Zeitungen kommentieren das Weltgeschehen am Sonntag

Foto: Adobe Stock/©elis Lasop
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«Sunday Times»: Ein No-Deal-Brexit muss verhindert werden

LONDON: Die Londoner «Sunday Times» warnt vor einem Scheitern der Gespräche über ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien:

«Wenn es kein Abkommen gibt, würde dies sowohl für die EU, die mit ihren eigenen internen Streitigkeiten zu kämpfen hat, als auch für das Vereinigte Königreich ein Scheitern der Staatskunst bedeuten. Ein No-Deal-Brexit würde den Volkswirtschaften schaden, die aufgrund der Corona-Pandemie Rekordeinbrüche und einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit erlitten haben - gerade zu einem Zeitpunkt, da man wegen der Impfstoffe mit einem gewissen Optimismus in die Zukunft blicken kann.

Der politische Druck für die Unabhängigkeit Schottlands, der sich weiter aufgebaut hat, würde noch verstärkt werden. Der Preis für den Austritt aus der EU darf nicht das Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreichs sein. Beide Seiten sollten bestrebt sein, einen No-Deal-Brexit zu vermeiden. In den kommenden Tagen müssen sich kluge Köpfe durchsetzen.»


«NZZ am Sonntag»: China als Feind und Partner

ZÜRICH: Die «Neue Zürcher Zeitung am Sonntag» beschäftigt sich mit dem Verhältnis der USA zu China:

«Die letzten Tage waren musterhaft. China konnte die Landung seiner Raumsonde auf dem Mond verkünden, die Gesteins- und Erdproben entnahm und damit unterwegs zurück zur Erde ist. Eine enorme Leistung. Zudem wurden drei Hongkonger Aktivisten zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie für Demokratie kämpfen - Basis ist ein Sicherheitsgesetz aus Peking. Nochmals für Schlagzeilen sorgte China auch mit massiven Zöllen auf australische Weinimporte. Damit wird Sydney bestraft, weil es forderte, die Ursprünge der Corona-Pandemie zu untersuchen. All das ist China: eine Großmacht, die dem Westen technologisch, wirtschaftlich und bald auch militärisch den Rang abläuft und ihre Interessen immer offener und rücksichtsloser durchsetzt. Beobachter sprechen von einem neuen Kalten Krieg. (...) Joe Biden dürfte wie schon Donald Trump China als Konkurrenten und als Bedrohung sehen. Doch der US-Präsident wird im Gegensatz zu seinem Vorgänger China zusammen mit seinen Alliierten begegnen, und er wird verstehen, dass China nicht nur ein Feind ist, sondern auch ein Partner sein muss - etwa bei der Bekämpfung des Klimawandels. Das ist komplizierter als ein Kalter Krieg.»

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