HAT YAI: Die Hotellerie in Hat Yai leidet weiterhin unter den Folgen der schweren Übersflutungen vom vergangenen November. Knapp zwei Monate nach der Flutkatastrophe bleiben die Buchungszahlen niedrig, da das Vertrauen der Touristen bislang nicht zurückgekehrt ist. Weder die jüngsten Neujahrsfeiertage noch die anstehenden Buchungen für das chinesische Neujahrsfest haben zu einer spürbaren Belebung des stark beschädigten Tourismussektors geführt.
„Das Geschäft liegt derzeit im Koma“, erklärte Sitthipong Sitthiphataraprabha, Präsident des Hotelverbands Hat Yai–Songkhla, am Sonntag (18. Januar 2026) in einem Interview mit dem Radiosender FM 101. Besonders enttäuschend sei die Auslastung während der Neujahrsfeiertage gewesen: Mehr als die Hälfte der Hotelzimmer sei leer geblieben. Hauptgrund dafür sei die Zurückhaltung malaysischer Touristen, die traditionell die wichtigste Besuchergruppe der Stadt darstellen und nach den Überschwemmungen unsicher über die Lage vor Ort gewesen seien.
Keine Erholung zum chinesischen Neujahr
Nach dem Ende der langen Feiertage seien die Reservierungsraten auf rund 20 Prozent gefallen. Auch für das chinesische Neujahrsfest zeichne sich keine Erholung ab, so Sitthipong. Gerade zu diesem Anlass reisen chinesischstämmige Malaysier häufig ins Ausland, wobei Hat Yai üblicherweise zu den bevorzugten Zielen zählt. In Malaysia fällt das chinesische Neujahr in diesem Jahr auf den 17. und 18. Februar. Unter normalen Umständen, so Sitthipong, wäre die Branche zu diesem Zeitpunkt mit den Buchungen aus Malaysia zufrieden.
Der Tourismus in Hat Yai ist stark von malaysischen Urlaubern abhängig. Nach Angaben der südlichen Regionalstelle der Bank of Thailand erzielte die Stadt im Jahr 2024 Einnahmen von nahezu 30 Milliarden Baht durch 3,5 Millionen ausländische Besucher, von denen 91 Prozent aus Malaysia kamen.
Milliardenschäden durch Flutkatastrophe
Die schweren Überschwemmungen vom 21. bis 28. November des Vorjahres hatten sowohl inländische als auch ausländische Touristen aus der Stadt vertrieben. Der Gesamtschaden wurde von der Zentralbank auf 15,7 Milliarden Baht geschätzt, wobei insbesondere der Handel und das Gastgewerbe stark betroffen waren. Nach Angaben des Hotelverbands haben bislang nur wenige Geschäfte und Restaurants ihren Betrieb vollständig wieder aufgenommen, da sich Hat Yai noch nicht vollständig von der Flut erholt habe.
Sitthipong forderte sowohl die amtierende als auch die künftige Regierung auf, die finanzielle Unterstützung für Unternehmen auszuweiten, da viele Betriebe weiterhin dringend Hilfe benötigten, um wieder auf die Beine zu kommen. Zudem verlangte er klare Maßnahmen zum Schutz der Stadt vor künftigen Überschwemmungen, um das Vertrauen der Touristen nachhaltig zurückzugewinnen.
Angst vor dauerhaftem Vertrauensverlust
Traditionell gelten die Monate November und Dezember als Hochsaison für die Hotellerie in Hat Yai, wenn zahlreiche Besucher aus Malaysia in der Stadt Urlaub machen. Die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr habe dieses Vertrauen jedoch nachhaltig erschüttert. Besonders besorgniserregend sei die Befürchtung, dass Touristen auch in den kommenden Jahren diese Reisezeit meiden könnten, um möglichen erneuten Überschwemmungen aus dem Weg zu gehen, so der Verbandspräsident.