BANGKOK: Das thailändische Nachtleben könnte schon bald wieder seinem Namen alle Ehre machen, nachdem am Sonntag ein wichtiger Entscheidungsträger des Centre for Covid-19 Situation Administration (CCSA) in den Medien ankündigte, Kneipen, Bars, Karaoke-Salons und andere Unterhaltungsstätten wieder öffnen zu lassen.
Die Entscheidung fiel auf einem Treffen zwischen Nattapol Nakpanit, Schlüsselfigur des CCSA, und Vertretern der Nightlife- und Musikbranche. Sie muss jedoch noch Zustimmung von allen CCSA-Mitgliedern auf der nächsten Sitzung am kommenden Freitag erhalten. Vorausgegangen war ein emotionaler Appell seitens Musiker und Künstler der Unterhaltungsbranche am Donnerstag. Sie forderten die Regierung auf, ihnen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen, da sie die lange Schließung in eine schwere finanzielle Notlage gebracht habe.
General Nattapol sagte nach den Gesprächen am Sonntag, dass er auf der anstehenden CCSA-Sitzung am Freitag die Empfehlung aussprechen werde, die Schließung von Thailands Nachtleben aufzuheben. Er betonte jedoch die Notwendigkeit, geeignete Maßnahmen umzusetzen, um eine zweite Corona-Welle zu verhindern.
„Die fünfte Stufe der Lockerung der Beschränkungen wird stattfinden, mit oder ohne einmonatige Verlängerung des Notstandsdekrets“, zitierte die „Bangkok Post“ den stellvertretenden Armeechef. „Wenn das Notstandsdekret aufgehoben wird, enden automatisch alle Schließungsverordnungen“, so General Nattapol.
Die Notstandsverordnung bleibt bis mindestens Ende dieses Monats in Kraft und kann vom CCSA verlängert werden, wenn es die Situation erfordert. Thailand hat seit 27 Tagen keine neuen lokalen Corona-Infektionen verzeichnet. Neue Fälle sollen lediglich bei thailändischen Rückkehrern aus dem Ausland nachgewiesen worden sein.
Sanga Ruangwattanakul, Präsident der Khao San Business Association, der an den Gesprächen teilnahm, teilte der Presse mit, dass alle Teilnehmer mit dem Ergebnis zufrieden seien, dass sie voraussichtlich am 1. Juli wieder ihre Arbeit aufnehmen können. Er fügte hinzu, dass alle Betreiber von Nachtlokalen Pläne zur Verhinderung der Virusübertragung auf Grundlage der Richtlinien des Gesundheitsministeriums vorbereitet hätten.
Die Wiedereröffnung setzt jedoch noch die Zustimmung der einzelnen Provinzgouverneure voraus, da sie die volle Entscheidungsbefugnis in ihrem Zuständigkeitsbereich haben.
Unklar hingegen bleibt, ob die geplante Wiedereröffnung der Entertainment-Branche auch für sogenannte „Massage Parlours“ („Body Massages“) gilt.