PHUKET: Die thailändische Regierung hat ihr Vorgehen gegen illegal betriebene Hotels auf Phuket verschärft, nachdem bei Kontrollen drei Beherbergungsbetriebe ohne die erforderlichen Genehmigungen entdeckt worden waren. Nach Angaben der stellvertretenden Regierungssprecherin Ploythalay Laksameesaengjan erfolgt die Maßnahme auf Anweisung von Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul. Dieser habe das Innenministerium beauftragt, gemeinsam mit den zuständigen Behörden die öffentliche Ordnung zu stärken und die Einhaltung der Hotelvorschriften konsequent durchzusetzen.
Eine gemeinsame Inspektion unter Leitung des stellvertretenden Innenministers Polapee Suwunchwee überprüfte drei Hotels mit rund 200, 240 und 45 Zimmern. Die Behörden stellten fest, dass keines der Objekte über gültige Baugenehmigungen oder eine Hotelbetriebslizenz verfügte.
Wohnhäuser wurden zu Hotels umgebaut
Nach den Ermittlungen waren zwei der Gebäude ursprünglich als Wohnhäuser beziehungsweise Eigentumswohnanlagen genehmigt worden, später jedoch ohne behördliche Genehmigung in Hotels umgewandelt worden. Testbuchungen über Online-Plattformen ergaben zudem, dass sich die Unterkünfte fast ausschließlich an europäische und andere ausländische Touristen richteten, während thailändische Gäste kaum vertreten waren.
Die Ermittler stießen außerdem auf Hinweise auf mutmaßliche Nominee-Konstruktionen. Dabei sollen Unternehmen mit einer Beteiligungsstruktur von 49 Prozent ausländischen und 51 Prozent thailändischen Anteilseignern genutzt worden sein, um die gesetzlichen Vorgaben zu umgehen. In einigen Fällen befanden sich die Immobilien zwar im Eigentum thailändischer Staatsangehöriger, wurden jedoch an chinesische Investoren verpachtet, die dort nach Behördenangaben Hotels ohne die erforderlichen Genehmigungen betrieben haben sollen.
Mehr als zehn Standorte überprüft
Die Kontrollen waren Teil einer größeren Überprüfungsaktion an mehr als zehn Standorten auf Phuket. Provinzgouverneur Sophon Suwannarat wurde angewiesen, die sofortige Schließung von Betrieben anzuordnen, falls die Betreiber die geforderten Unterlagen nicht vorlegen können.
Nach Angaben der Regierung arbeitet das Department of Provincial Administration inzwischen gemeinsam mit der Royal Thai Police, dem Handelsministerium, dem Department of Special Investigation sowie weiteren Behörden daran, die Ermittlungen gegen mutmaßliche ausländische Unternehmensnetzwerke landesweit auszuweiten.
Neues Prüfsystem gegen Nominees
Unabhängig davon kündigte die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Pervsivatan die Einführung eines neuen, auf Geheimdienstinformationen gestützten Prüfsystems zum 1. August 2026 an. Dieses soll Unternehmensregistrierungen, Gesellschafterstrukturen und Finanzunterlagen analysieren, um Firmen mit verdächtigen thailändischen Anteilseignern und einem erhöhten Risiko für Nominee-Konstruktionen frühzeitig zu erkennen.
Lalida betonte jedoch, dass die neuen Maßnahmen nicht darauf abzielten, rechtmäßige ausländische Investitionen zu erschweren. Vielmehr solle klar zwischen legal tätigen Investoren und Unternehmen unterschieden werden, die Nominee-Strukturen zur Umgehung der geltenden Gesetze nutzten.