Die Avocados: Nun blühen sie also wieder

Guter Start ins neue Jahr: Nachwuchs bei den Gänsen, keimende Baobabs und Büffel-Nuss

Toulouse-Gänse sind eine Züchtung aus Frankreich, die Ganter werden bis neun Kilo schwer und sind wehrhaft. Fotos: hf
Toulouse-Gänse sind eine Züchtung aus Frankreich, die Ganter werden bis neun Kilo schwer und sind wehrhaft. Fotos: hf

Der Start ins neue Jahr westlicher Prägung ist im Discovery Garden ebenso geglückt wie der Start ins Jahr des Schweins, ins Chinesische neue Jahr. Pünktlich zum letzteren haben die Avocados zu blühen begonnen, und zwar in Pattaya und Nong Khai.

Meistens im Februar blühen hier die Avocados.
Meistens im Februar blühen hier die Avocados.

Die Avocado-Blüten sind zwar äußerlich unscheinbar, aber vielleicht eben doch die verrücktesten, die man sich denken kann. Am Morgen sind sie zum Beispiel männlich oder weiblich, am nächs­ten Nachmittag wechseln sie zum gegenteiligen Geschlecht. Wer also Avocados ernten will, braucht im Prinzip nur einen Baum, mehrere Bäume erhöhen allerdings den Ertrag, weil die Chancen für Befruchtungen steigen.

Missernte im nun vergangenen Jahr

2018 war sowohl in unseren Gärten in Pattaya als auch Nong Khai kein gutes Avocado-Jahr, da es zur Blütezeit öfters geregnet hat. Nur etwa fünf Früchte – allerdings zu je etwa 700 Gramm – haben sich an unserem großen, aus Samen gezogenen Baum in Nong Khai gebildet, eine davon wurde auch noch geklaut…

Ein Weihnachtsstern hat überlebt und blüht erneut.
Ein Weihnachtsstern hat überlebt und blüht erneut.

Wer Avocados aus Samen zieht, muss etwa zehn Jahre auf erste Früchte warten, vielleicht gibt es aber auch nie welche und ob sie gut schme­cken, ist eine weitere Frage, ein weiteres Risiko. Besser ist es da, einen veredelten Avocado-Baum zu pflanzen. Dabei wird aus einem Avocado-Kern eine Unterlage gezogen, darauf die gewünschte Sorte aufgesetzt. Da dieses Pflanzenmaterial schon geschlechtsreif ist, kann ein solcher Baum bereits in einem oder zwei Jahren Avocados (botanisch als Beeren erfasst) liefern, und zwar von bekannter, guter Qualität.

Was jetzt im Garten auch erst angefangen hat zu blühen, das ist ein Weihnachtsstern. Wir hatten ihn im vergangenen Jahr stark blühend gekauft und er hat das ganze Jahr in einem Topf überdauert, was in höheren, kühleren Lagen die Norm ist. Nun hat er – mit Verspätung – auch wieder angefangen zu blühen, allerdings auf etwas bescheidenem, zurückhaltendem Niveau.

Neuzugänge bei unseren Gänschen

Diese essbare Nuss sieht aus wie Büffel-Hörner.
Diese essbare Nuss sieht aus wie Büffel-Hörner.

Pünktlich zum Jahresende – am 31. Dezember 2018 – haben wir vier neue Gänse der Toulouse-Rasse zugelegt: Einen geschlechtsreifen Ganter (kann bis neun Kilogramm schwer werden) und zwei Hennen. Dazu kam noch Fritzchen, ein junge männliche Toulouse-Gans, er ist heute schon etwa drei Mal so groß wie seine Thai-Altersgenossen, mit denen er noch friedlich zusammenlebt. Das wird sich spätestens in der Pubertät ändern, wenn der Kampf um die Weibchen losgeht…

Der ausgewachsene Ganter attackiert alle männlichen „Konkurrenten“, die sich seinem kleinen Harem nähern. Er greift in seinem Revier aber auch Mütter mit Gänschen an, und versucht, deren Junge zu töten, reiner Darwinismus. Wir bauen deshalb gerade einen neuen Gänsestall, wo wir ihn und seinen Mafia-Clan kontrollieren können.

Viele Gänse sind noch im Dezember geschlüpft und ein Dutzend von ihnen lebt einen Monat später immer noch, das ist sehr gut. Wir haben das gesamte Federvieh noch im Januar gegen die Newcastle-Krankheit geimpft, das war – inklusive Einfangen – eine größere Übung, zum Glück waren keinerlei Verletzungen zu verzeichnen.

Sonst noch positiv zu werten zum Jahresanfang: Viele der aus Australien mitgebrachten Baobab-Samen haben zu keimen angefangen. Und ein Gartenfreund hat uns die seltsame Büffel-Nuss vorgestellt. Doch davon ein anderes Mal…


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957[at]gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite  oder Facebookseite.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.