Erdogan fordert Zwei-Staaten-Lösung für geteiltes Zypern

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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ISTANBUL: Trotz Mahnungen vonseiten der EU hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut eine Zwei-Staaten-Lösung für das geteilte Zypern gefordert. «Wenn es künftig einen neuen Verhandlungsprozess geben soll, kann das nur zwischen zwei gleichberechtigten, souveränen Staaten stattfinden», sagte Erdogan am Montag in Istanbul vor seinem Abflug nach Nordzypern. Erdogan reiste anlässlich des Jahrestags der türkischen Militärintervention am Dienstag in den Nordteil der Insel.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 in einen größeren griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nordzypern wird als Staat nur von der Türkei anerkannt.

Erdogan und auch der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern (KKTC), Ersin Tatar, fordern nach vielen Jahren fruchtloser Verhandlungen die endgültige Teilung der Insel in zwei Staaten - einen türkisch-zyprischen im Norden und einen griechisch-zyprischen im Süden. Diese könnten anschließend in einer Art loser Konföderation kooperieren.

Die griechisch-zyprische Seite will dagegen weiter über eine Föderation aus zwei Bundesstaaten als Lösung sprechen. Dies fordern auch die Vereinten Nationen in Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte erst Anfang Juli deutlich gemacht, dass Brüssel eine Zwei-Staaten-Lösung nie akzeptieren werde.

Erdogan plant Medienberichten zufolge am Dienstag auch einen Besuch der einst von Griechisch-Zyprern bewohnten Küstensiedlung Varosha in Nordzypern. Im Oktober hatte der Präsident Nordzyperns - damals noch als Regierungschef - Varosha nach mehr als 40 Jahren teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet und damit internationale Kritik auf sich gezogen. Für die Republik Zypern war dies eine schwere Provokation. Erdogan war bereits im November nach Varosha gereist, was von Zyperns Regierung in Nikosia scharf kritisiert wurde.

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Dracomir Pires 20.07.21 15:30
Was der Islamist Erdowahn fordert ...
... ist sowas von irrelevant. Seine haarsträubenden Bestrebungen zur Islamisierung Europas sollte inzwischen allen bekannt sein.
Ingo Kerp 20.07.21 12:50
Als ob sich der Sultan vom Bosporus noch etwas von der EU und / oder der Flinten-Uschi sagen läßt. Bei der exponierten Stellung seines Landes, ein Ministück europäisch, der Rest asiatisch, NATO Mitglied und dennoch Freund und Waffenkäufer der Russen, Milliarden-Euro-Empfänger der verängstigten EU, allen voran DE, um Wirtschaftsflüchtlinge, Kriegslüchtlinge etc. abzuhalten, kann Erdowahn sich derzeit erlauben, was er will. Außer in seinem eigenen Land, wo er mächtig unter Druck steht.