1,6 Mio. leerstehende Wohnungen in Thailand

Leerstand soll mit neuer Steuer bekämpft werden

Fast jede vierte Eigentumswohnung in Bangkok steht leer – ein volkswirtschaftlicher Schaden von Milliardenhöhe. Foto: Rüegsegger
Fast jede vierte Eigentumswohnung in Bangkok steht leer – ein volkswirtschaftlicher Schaden von Milliardenhöhe. Foto: Rüegsegger

BANGKOK: In Thailand stehen rund 1,64 Millionen Wohnungen und Häuser leer – ein volkswirtschaftlicher Schaden von geschätzten 3,45 Billionen Baht. Die ungenutzten Immobilien entsprechen nahezu dem gesamten Jahresbudget des Landes. Besonders betroffen ist der Großraum Bangkok, wo fast jede vierte Eigentumswohnung unbewohnt bleibt. Experten warnen vor den Folgen der Überproduktion und fordern eine Steuer auf Leerstand.

Nach Angaben des Thai Real Estate Research and Valuation Centre (AREA) konzentriert sich die Krise auf den spekulativ überhitzten Eigentumswohnungsmarkt. In Bangkok sind mehr als 730.000 Einheiten unbewohnt, während im Rest des Landes etwa 900.000 leerstehen. Laut AREA gelten Objekte als leer, wenn sie fertiggestellt, bezugsbereit, aber ohne Stromverbrauch sind.

Im Kondominiumsegment liegt die Leerstandsquote bei alarmierenden 24,8 Prozent – fast jede vierte Einheit steht leer. Besonders betroffen sind Wohnungen unter 500.000 Baht, die häufig durch mangelnde Instandhaltung verfallen. Reihenhäuser und Einfamilienhäuser zeigen geringere Leerstände, doch die Masse unverkaufter Einheiten gefährdet laut Analysten die Stabilität des Immobilien- und Finanzmarktes.

Bangkok bleibt Brennpunkt der Überproduktion

„Der Gesamtwert der leerstehenden Immobilien wird auf 3,45 Billionen Baht geschätzt – ein erheblicher wirtschaftlicher Verlust, insbesondere wenn Gebäude ungenutzt verfallen“, heißt es in dem Bericht. Da es in Thailand keine Sanktionen für Eigentümer ungenutzter Immobilien gibt, bleibt der Markt laut AREA anfällig für Spekulationen.

Die Einführung einer speziellen Land- und Gebäudesteuer für ungenutzte Einheiten gilt als vielversprechendster Ansatz. Sie soll Eigentümer dazu bewegen, Wohnungen zu verkaufen oder zu vermieten, anstatt sie leer stehen zu lassen. Das würde nicht nur die Preise senken, sondern auch einkommensschwächeren Thailändern den Zugang zu Wohneigentum erleichtern.

In der Hauptstadtregion wird über die Hälfte der leerstehenden Einheiten gezählt. Die starke Bautätigkeit der vergangenen Jahre, insbesondere im mittleren Preissegment, hat zu einem Überangebot geführt. Einige Entwickler verschieben bereits Projekte oder bieten hohe Rabatte an, um Lagerbestände abzubauen.

Wirtschaftliche Folgen drohen

Immobilienanalysten warnen, dass ein anhaltender Leerstand auch das Finanzsystem belasten könnte, da viele Banken stark im Hypotheken- und Bauträgergeschäft engagiert sind. Wenn Immobilienwerte fallen, könnten Kreditausfälle zunehmen und das Vertrauen in den Sektor weiter sinken.

Die Regierung steht nun unter Druck, eine klare Strategie gegen diese „Geisterhäuser“ zu entwickeln. Ohne Eingreifen droht die gigantische Kapitalbindung ungenutzter Immobilien die wirtschaftliche Entwicklung des Landes langfristig zu bremsen.

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Rudolf Lippert 04.11.25 15:34
Herr Freden
Anders herum: man verkauft teuer Grundstücke, die Leute haben Arbeit. Ist die Hütte fertig gibt's nochmals eine Leerstands Steuer oben drauf. Gute Aussicht bei dem vielen Leerstand in den man hinein baut.
Roman Knöpfel 03.11.25 21:18
Es baut
ja nicht der Staat, sondern sogenannte Immobilienentwickler, also private Investoren. Wenn die ihre Kohle in den Sand setzen, ist das eher ein Problem der Investoren und der Banken, die Kredite zur Verfügung gestellt haben.
Max Freden 03.11.25 21:17
Warum werden
trotzdem immer wieder Neubauten bewilligt? Eine Steuer auf Leerstand bringt doch nichts, wenn das Angebot viel höher ist als die Nachfrage.
nopar king 03.11.25 21:17
... leerstehende Wohnungen ....
... aber es wir überall neu gebaut und alles zubetoniert als gebe es kein Morgen, da gibt es dann wieder jede Menge Bauruinen ...
Laddawan Sukkon 03.11.25 21:17
Leer heisst nicht unverkauft!
Was der Journalist offensichtlich nicht realisiert hat ist, dass extrem viel Geld mit schlecht/fehlenden Ursprungsquellen (um da einmal so zu definieren) in den Markt einfloss, einfliesst und wohl auch weiterhin einfliessen wird.
Die Wohneinheiten stehen wohl leer (das nehme ich an, ohne Details zu kennen) aber sie sind de facto verkauft. Da der Ursprung der Finanzierung allenfalls neblig ist, erinnert es an die Milliarden Währungsverluste, die z.B. die Russen damals mit Zypern erlebt haben. Nicht eine einzige Investition wurde gerichtlich auf Unregelmässigkeiten geprüft, geschweige denn abgeurteilt.

Die Biokurve des Immobilienmarktes - Version Thailand 4.3
Konrad Benz 03.11.25 21:17
Da
rächt sich doch, wenn auch nur zum Teil, dass Ausländer keine Immobilien besitzen dürfen. Grund und Boden, das einzige was zählt, nicht einmal der Condobesitz mit seinem 49% Konstrukt ist etwas Wahres! Bloß, sogar wenn die Gesetzeslage geändert würde, wer würde nicht zu recht argwöhnen ob bei den ständigen Regierungswechseln, so eine Sache Bestand hätte? Erst bezahlt und dann wieder enteignet!
Rudolf Lippert 03.11.25 21:17
Sozialismus in Thailand?
Gut zu wissen für "Investoren".
Manfred Guempel 03.11.25 18:10
1,62 Mio. leerstehende
@ Herr Norbert Mayer
Sie erwähnten Jomtien Beach. Meines Erachtens sieht es am Wongamat Beach schlimmer aus. Schon gesehen auf kleinsten Raum die Hochhäuser, die engen Straßen dazu. Bin reingefahren letzte Woche, Horror Fahrt um rein und rauszukommen! Ferner der viel kleinere Strand.
Vom Meerwasser an beiden Orten,garnicht erst sprechen!
Thomas Sylten 03.11.25 16:50
Offenbar kann man ein Umfeld politisch so gestalten, dass wie Teufel gebaut wird. Ob man sich da in D was abschauen könnte?

Zumindest eine Zeit lang -
wir könnten uns revanchieren und den Thai zeigen, wie man Bauaktivitäten erfolgreich abwürgt. Win-win, sozusagen.. ;) 555
Norbert Mayer 03.11.25 16:20
@Wolf - genau so ist es
@Wolf - genau so sehe ich das auch, momentan auch hier in Pattaya-Jomtien.
Es wird gebaut "auf Teufel komm raus" bei zurückgehendem Tourismus, und zudem mit exorbitanten Preisen. So wird das nichts.
Manfred Guempel 03.11.25 16:10
1,64 millionen Wohnungen leerstehend
Falls die Zahl stimmt,( vielleicht mehr?) ist dies zuviel.
Ich frage mich schon lange,was Bautraeger, Investoren und Staedte, Gemeinden sich gedacht haben so etwas zu planen,genehmigen usw.
Kommt mir vor wie einer springt ins Wasser,andere hinterher!
Die neuen und alten Wohnungen kann man doch sehr guenstig mieten, ist wesentlich besser als kaufen! Warum billig vermietet wird hat doch seinen Grund!
Wer glaubt, waere eine gute Rendite, treumt nur!
Schon mal nachgedacht, falls verkauft, vermietet. alle Leute zum Beach gehen ob dort noch etwas frei ist und man Sand sieht?
Wolf Pattayafreak 03.11.25 14:20
Ich sehe das anders
@Andre Becker: Ich sehe das anders, mit einer Besteuerung der Leerstände würde das sinn- und planlose investieren in Bauprojekte vielleicht mal aufhören und somit würden die Leerstände wenigstens nicht permanent weiter aufgestockt. Dann(so denkt die Regierung)wird das mit der Bezahlung der Leerstände den Eigentümern wahrscheinlich auf Dauer doch zuviel und sie sollten hoffentlich dann die Preise senken um so wieder erschwinglichen Wohnraum anzubieten.
Ingo Kerp 03.11.25 13:10
Es wurde gebaut auf Teufel komm raus in Thailand. Natürlich gab es keinen Plan B, da für die Thais ewig die finanzielle Sonne zu scheinen hatte. Die vielen Millionen Touris werden sich schon um die Condos reissen und alles bezahlen, was verlangt wird. Auch den Thais selbst ist das Geld knapp geworden, weshalb deren Condo-Kauf auch stockt. Jetzt ist das Jammern groß und mangels Masse verfallen etliche Immobilien und werden unverkäuflich.
Dieter Kowalski 03.11.25 10:20
Nicht nur in Bangkok, auch am Land massenhaft Leerstände in allen Lagen.
Es ist so wie überall: Ohne Moos nix los, und genau davon haben viele Thais zu wenig.
Andre Becker 03.11.25 00:50
Steuer auf Leerstand? Kontraproduktiv!!
Was soll das? Dann steigen die Kosten für die Investoren ja noch weiter. Bei Überangebot hilft nur die Preise zu senken, aber in Thailand läuft das ja anders: Wenn man nichts verkauft, einfach die Preise verdoppeln, dann passt es unter dem Strich wieder. Nur der Aufschlag in der Realität wird dann meistens sehr hart....

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