RAYONG: Nach dem mutmaßlichen Versuch einer Vergewaltigung einer Urlauberin haben die Behörden auf Koh Samet die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Anfang der Woche war ein Mann angeklagt worden, nachdem er in ein Hotel eingedrungen sein und versucht haben soll, eine weibliche Urlauberin zu vergewaltigen.
Der Vorfall löste in sozialen Netzwerken Diskussionen über die Sicherheit auf der beliebten Ferieninsel aus. Nach Angaben von Pisanu Kemapan, Präsident der Tourismusvereinigung von Koh Samet, rechnen die Tourismusbetriebe jedoch nicht mit negativen Auswirkungen auf das Musikfestival „Samed in Love“, das am Freitag (5. Juni 2026) begann. Nach einer Dringlichkeitssitzung von Tourismusunternehmen und Behörden wurden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen beschlossen.
Kontrollen an Anlegestellen verstärkt
Geplant sind unter anderem mehr Sicherheitskräfte an den wichtigsten Anlegestellen und öffentlichen Orten sowie die verstärkte Nutzung von Überwachungssystemen rund um die Uhr. Darüber hinaus haben die Betreiber den Gouverneur der Provinz Rayong aufgefordert, ein Touristensicherheitszentrum für Koh Samet einzurichten. Dort sollen unter anderem Saisonarbeiter und andere vorübergehend auf der Insel tätige Personen registriert und überprüft werden.
Nach Angaben von Pisanu werden an den Bootsanlegern bereits KI-gestützte Überwachungskameras mit Gesichtserkennung eingesetzt. Straftaten dieser Art seien auf Koh Samet äußerst selten. Die neuen Sicherheitsmaßnahmen könnten auch als Vorbild für andere Reiseziele dienen.
Tausende Besucher zum Musikfestival
Trotz des Vorfalls wurden den Hotelbetreibern bislang keine Stornierungen im Zusammenhang mit dem Musikfestival gemeldet. Für das Wochenende werden zwischen 7.000 und 8.000 Besucher erwartet. Die Hotelauslastung liegt nach Angaben der Tourismusvereinigung bei mehr als 95 Prozent.
Da auf der Insel lediglich rund 3.000 Hotelzimmer zur Verfügung stehen, werden einige Besucher auf dem Festland in der Provinz Rayong übernachten und Koh Samet im Rahmen von Tagesausflügen besuchen. Die Mehrheit der Gäste dürfte aus Thailand kommen.
Sorgen vor schwächerer Nachfrage
Mit Blick auf die Nebensaison zeigen sich die Tourismusunternehmen weiterhin vorsichtig. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sowie gestiegene Lebenshaltungskosten belasteten den internationalen Tourismus. Um die Nachfrage zu stützen, halten viele Betreiber ihre Zimmer- und Bootspreise stabil. Das in dieser Woche gestartete Programm „Thai Help Thai Plus“ soll insbesondere Restaurants unterstützen.
Für die Hochsaison zum Jahresende zeigt sich die Branche dagegen optimistisch. Nach Angaben von Pisanu haben erste europäische Urlauber bereits Reisen für den kommenden Winter gebucht. Viele Betriebe nutzen die Regenzeit zudem für Renovierungsarbeiten, um sich auf die Hochsaison vorzubereiten. Gleichzeitig fordert die Tourismusbranche ein staatliches Zuschussprogramm für Inlandsreisen, um den Tourismus in der Nebensaison anzukurbeln.