Deutsches Kino in Thailand

Festival tourt durch sieben thailändische Städte

Das offizielle Plakat für das KinoFest 2025, das vom 9. bis 21. Dezember stattfindet. Foto: Goethe-institut Thailand
Das offizielle Plakat für das KinoFest 2025, das vom 9. bis 21. Dezember stattfindet. Foto: Goethe-institut Thailand

BANGKOK: Das Goethe-Institut lädt erneut zu einem kulturellen Highlight ein, das Cineasten und Kulturinteressierte gleichermaßen anspricht. Mit dem „KinoFest 2025“ kehrt das renommierte Festival für zeitgenössisches deutsches Kino nach Südostasien zurück und verspricht in diesem Jahr ein besonderes Erlebnis durch Open-Air-Vorführungen an ausgewählten Orten im ganzen Land.

Vom 9. bis zum 21. Dezember 2025 verwandeln sich öffentliche Plätze in sieben thailändischen Städten in Freilichtkinos. Neben der Hauptstadt Bangkok stehen auch Nakhon Pathom, Chiang Mai, Ubon Ratchathani, Phayao, Phitsanulok und Nakhon Ratchasima auf dem Tourplan. Das Festival bietet damit nicht nur in der Metropole, sondern auch in den Provinzen Zugang zu aktueller deutscher Filmkunst.

Facettenreicher Blick auf Familien

In diesem Jahr steht das Festival unter dem thematischen Dach „Family: Extended“. Das kuratierte Programm widmet sich intensiv dem Wandel familiärer Strukturen in der modernen Gesellschaft. Die ausgewählten Werke hinterfragen traditionelle Bilder und beleuchten, wie Familie heute durch Faktoren wie Arbeit, Fürsorge, gemeinsame Geschichte und emotionale Bindungen neu definiert wird.

Dabei scheuen die Filme nicht vor komplexen Themen zurück. Von der Ambivalenz der Mutterschaft über oft unsichtbare Pflegearbeit bis hin zu verborgenen Spannungen innerhalb der Verwandtschaft wird ein breites Spektrum abgedeckt. Die Genre-Vielfalt reicht von intimen Dramen und Komödien bis hin zu Thrillern und Dokumentarfilmen, die das Publikum einladen, Familie nicht als starres Ideal, sondern als dynamischen Raum zu begreifen.

Filmische Highlights und Geschichte

Zu den herausragenden Werken des diesjährigen Programms zählt der Film „Grüße vom Mars“. Die Handlung dreht sich um einen Jungen, der seinen Aufenthalt bei den Großeltern als Testmission für eine Marsreise interpretiert. Was als kindliche Fantasie beginnt, entwickelt sich zu einer generationenübergreifenden Odyssee, die das Landleben in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Ein weiterer Programmpunkt ist die satirische Komödie „Zwei zu Eins“. Der Film thematisiert die Zeit des Umbruchs nach dem Ende der DDR und erzählt die Geschichte dreier Freunde, die inmitten der historischen Wirren verlorenes Geld finden und versuchen, dies in eine neue Lebenschance zu verwandeln. Diese Filme stehen exemplarisch für die Fähigkeit des deutschen Kinos, historische und soziale Themen unterhaltsam aufzuarbeiten.

Auftaktveranstaltung und Sprachbarrieren

Der offizielle Startschuss fällt am 9. Dezember 2025 um 19:00 Uhr im Goethe-Institut Thailand in Bangkok. Als Eröffnungsfilm wird ein 95-minütiges Drama der Regisseurin Sarah Winkenstette (Erscheinungsjahr 2024) gezeigt, welches für Zuschauer ab sechs Jahren freigegeben ist. Die Veranstaltung findet in einer atmosphärischen Open-Air-Kulisse statt.

Um das Festival einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden alle Filme im deutschen Originalton gezeigt, jedoch durchgängig mit englischen und thailändischen Untertiteln versehen. Dies unterstreicht den Anspruch des Goethe-Instituts, den kulturellen Dialog zu fördern und Sprachbarrieren durch visuelle Kunst zu überwinden.

Kulturelle Brücken und Perspektiven

Hintergrund dieser Initiative ist das beständige Bestreben des Goethe-Instituts, ein modernes Deutschlandbild im Ausland zu vermitteln. Filmfestivals wie das KinoFest dienen dabei als wichtiger Motor für den kulturellen Austausch, da sie gesellschaftliche Diskurse aus Deutschland transportieren, die oft universelle Relevanz besitzen – wie etwa das diesjährige Familienthema.

In Zukunft dürfte die Bedeutung solcher dezentraler Kulturangebote in Thailand zunehmen. Die Ausweitung auf sieben Städte zeigt das Interesse daran, Kulturveranstaltungen nicht nur in Bangkok zu zentrieren, sondern eine landesweite Teilhabe zu ermöglichen. Dies stärkt langfristig die deutsch-thailändischen Kulturbeziehungen auch abseits der klassischen diplomatischen Pfade.

Weitere Filme und das vollständige Programm sind online abrufbar unter:
https://goethe.de/ins/th/de/kul/sup/k25/tuv.html

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