischen als auch historischen Wert. Das unerlaubte Befahren solcher Flächen verstoße nicht nur gegen die Vorschriften der Behörde, sondern könne auch Wildtiere stören und natürliche Ressourcen beschädigen.

Die beteiligten Besucher erschienen bei den Behörden, um den Vorfall zu erläutern und die weiteren rechtlichen Schritte zu besprechen. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Die beteiligten Besucher erschienen bei den Behörden, um den Vorfall zu erläutern und die weiteren rechtlichen Schritte zu besprechen. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Nach Bekanntwerden des Vorfalls forderten die Parkbehörden die beteiligten Personen öffentlich auf, sich bei den zuständigen Stellen zu melden. Laut Atthapol hätten die Betroffenen inzwischen ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, Verantwortung zu übernehmen, und um ein Gespräch mit den Behörden gebeten, um den Vorfall aufzuklären.

Behörde kündigt konsequentes Vorgehen an

Die Nationalparkbehörde kündigte an, den Fall transparent und rechtskonform zu bearbeiten. Ziel sei es, einen klaren Maßstab für den Schutz von Naturschutz- und Denkmalgebieten in ganz Thailand zu setzen.

Atthapol appellierte abschließend an Touristen und Besucher, die Vorschriften der Nationalparks strikt einzuhalten. Verstöße würden künftig konsequent und unverzüglich rechtlich verfolgt.

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Michel Maillet 04.06.26 02:40
@Weber
Gut, aber die Regierung kann denen aber keine visabefreite Einreise verkürzen!
Muhammad Weber 03.06.26 14:37
Zum Glück keine Farangs
Die Inlandsqualitätstouristen lassen auch zu wünschen übrig. Nicht nur bei den Bleichgesichtern.
Ingo Kerp 03.06.26 13:30
Da waren wohl junge Leute mit wenig Hirn unterwegs. Eine 10.000 THB Strafe scheint recht wenig zu sein. Vielleicht gibt es noch einen "Nachschlag", was mehr als verständlich wäre.
Oliver Harms 03.06.26 10:30
Zum Glück keine Farangs
Das T Shirt des Beschuldigten sagt alles aus und ist das Gegenteil von Einsicht.

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