Wunderschön, aber auch sehr heimtückisch

Und die Swiss Society Bangkok zu Besuch im Discovery Garden Pattaya

Die Besucher des Gartens haben gelernt, wie Schokolade entsteht und konnten vegane Schokomousse probieren. Fotos: hf
Die Besucher des Gartens haben gelernt, wie Schokolade entsteht und konnten vegane Schokomousse probieren. Fotos: hf
Sind das nicht außerordentlich tolle Blüten?
Sind das nicht außerordentlich tolle Blüten?

Wieder einmal haben wir den Pickup bis unters Dach mit Pflanzen vollgepackt und sind von Pattaya nach Nong Khai gefahren. Viele Bananensorten fehlten im Nordosten noch, ebenso ein ungewöhnlicher Oleander.

Die Bananen mit den schwarzen Stämmen aus Papua Neuguinea hatte ich im Discovery Garden Nong Khai beispielsweise noch nicht, nun kann ich sie dort auch zeigen. Es handelt sich um eine urtümliche alte Sorte, die noch viele Samen hat. Als Bananenzüchter will man die nicht unbedingt kultivieren, denn zwar ist ihr Fruchtfleisch sehr süss, aber es ist schon etwas seltsam, sie zu verspeisen. Es mutet an, als wenn man Schrot im Mund hätte. Auch mitgenommen haben wir den Kletternden Oleander (Strophanthus gratus), der von mir lange Zeit unbeachtet blieb, trotz seiner schönen Blüten.

Die wohl beste Nudelsuppe der Welt

Bananen mit schwarzen Stämmen waren dabei.
Bananen mit schwarzen Stämmen waren dabei.

Im Nong-Khai-Garten ist – trotz meiner sechswöchigen Abwesenheit – nur wenig kaputt gegangen und meine dortige Vanille ist sogar ganz erfreulich gewachsen. Die bereits 18 Jahre alte Waschmaschine haben wir ersetzen müssen, aber das war ja absehbar. Die Post funktioniert in Nong Khai übrigens viel besser als in Pattaya, ich habe einen wichtigen Brief aus der Schweiz in rekordverdächtiger Zeit erhalten, und das ist kein Einzelfall.

Und wir haben die vermutlich beste Nudelsuppe der Welt entdeckt. Beim Wat-That-Markt hat ein neuer Suppenshop eröffnet, wo es eine Nudelsuppe mit Rindfleisch gibt, die ihresgleichen sucht. Dort war ich sicher nicht zum letzten Mal!

Neu gepflanzt habe ich im Isaan eine Pflanze, die mir ein Gartenbesucher vor Jahren in Pattaya mitgebracht hat. Sie stand dort in einer Ecke, wir haben sie kaum beachtet, trotz ihrer schönen Blüten mit weißen, rosaroten und roten Elementen. Offenbar ist sie nun so gut verwurzelt, dass sie zu „klettern“ angefangen hat. Das heißt, sie hat einen starken Trieb geformt, der nun rasant nach oben ausschlägt. Der vermeintliche Busch ist tatsächlich eine Kletterpflanze.

Sie liefert gutes Gift für Pfeilspitzen

Die Vanille in Nong Khai wächst rasch heran.
Die Vanille in Nong Khai wächst rasch heran.

Inzwischen habe ich auch ihren Namen gefunden, es handelt sich um den Kletternden Oleander und er stammt ursprünglich aus Afrika. Wie die meisten Oleander handelt es sich beim Strophanthus gratus um eine sehr giftige Pflanze. Die Eingeborenen in Afrika imprägnieren damit ihre Pfeilspitzen für die Jagd. Damit kann man mit einem einzigen Schuss ein Flusspferd erledigen, weil das Gift die Herz- und Lungenaktivität lahmlegt. Die Ranke kann bis zu 25 Meter lang werden und einen Durchmesser von 10 Zentimetern erreichen. Ein absolut faszinierendes Gewächs, auch wenn ich eigentlich nicht vorhabe, am Mekong auf Flusspferd-Jagd zu gehen…

Aus verschiedenen Gründen bin ich nach nur drei Tagen nach Pattaya zurückgekehrt. Unter anderem hat sich die Swiss Society Bangkok zu einem Besuch im Discovery Garden Pattaya angesagt, schlussendlich schauten 28 Personen vorbei, das ist für uns ein Rekord. Wenn größere Gruppen den Discovery Garden Pattaya unter meiner Führung besuchen wollen, kann ich auch zukünftig bei Bedarf schnell von Nong Khai (Udon-Thani-Flughafen) einfliegen. Ich denke, der Besuch hat sich für alle Beteiligten gelohnt. Eine interessierte Gruppe, einige alte Bekannte, einige von ihnen werden wohl wieder kommen oder mich in Nong Khai besuchen, das wäre wohl ebenfalls ein interessanter Ausflug, denn ab Dezember 2021 liegt Nong Khai bzw. Vientiane dank der Eisenbahn aus China direkt an der neuen Seidenstraße.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook.

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Klaus-Peter Kostag 09.02.20 18:48
Strophantus gratus
Lieber Hans Fritschi,

die Samen dieses strophantus gratus sind eine lebensrettende Herzmedizin. Durchkauen, dann einige Zeit in die Mundschleimhäute einwirken lassen und den Brei nach 10 Minuten ausspucken, ohne ihn auch nur teilweise zu schlucken. Vorsichtshalber. Der darin enthaltene Wirkstoff STROPHANTIN rettete in Europa und auch nachweislich in Deutschland unzählige Menschen, kurz vor Herzinfarkten und bei der Attacke selbst das Leben. Und das war nicht gut für die Pharma-Lobby. Und sie nutzte einen willkommene Vorwand, STROPHANTIN in Europa endlich verbieten zu lassen. Ein dummer, unerfahrene Arzt hatte mit dem Stoff mal ganz nebenbei einen Patienten per Überdosis totgespritzt. Die Mutter Deines Dir von mir mitgebrachten Triebe wächst heute in Chaya Phum bei meinen Schwiegereltern und lässt Dein Blütenwunder herzlich grüßen. Vermute ich jedenfalls. Im Web fändest Du noch weit mehr über die oben angerissene Story, beispielsweise Versuche, STROPHANTIN wieder zuzulassen, ein Arzt an der Berliner Charité beispielsweise. Sei herzlichst gegrüßt, Klaus-Peter Kostag