PATTAYA: Thailand sichert sich einen Zehnjahresvertrag für die Austragung von Tomorrowland ab 2026 und setzte sich damit gegen asiatische Konkurrenten durch. Das Land will damit seinen Status als weltweit führender Standort für internationale Großveranstaltungen weiter ausbauen.
Bereits in sechs Monaten richtet sich der Blick der weltweiten Electronic-Dance-Music-Szene nach Südostasien. Vom 11. bis 13. Dezember 2026 feiert das international bekannte Festival Tomorrowland seine Premiere in Thailand. Veranstaltungsort ist das Gelände Wisdom Valley vor den Toren Pattayas.
Die belgische Festivalmarke gilt als eines der bedeutendsten EDM-Events der Welt. Für Thailand ist die Austragung nicht nur ein Erfolg für Musikfans, sondern auch ein strategischer Gewinn. Nach zehnjährigen Verhandlungen und starker Konkurrenz aus Singapur, Vietnam und China erhielt Thailand den Zuschlag für das Festival.
Der entscheidende Vorteil Thailands
Rachata Thanyawut, Geschäftsführer von VR1.World Thailand und lokaler Organisator der Veranstaltung, sprach in der Sendung „Deep Talk“ der Zeitung „Krungthep Turakij“ über die Hintergründe des Vertragsabschlusses.
Nach seinen Angaben boten konkurrierende Länder finanzielle Zuschüsse an, die vier- bis fünfmal höher gewesen seien als das thailändische Angebot. Ausschlaggebend seien letztlich jedoch Faktoren gewesen, „die man nicht kaufen kann“.
Die Gründer von Tomorrowland hätten Thailand bereits seit rund zehn Jahren im Blick gehabt. Besonders beeindruckt gewesen seien sie von der Gastfreundschaft, der rund um die Uhr verfügbaren Esskultur und der modernen Infrastruktur des Landes. Entscheidend sei zudem die besondere Atmosphäre gewesen – eine Mischung aus Natur, urbanem Leben und touristischer Infrastruktur, die sich deutlich vom belgischen Standort unterscheide.
Milliardeninvestition für das Gelände
Die Wahl fiel nach einer dreimonatigen Suche auf das Gelände „Wisdom Valley“ in Chonburi. Laut Organisatoren überzeugten vor allem die hügelige Landschaft und der große See auf dem Areal.
Die Festivalmacher hätten bewusst keinen flachen Ve-ranstaltungsort gewollt. Durch die natürliche Geländestruktur solle gewährleistet werden, dass die Besucher von nahezu jeder Position freie Sicht auf die Hauptbühne hätten.
Für die Vorbereitung des Geländes werden rund 400 Millionen Baht investiert. Allein etwa 100 Millionen Baht fließen in die teilweise Aufschüttung des Sees, um ein Fundament für die rund 1.000 Tonnen schwere Hauptbühne zu schaffen. Die Konstruktion wird in 126 Schiffscontainern aus Belgien nach Thailand transportiert. Nach Angaben der Organisatoren seien die Arbeiten derzeit zu rund 70 Prozent abgeschlossen.
Tickets in einer Stunde ausverkauft
Der sogenannte „Tomorrowland-Effekt“ zeigt sich bereits vor dem Festivalstart. Alle 50.000 Tageskarten waren innerhalb einer Stunde ausverkauft – ähnlich wie bei den europäischen Veranstaltungen.
Besucher aus insgesamt 196 Ländern werden erwartet. Rund 40 Prozent der Gäste sollen aus asiatischen Ländern kommen, weitere 30 Prozent aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Australien anreisen.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen gelten als erheblich. In den ersten fünf Jahren rechnen die Veranstalter mit Einnahmen von mehr als 30 Milliarden Baht. Zudem sollen rund 4.500 Arbeitsplätze entstehen.

Darüber hinaus wollen die Organisatoren Know-how im Veranstaltungsbereich nach Thailand bringen. Rund 500 europäische Spezialisten sollen thailändische Mitarbeiter in internationaler Eventproduktion schulen.
Thailändische Kultur als Bestandteil
Die Veranstalter betonen, dass Tomorrowland Thailand keine reine Kopie der belgischen Ausgabe werden solle. Geplant ist unter anderem eine eigene „Muay-Thai-Stage“, auf der traditionelle Boxvorführungen mit DJ-Auftritten kombiniert werden.
Auch bei der Gastronomie soll Thailand im Mittelpunkt stehen. Die Hälfte der insgesamt 200 Essensstände soll authentische Gerichte aus den vier Regionen des Landes anbieten.
Zudem sollen thailändische Künstler gemeinsam mit internationalen Stars auf der Hauptbühne auftreten.
Die Regierung und die Organisatoren sehen das Festival als wichtigen Schritt für Thailands Entwicklung zu einem internationalen „Event Hub“. Ab dem dritten Jahr ist bereits eine Erweiterung auf zwei Festivalwochenenden geplant.