Phuket weitet Nominee-Razzien aus

Rund 200 weitere Unternehmen stehen vor einer Überprüfung

Behördenmitarbeiter prüfen Unternehmensunterlagen im Rahmen von Ermittlungen gegen mutmaßliche Nominee-Unternehmen. Symbolbild: KI-generiert
Behördenmitarbeiter prüfen Unternehmensunterlagen im Rahmen von Ermittlungen gegen mutmaßliche Nominee-Unternehmen. Symbolbild: KI-generiert

PHUKET: Das thailändische Innenministerium hat seine Ermittlungen gegen mutmaßliche Nominee-Unternehmen auf Phuket ausgeweitet. Dabei handelt es sich um Firmen, bei denen thailändische Staatsangehörige mutmaßlich als Strohmänner für ausländische Investoren auftreten. In der nächsten Untersuchungsphase sollen rund 200 weitere Unternehmen überprüft werden.

Der stellvertretende Innenminister Polapee Suwunchwee erklärte, dass bereits 159 Unternehmen mit Verdacht auf Nominee-Strukturen an einen Untersuchungsausschuss übergeben worden seien. Gegen 39 Firmen seien rechtliche Schritte eingeleitet worden, während 34 Unternehmen angewiesen worden seien, ihren Geschäftsbetrieb einzustellen.

Über 400 Firmen unter Verdacht

Nach Angaben des Ministers überprüfen die Behörden derzeit mehr als 10.000 auf Phuket registrierte Unternehmen. Mehr als 400 davon könnten aufgrund des Verdachts auf Nominee-Strukturen näher untersucht werden. Die nächste Gruppe von rund 200 Unternehmen soll nun dem Untersuchungsausschuss vorgelegt werden. Ein gemeinsamer Sachstandsbericht mit dem Land Department werde voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag (2.–3. Juli 2026) veröffentlicht.

Die Ermittler sollen die Eigentümerstruktur jedes Unternehmens prüfen und feststellen, ob thailändische Staatsangehörige als Nominee für ausländische Interessen eingesetzt wurden. Polapee hatte gemeinsam mit dem ebenfalls stellvertretenden Innenminister Worasit Liangprasit am Sonntag Phuket besucht. Beide waren von Premier- und Innenminister Anutin Charnvirakul mit der Leitung der Maßnahmen beauftragt worden.

Landtitel werden überprüft

Zudem wurde das Land Department angewiesen, Grundstücksdokumente umfassend zu überprüfen. Dabei soll unter anderem nachvollzogen werden, wann die Dokumente ausgestellt wurden und auf welcher Grundlage die Eigentumsrechte erteilt wurden. Die beiden Vizeminister wollen innerhalb der kommenden zwei Wochen erneut nach Phuket reisen, um den Fortgang der Ermittlungen zu verfolgen.

Nach Angaben von Polapee arbeiten das Land Department und das Handelsministerium eng zusammen. Dabei werden Unternehmensregister mit Daten zum Grundeigentum abgeglichen. Die Behörden betonten, dass sämtliche Verfahren rechtsstaatlich geführt würden. Neben möglichen Gesetzesverstößen der Unternehmen werde auch geprüft, ob Beamte rechtswidriges Handeln begünstigt oder zugelassen haben.

Ermittlungen in drei Provinzen

Bereits Anfang des Monats hatten die Behörden bei einer gesonderten Aktion Vermögenswerte im Wert von mehr als einer Milliarde Baht beschlagnahmt und 48 thailändische sowie ausländische Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittlungen richteten sich gegen mutmaßliche Netzwerke von Nominee-Unternehmen in den Provinzen Phuket, Phang Nga und Krabi. Dabei identifizierten die Ermittler zahlreiche Unternehmen, bei denen thailändische Anteilseigner mutmaßlich als Strohaktionäre für ausländische Investoren eingesetzt wurden.

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