Hanoi verbannt Schwäne aus Hoan-Kiem-See

 Sonnenaufgang am Hoan-Kiem-See (auch: Schwertsee). Foto: epa/Barbara Walton
Sonnenaufgang am Hoan-Kiem-See (auch: Schwertsee). Foto: epa/Barbara Walton

HANOI (dpa) - Aus Sorge um ihren bekanntesten See hat Vietnams Hauptstadt Hanoi ein Dutzend Schwäne aus Europa nach wenigen Stunden schon wieder verbannt. Die aus Belgien importierten Tiere wurden vom Hoan-Kiem-See (auch: Schwertsee) in der Innenstadt in ein anderes Gewässer gebracht, wie die staatliche Presse des südostasiatischen Landes am Dienstag berichtete. Begründet wurde dies von einem Offiziellen damit, dass die Schwäne «nicht zu Geschichte und Kultur des Sees passen».

Der See war bis zu ihrem Tod 2016 Heimat einer vermutlich mehr als hundert Jahre alten Riesenschildkröte, die sehr verehrt wurde. Dies geht zurück auf eine Legende: Demnach verjagte ein späterer König im 15. Jahrhundert chinesische Angreifer mit einem magischen Schwert. Eines Tages erschien ihm dann eine Schildkröte, die ihm das Schwert abnahm, damit zum Grund tauchte und es dort sicher verwahrt, bis Vietnam ein weiteres Mal verteidigt werden muss.

Der Biologie-Professor Ha Dinh Duc begründete den Abschied der zwölf schwarzen und weißen Schwäne nach einem Bericht des Online-Portals «Vnexpress» so: «Das ist kein Platz, wo man einfach irgendwelche Tiere aussetzen kann. Wenn wir hier Schwäne aufziehen, wird das der Schwanensee. Lasst den Schwertsee einfach Schwertsee sein.» Die Schwäne aus Belgien schwimmen jetzt in einem anderen See, etwa 15 Autominuten entfernt.

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