Phuket räumt illegal besetzten Nui Beach

50 illegale Bauten werden entfernt, Strand kehrt ans Volk zurück

Ein Bagger beginnt mit dem Abriss eines illegal errichteten Gebäudes im Waldschutzgebiet am Nui Beach auf Phuket. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Ein Bagger beginnt mit dem Abriss eines illegal errichteten Gebäudes im Waldschutzgebiet am Nui Beach auf Phuket. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

PHUKET: Die thailändische Regierung hat ihre Maßnahmen gegen die illegale Nutzung staatlicher Flächen auf Phuket weiter verschärft. Am Montag (20. Juli 2026) begann ein groß angelegter Einsatz zur Rückgewinnung des Nui Beach in der Gemeinde Karon. Nach Angaben des Ministeriums für natürliche Ressourcen und Umwelt sollen dort zahlreiche Bauwerke entfernt werden, die widerrechtlich in einem staatlichen Waldschutzgebiet errichtet worden waren. Die Behörden kündigten an, den Strand nach mehr als zehn Jahren privater Nutzung wieder dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Umweltminister Suchart Chomklin erklärte, dass die Aktion auf Anweisung von Premierminister Anutin Charnvirakul im Rahmen des sogenannten „Phuket-Modells“ erfolge. Ziel sei es, die Nutzung staatlicher Grundstücke neu zu ordnen, Naturressourcen besser zu schützen und das Gesetz ohne Ausnahme und unabhängig vom Einfluss einzelner Personen durchzusetzen.

20 Jahre Streit um den Nui Beach

Nach Angaben des Ministers besteht der Konflikt um den Nui Beach bereits seit mehr als 20 Jahren. Für das rund 18 Rai (etwa 2,9 Hektar) große Gelände war ursprünglich ein Landtitel ausgestellt worden, den der Oberste Gerichtshof bereits 2014 wegen rechtswidriger Ausstellung für ungültig erklärte. Das Gebiet wurde daraufhin wieder als staatliches Waldschutzgebiet eingestuft. Seitdem laufen Ermittlungen und rechtliche Verfahren gegen die unzulässige Nutzung.

Umweltminister Suchart Chomklin informiert sich gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Behörden über den Verlauf des Großeinsatzes. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Umweltminister Suchart Chomklin informiert sich gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Behörden über den Verlauf des Großeinsatzes. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

An dem Einsatz beteiligten sich neben Umweltminister Suchart auch Innenstaatssekretär Worasit Liangprasit, der stellvertretende Gouverneur der Provinz Phuket, Vertreter der Nationalpark- und Forstbehörden sowie mehr als 400 Beamte verschiedener Spezialeinheiten, unterstützt von Polizei und Verwaltungsbehörden. Nach Behördenangaben sollen insgesamt 50 Bauwerke entfernt werden. Am Montag wurden zunächst jene Gebäude abgerissen, bei denen sämtliche Einspruchsfristen bereits abgelaufen waren.

Modell für landesweite Einsätze

Suchart bezeichnete den Einsatz als schwierig, betonte jedoch, dass die Regierung Phuket als Modellregion nutzen wolle, um vergleichbare Maßnahmen künftig auch in anderen Landesteilen umzusetzen. Staatliches Land gehöre allen Thailändern und dürfe nicht dauerhaft von Einzelpersonen oder einflussreichen Gruppen zum eigenen Vorteil genutzt werden.

Mehr als 400 Einsatzkräfte von Polizei, Forst- und Naturschutzbehörden beteiligten sich an der Rückgewinnung des Nui Beach. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Mehr als 400 Einsatzkräfte von Polizei, Forst- und Naturschutzbehörden beteiligten sich an der Rückgewinnung des Nui Beach. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Nach Angaben des Ministers wurden sämtliche betroffenen Bauwerke von derselben Nutzergruppe betrieben. Das verdeutliche, wie staatliche Flächen über Jahre hinweg für private wirtschaftliche Interessen genutzt worden seien. Parallel dazu prüft das Ministerium gemeinsam mit der Anti-Geldwäschebehörde (AMLO), ob aus der unrechtmäßigen Nutzung finanzielle Vorteile erzielt wurden, die weitere strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten.

Nominees im Visier der Behörden

Innenstaatssekretär Worasit erklärte, dass die Regierung zugleich verstärkt gegen den Einsatz thailändischer Strohmänner (Nominees) beim Erwerb von Grundstücken durch Ausländer vorgehe. Entsprechende Untersuchungen laufen derzeit in mehreren südthailändischen Provinzen, darunter Phuket, Krabi, Phang Nga und Surat Thani sowie auf Koh Samui und Koh Phangan. Allein auf Phuket werden nach Regierungsangaben derzeit mehr als 400 Grundstücke auf mögliche Gesetzesverstöße überprüft.

Behörden sichern das Gelände am Nui Beach, bevor die Abrissarbeiten und die Räumung des Areals beginnen. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Behörden sichern das Gelände am Nui Beach, bevor die Abrissarbeiten und die Räumung des Areals beginnen. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Während eines Hubschrauberfluges entdeckte Suchart nach eigenen Angaben zudem weitere Bauwerke auf umliegenden Berghängen. Daraufhin beauftragte er die zuständigen Behörden mit einer umfassenden Überprüfung weiterer Flächen auf mögliche illegale Bebauung.

Erholungswald statt Strandbebauung

Nach Abschluss der Abrissarbeiten soll das Gebiet renaturiert und künftig als Erholungswald ausgewiesen werden. Geplant sind außerdem ein Besucherzentrum, Naturlehrpfade sowie weitere Einrichtungen für den Ökotourismus.

Nach dem Abriss bleiben von den illegal errichteten Gebäuden am Nui Beach nur Trümmer zurück. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)
Nach dem Abriss bleiben von den illegal errichteten Gebäuden am Nui Beach nur Trümmer zurück. Bild: Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP)

Ziel der Regierung ist es, den Nui Beach dauerhaft frei zugänglich zu machen und als öffentliches Naturgebiet für Einheimische und Besucher zu erhalten.

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Helmut Loehr 21.07.26 14:00
Naturlehrpfade
Ist schon eine schöne Sache, wenn dadurch Naturlehrpfade entstehen. Ein Erlebniswald wäre toll. Touristen, Schulklassen werden begeistert sein.
Andreas Hamm 21.07.26 12:30
Na hoffentlich raeumen sie dann den Muell und Schutt auch weg. Nicht dass bis zum Sanktnimmerleinstag das Zeugs daliegt und vom Gruen ueberwuchert wird. Aus den Augen aus dem Sinn.......
Harald 21.07.26 09:30
Woooow
Respekt für die ausführende Behörde.

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