Schottischer Boxer stirbt nach Tuk-Tuk-Sturz

Fahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Der schottische Profiboxer Colin Cairney galt als eines der größten Nachwuchstalente seines Landes. Nach einem schweren Unfall auf Phuket verstarb der ungeschlagene Weltergewichtler im Alter von nur 22 Jahren. Foto: Verano Boxing Club
Der schottische Profiboxer Colin Cairney galt als eines der größten Nachwuchstalente seines Landes. Nach einem schweren Unfall auf Phuket verstarb der ungeschlagene Weltergewichtler im Alter von nur 22 Jahren. Foto: Verano Boxing Club

PHUKET: Der schottische Profiboxer Colin Cairney ist wenige Tage nach einem schweren Unfall auf Phuket im Alter von 22 Jahren gestorben. Der ungeschlagene Weltergewichtler erlag seinen Verletzungen im Vachira Phuket Hospital, nachdem er am frühen Morgen des 14. Juni 2026 im Bezirk Kathu aus einem Tuk-Tuk gestürzt war.

Cairney hielt sich gemeinsam mit Verwandten und Freunden aus Großbritannien zu Urlaubszwecken auf Phuket auf. Nach Angaben der Polizei hatte er zuvor mit Freunden in Patong gefeiert und wollte anschließend mit einem roten Tuk-Tuk zu seinem Hotel zurückkehren. Laut Ermittlungen kam es jedoch zu einem Streit über den Fahrpreis, da der Boxer kein Bargeld bei sich hatte. Daraufhin soll vereinbart worden sein, zunächst einen Geldautomaten aufzusuchen.

Boxer erliegt seinen Verletzungen

Überwachungskameras zeigen, dass das Tuk-Tuk gegen 04.02 Uhr weiterhin durch Patong fuhr, ohne den Fahrgast am Hotel abzusetzen. Kurz darauf stürzte Cairney aus dem Heck des Fahrzeugs, schlug mit dem Kopf auf die Fahrbahn auf und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Trotz intensiver medizinischer Behandlung lag er seit dem Unfall im Koma und verstarb nun an den Folgen seiner Verletzungen.

Nach Angaben von Pol. Maj. Surachart Thongyai, leitender Ermittler der Polizeiwache Patong, könnte Alkohol bei dem Vorfall eine Rolle gespielt haben. Freunde des Boxers hätten bei ihrer Ankunft im Krankenhaus Anzeichen starker Alkoholisierung gezeigt. Blutproben wurden zur Untersuchung genommen, die Ergebnisse stehen jedoch noch aus.

Suche nach Bargeld vor dem Unfall

Ein Sicherheitsmitarbeiter des Hotels erklärte, Cairney habe zuvor erfolglos versucht, über seine Bankkarte an Bargeld zu gelangen. Anschließend habe er beschlossen, Geld an einem Automaten abzuheben, um den Fahrpreis zu bezahlen. Auf Videoaufnahmen sei außerdem zu sehen, wie eine Frau das Hotel gemeinsam mit ihm verließ. Ob sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls im Tuk-Tuk befand, konnte bislang nicht bestätigt werden.

Die Ermittler betonen, dass die Aufnahmen keine Hinweise auf einen Angriff oder eine Auseinandersetzung im Fahrzeug zeigen. Vielmehr sei eindeutig zu erkennen, dass Cairney allein aus dem Tuk-Tuk fiel. Der Fahrer hielt nach dem Vorfall jedoch nicht an, um Hilfe zu leisten.

Fahrer schildert den Unfallabend

Die Polizei konnte den Fahrer inzwischen ausfindig machen und befragen. Der 34-jährige Mann aus der Provinz Phatthalung gab an, einen ausländischen Mann und eine Frau in der Bangla Road aufgenommen und zu einem Hotel nahe Kalim Beach gebracht zu haben. Da die Fahrgäste nach eigenen Angaben kein Bargeld besaßen, habe er den Mann zu drei verschiedenen Geldautomaten gefahren. Nachdem sämtliche Abhebungsversuche gescheitert seien, habe er beschlossen, ihn zurück zur Bangla Road zu bringen.

Während der Fahrt auf der Phra Barami Road habe er zwar bemerkt, dass etwas mit dem Fahrzeug nicht stimme, jedoch nicht angehalten. Erst rund zwei Kilometer später habe er festgestellt, dass sich der Fahrgast nicht mehr im Tuk-Tuk befand. Der Fahrer meldete den Vorfall weder der Polizei noch anderen Personen und erfuhr nach eigenen Angaben erst später von den schweren Verletzungen und dem Tod des Boxers.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Die Polizei erhob daraufhin Anklage wegen fahrlässiger Tötung sowie wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Fahrer habe die Vorwürfe gestanden, erklärte Pol. Maj. Surachart.

Cairney galt als eines der größten Nachwuchstalente des schottischen Boxsports. Seit seinem Profidebüt im Februar 2023 blieb er in zehn Kämpfen ungeschlagen und gewann sechs davon durch K.o. Im Jahr 2025 sicherte er sich den WBO International Youth Welterweight Title.

Boxwelt trauert um Colin Cairney

Sein Verein, das 1314 Boxing Club in Stirling, würdigte ihn in einer Mitteilung als wichtigen Teil der Vereinsfamilie. Auch Kynoch Boxing Scotland veröffentlichte einen Nachruf. Darin hieß es, dass man zutiefst erschüttert sei über den Tod des erst 22-jährigen Sportlers. Cairney sei im Ring ein Publikumsliebling gewesen und außerhalb des Sports als äußerst respektvoller und geschätzter Mensch bekannt gewesen.

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