Dänische Schüler simulieren Parlamentswahl

Foto: Pixabay/Ulleo
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KOPENHAGEN: An einer Parlamentswahl darf man auch in Dänemark erst teilnehmen, wenn man 18 Jahre alt ist. Eine Schulwahl gibt Zehntausenden minderjährigen Dänen aber vorab die Chance zur Generalprobe.

Zehntausende Schülerinnen und Schüler haben in Dänemark im großen Stil simuliert, wie man eine Parlamentswahl abhält. Bei der «Skolevalg 2024» (Schulwahl 2024) konnten schätzungsweise 70.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus dem ganzen Land am Donnerstag ihre Stimme für die von ihnen bevorzugte politische Partei abgeben, nachdem sie bereits in den vergangenen drei Wochen einen wirklichkeitsgetreuen Wahlkampf mit Debatten nachgeahmt hatten. Am Wahlabend auf Schloss Christiansborg, dem Sitz des dänischen Parlaments im Herzen von Kopenhagen, sollten später sowohl kommunale und regionale als auch landesweite Wahlergebnisse veröffentlicht werden.

Schulwahlen wie diese gibt es in Dänemark seit 2015, sie finden in etwa alle zwei Jahre statt. Alle achten bis zehnten Klassen im Land sind eingeladen, sich daran zu beteiligen. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, das demokratische Engagement von Schülern zu fördern. Ein besonderer Fokus lag diesmal darauf, einen guten Ton in der politischen Debatte zu finden.

«Wir können unsere Demokratie nicht als gegeben betrachten», erklärte der dänische Parlamentspräsident Søren Gade vorab. «Mit der Schulwahl bringen wir die politische Diskussion in den Alltag der Schüler hinein.» Demokratie sei etwas, das man lernen und üben müsse - daher sei es so wichtig, junge Menschen auf ihre Teilnahme an der repräsentativen Demokratie vorzubereiten.

Organisiert wird die Schulwahl vom Parlament und dem dänischen Kinder- und Bildungsministerium in Zusammenarbeit mit dem Dansk Ungdoms Fællesråd, einer Dachorganisation von Dutzenden Kinder- und Jugendorganisationen im Land.

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