Afghanistan trauert um mehr als 100 Tote

Menschen nehmen an der Beerdigung eines der Opfer eines Anschlags teil, der am 08. Mai im Westen von Kabul auf eine Schule verübt wurde. Foto: epa/Hedayatullah Amid
Menschen nehmen an der Beerdigung eines der Opfer eines Anschlags teil, der am 08. Mai im Westen von Kabul auf eine Schule verübt wurde. Foto: epa/Hedayatullah Amid

KABUL: Nach dem Anschlag nahe einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat das Land am Dienstag einen nationalen Trauertag abgehalten. Präsident Aschraf Ghani und Dutzende hochrangige Regierungsvertreter nahmen an einer Gebetszeremonie in der Großen Moschee des Regierungspalastes teil, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Flaggen wehten im ganzen Land auf Halbmast. Aus Solidarität senkten die diplomatischen Vertretungen vieler westlicher Länder in Kabul, darunter auch Deutschland, ebenfalls ihre Flaggen.

Am Wochenende starben bei einem Anschlag unweit einer Schule in Kabul mindestens 85 Zivilisten, als binnen weniger Minuten eine Autobombe und zwei Minen explodierten. Augenzeugen zufolge waren viele Opfer junge Mädchen unter 16 Jahren. Mindestens 100 weitere Menschen wurden verletzt.

Am 30. April traf eine Autobombe ein Gästehaus in Pul-i Alam in der zentralafghanischen Provinz Logar. Dabei starben mindestens 24 Menschen, darunter viele Schüler. Weitere 110 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Die Regierung macht die Taliban für beide Anschläge verantwortlich, aber die militant-islamistischen Gruppe stritt ab, an dem Angriff nahe der Schule in Kabul beteiligt gewesen zu sein.

Mit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und Nato-Truppen am 1. Mai haben die Taliban Offensiven in mehreren Provinzen gestartet. Beobachter hatten eine Verschlechterung der Sicherheitslage rund um dieses Datum und in weiterer Folge befürchtet.

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