Wasserflugzeuge: Start verzögert sich weiter

Umweltauflagen bremsen den geplanten Marktstart in Thailand

Siam Seaplane plant den Start kommerzieller Wasserflugverbindungen in Thailand ab 2027. Foto: Siam Seaplane
Siam Seaplane plant den Start kommerzieller Wasserflugverbindungen in Thailand ab 2027. Foto: Siam Seaplane

PHUKET: Thailand verfügt nach Einschätzung des Luftfahrtunternehmens Siam Seaplane über beste Voraussetzungen, sich zum führenden Markt für Wasserflugzeuge in Südostasien zu entwickeln. Verzögerte Genehmigungsverfahren und veraltete Vorschriften bremsen jedoch den Ausbau des Sektors, erklärte Unternehmenschefin Worakanya Siripidej.

Zwar sei die Nachfrage nach Wasserflugdiensten in Thailand hoch, doch hätten Länder wie Indonesien und Vietnam den Markt deutlich schneller entwickelt. Nach Angaben von Worakanya seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht im gleichen Tempo modernisiert worden wie die technische Entwicklung der Branche.

Umweltauflagen bremsen den Start

Ein zentrales Hindernis sei eine Verordnung des thailändischen Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt aus dem Jahr 2023. Diese schreibt für temporäre Wasserlandeplätze und schwimmende Anlegestellen Umweltverträglichkeitsprüfungen vor, deren Kosten sich auf mehrere Millionen Baht belaufen können. Nach Ansicht des Unternehmens stellt dies insbesondere für kleinere Betreiber eine erhebliche finanzielle Belastung dar und habe den geplanten Start des Wasserflugbetriebs in Thailand verzögert.

Siam Seaplane wurde 2019 in Thailand gegründet und erhielt 2024 das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Air Operator Certificate). Das Unternehmen gehört zur Seaplane Asia Group, die bereits Wasserflugdienste in Indonesien und Kambodscha anbietet. Derzeit führt Siam Seaplane ausschließlich Charterflüge zwischen Landflughäfen mit einer Cessna Grand Caravan durch, darunter Verbindungen von Bangkok nach Koh Samui sowie zwischen Koh Samui und Phuket.

CAAT-Regeln greifen noch zu kurz

Im vergangenen Jahr führte die Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT) erstmals Vorschriften für den kommerziellen Wasserflugbetrieb ein und definierte Standards für temporäre Start- und Landeplätze auf dem Wasser. Nach Unternehmensangaben decken diese Regelungen jedoch lediglich provisorische Einrichtungen ab. Für größere Wasserflugbasen mit mehreren Stellplätzen – wie sie beispielsweise auf den Malediven üblich sind – fehle bislang weiterhin ein rechtlicher Rahmen.

Auch Landungen an Stränden seien gesetzlich noch nicht eindeutig geregelt. Um die Entwicklung des Sektors voranzutreiben, wurde inzwischen ein nationales Strategiegremium für Wasserflugzeuge eingerichtet. Den Vorsitz führt der stellvertretende Verkehrsminister. Das Gremium soll als zentrale Anlaufstelle die Zusammenarbeit zwischen Behörden wie der CAAT, Aerothai sowie dem Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation koordinieren und Genehmigungsverfahren beschleunigen.

Drei Wasserlandeplätze geplant

Gemeinsam mit der CAAT und Aerothai hat Siam Seaplane dem Umweltministerium vorgeschlagen, die Anforderungen an Umweltprüfungen für Wasserfluganlagen zu überarbeiten. Eine Entscheidung wird nach Unternehmensangaben im vierten Quartal 2026 erwartet. Parallel dazu sollen noch in diesem Jahr die Anhörungen der Bevölkerung in der Provinz Krabi abgeschlossen werden. Anschließend plant das Unternehmen den Bau von drei temporären Wasserlandeplätzen in Tub Kaek und auf Koh Phi Phi.

Weitere Standorte sind in Bang Tao und Makham Bay auf Phuket sowie auf Koh Yao Noi in der Provinz Phang Nga vorgesehen. Läuft das Genehmigungsverfahren planmäßig, könnte der kommerzielle Wasserflugbetrieb bereits im Januar 2027 aufgenommen werden.

Flotte wächst auf sieben Flugzeuge

Trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich das Unternehmen optimistisch. Bereits im Januar gingen nach eigenen Angaben nahezu 100 Anfragen für Wasserflugverbindungen ein. Zur Vorbereitung der Expansion wurden in diesem Jahr sechs weitere Cessna Grand Caravan bestellt. Damit soll die Flotte auf insgesamt sieben Flugzeuge wachsen.

Für 2027 strebt Siam Seaplane einen Umsatz von 70 Millionen Baht an. Innerhalb der kommenden fünf Jahre sollen die Erlöse auf rund 650 Millionen Baht steigen. Langfristig ist eine Flotte von sieben bis 15 Flugzeugen vorgesehen. Rund 70 Prozent der Einnahmen sollen künftig aus Wasserflugverbindungen stammen, der Rest aus Charterflügen zwischen Landflughäfen.

Phuket– Koh Phi Phi in 30 Minuten

Als Beispiel nennt das Unternehmen einen etwa 30-minütigen Flug von Phuket nach Koh Phi Phi. Die Charterverbindung kostet rund 50.000 Baht und bietet Platz für acht bis zehn Passagiere.

Langfristig sieht Siam Seaplane großes Potenzial für Wasserflugzeuge als Ergänzung der touristischen Infrastruktur und zur besseren Erreichbarkeit abgelegener Inseln und Küstenregionen. Darüber hinaus plant das Unternehmen ab 2027 grenzüberschreitende Charterflüge nach Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam sowie eine Zusammenarbeit mit dem National Institute for Emergency Medicine im Bereich medizinischer Evakuierungsflüge.

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