Weniger Flüge aus dem Nahen Osten

Flugkapazitäten sinken um mehr als 30 Prozent

Eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok. Die Airline reduzierte ihre Sitzplatzkapazität auf der Strecke Dubai–Bangkok um 20 Prozent. Foto: epa/Barbara Walton
Eine Maschine der Fluggesellschaft Emirates am Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok. Die Airline reduzierte ihre Sitzplatzkapazität auf der Strecke Dubai–Bangkok um 20 Prozent. Foto: epa/Barbara Walton

BANGKOK: Die monatliche Sitzplatzkapazität auf Flugverbindungen zwischen dem Nahen Osten und Thailand ist im Vergleich zur Zeit vor dem Irankrieg um 33,7 Prozent zurückgegangen. Nach Angaben der Thailändischen Tourismusbehörde (TAT) standen im Mai bei 14 Fluggesellschaften insgesamt 199.595 Sitzplätze zur Verfügung. Vor Beginn des Konflikts lag die Kapazität noch bei 300.902 Plätzen.

Besonders betroffen sind Verbindungen nach Bangkok. Emirates reduzierte die Zahl der Sitzplätze auf der Strecke Dubai–Bangkok um 20 Prozent, hielt die Kapazität nach Phuket jedoch stabil. Qatar Airways verringerte die Sitzplatzkapazität auf den Strecken Doha–Bangkok um 50 Prozent sowie Doha–Phuket um 33 Prozent. Etihad reduzierte die Kapazität auf der Strecke Abu Dhabi–Phuket um 30 Prozent, während das Angebot nach Bangkok unverändert blieb.

Nahost-Reisende warten weiter

Chiravadee Khunsub, stellvertretende Gouverneurin der TAT für Europa, Afrika, den Nahen Osten und Amerika, erklärte, dass eine erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran kurzfristig nicht ausgeschlossen werde. Viele Reisende aus der Region würden daher zunächst abwarten und ihre Buchungen oft erst sieben bis 14 Tage vor Abreise vornehmen.

Gleichzeitig verwies sie auf weiterhin großes Interesse an Thailand. Im Mai seien mehr als 1,21 Millionen tourismusbezogene Suchanfragen aus der Region registriert worden. Dies zeige, dass viele Reisende ihre Optionen weiterhin prüften, endgültige Entscheidungen jedoch hinauszögerten.

32 Prozent weniger Besucher

Nach Angaben des Tourismusministeriums verzeichnete Thailand in den ersten vier Monaten des Jahres 103.053 Besucher aus dem Nahen Osten. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Da mehrere Fluggesellschaften ihre Kapazitäten nach Phuket weitgehend beibehalten hätten, sehe die TAT darin ein Zeichen für eine weiterhin starke Nachfrage im Bereich Langzeitaufenthalte und Luxusreisen. Im Wettbewerb mit Reisezielen wie Malaysia, den Malediven, Bali, der Türkei und Europa bleibe Thailand insbesondere bei Strand- und Inselurlauben, Flugverbindungen, Familienfreundlichkeit sowie Wellness- und Spa-Angeboten konkurrenzfähig. Als Schwachpunkt nannte die Behörde lediglich das Angebot und die Verfügbarkeit von Halal-Lebensmitteln.

TAT startet neue Sommerkampagnen

Die TAT konzentriert sich nun auf den Zeitraum zwischen Juni und August, in dem in vielen Ländern Schulferien stattfinden. Das TAT-Büro in Dubai bereitet gemeinsam mit Fluggesellschaften und Online-Reiseplattformen neue Kampagnen vor, um zusätzliche Buchungen aus der Region zu sichern.

Parallel dazu richtet die TAT ihren Fokus verstärkt auf wachstumsstarke Märkte wie Saudi-Arabien. Dort wird mit durchschnittlichen Ausgaben von rund 110.000 Baht pro Reise gerechnet. Zusätzlich plant die TAT Informationsreisen für Reiseveranstalter aus afrikanischen Wachstumsmärkten wie Südafrika, Marokko und Mauritius. Diese Länder verzeichneten im Jahr 2025 Zuwächse von 6,6 Prozent, 66 Prozent beziehungsweise 34,8 Prozent.

Familien buchen lange Aufenthalte

Uraiwan Thaipakdee, Vizepräsidentin der Association of Thai Travel Agents, erklärte, dass Reisende aus dem Nahen Osten trotz der angespannten Lage weiterhin Aufenthalte während der Schulferien im Juli und August buchen würden. Besonders gefragt seien familienfreundliche Langzeitunterkünfte wie Serviced Apartments mit drei oder vier Schlafzimmern in Bangkok, da viele Familien bis zu vier Wochen bleiben möchten.

Zudem beobachte die Branche eine steigende Nachfrage nach günstigeren Hotels, um die hohen Flugkosten auszugleichen. Gleichzeitig würden Reisende verstärkt auf flexible Stornierungsbedingungen achten, nachdem es in den ersten Wochen des Krieges zu zahlreichen Flugausfällen gekommen war.

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