Waldbrände wüten in Phetchaburi

Über 2.000 Rai Waldfläche zerstört

Einsatzkräfte kämpfen bei extremer Hitze gegen die Flammenfronten in den Wäldern von Phetchaburi. Foto: Hua Hin Sarn
Einsatzkräfte kämpfen bei extremer Hitze gegen die Flammenfronten in den Wäldern von Phetchaburi. Foto: Hua Hin Sarn

HUA HIN: Verheerende Waldbrände haben während der Songkran-Feiertage große Waldflächen in der Provinz Phetchaburi verwüstet. Einsatzkräfte kämpfen seit Tagen unter extremen Bedingungen gegen zahlreiche Brandherde. Besonders betroffen sind Gebiete im Kaeng-Krachan-Nationalpark und im Bezirk Cha-am. Die Behörden warnen vor anhaltend hoher Feuergefahr und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.

Dichte Rauchschwaden und Flammenlinien ziehen sich seit Mitte April durch Teile der Berg- und Waldgebiete westlich von Hua Hin. In schwer zugänglichen Lagen mussten Löschtrupps teils stundenlang zu Fuß zu den Brandherden vordringen. Hubschrauber unterstützen die Bodenmannschaften mit Wasserabwürfen und Erkundungsflügen, um versteckte Glutnester aufzuspüren.

Nach Angaben thailändischer Behörden wurden in der Provinz Phetchaburi bereits mehr als 2.000 Rai Waldfläche zerstört, ein Großteil davon im Kaeng-Krachan-Nationalpark, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Dort sollen rund 1.700 Rai Naturwald verbrannt sein, während in den Bezirken Cha-am und Tha Yang zahlreiche weitere Brandstellen registriert wurden, wie thailändische Medien berichten.

Einsatzkräfte am Limit

In der Region Cha-am lokalisierten die Behörden insgesamt 16 Hotspots, die sich in Richtung eines geplanten Schutzgebiets bei Ban Rong ausbreiteten. Feuerwehrleute und Forstmitarbeiter sind seit dem 14. April in Tag- und Nachtschichten im Einsatz, um Brandschneisen anzulegen und die Flammen von Siedlungen fernzuhalten. Mehrere Brandstellen konnten inzwischen unter Kontrolle gebracht werden, doch einige Glutnester lodern in steilen Hängen und dichtem Bambus weiter.

Die körperliche Belastung ist enorm: Löscharbeiten bei Temperaturen weit über 35 Grad, kombiniert mit Rauch und Staub, führen bei vielen Einsatzkräften zu Erschöpfung und Atemwegsproblemen. Einige Teams mussten abgezogen und durch frische Kräfte ersetzt werden, während weitere Einheiten aus Nachbarprovinzen zur Unterstützung angefordert wurden. Die lokale Infrastruktur für Notunterkünfte und Versorgung der Helfer ist in einigen Bereichen bereits stark beansprucht.

Ursache Brandrodung und Landnahme

Erste Ermittlungen der Nationalparkverwaltung deuten auf gezielte Brandrodung und illegale Landnahme als Hauptursachen hin. In mehreren abgelegenen Bereichen fanden Beamte gefällte Bäume, von denen aus sich Feuer in umliegendes Buschwerk und Grasland ausbreiteten. In manchen Fällen sollen Flächen vorbereitet worden sein, um sie später für Landwirtschaft oder andere Nutzungen zu beanspruchen.

Das Umweltministerium hat angekündigt, gegen Verantwortliche konsequent strafrechtlich vorzugehen. Verdächtige Aktivitäten sollen dokumentiert und für Ermittlungen an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergegeben werden. Die Bevölkerung wird eindringlich aufgefordert, auf jegliches offene Feuer im Wald zu verzichten und Beobachtungen über die nationale Hotline 1362 zu melden.

Gefahr bleibt auch nach Songkran hoch

Meteorologen warnen, dass die anhaltende Trockenheit in den kommenden Tagen weiterhin ideale Bedingungen für neue Brände schafft. Selbst kleinere Funken, etwa von Lagerfeuern, Zigaretten oder lodernden Feldrändern, können sich im ausgedörrten Unterholz rasch ausbreiten. Die Behörden halten daher erhöhte Alarmbereitschaft aufrecht und überwachen bekannte Risikozonen mit Drohnen und Satellitenbildern.

Für Touristen und Anwohner in der Region Hua Hin, Cha-am und Umgebung kann es zeitweise zu Rauchentwicklung und eingeschränkter Sicht kommen. Wanderwege in betroffenen Schutzgebieten können kurzfristig gesperrt werden, um Besucher nicht zu gefährden und die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu behindern. Reisende sollten Hinweise von Parkverwaltungen und lokalen Behörden beachten und auf Lagerfeuer sowie offenes Brennen verzichten.

Langfristig dürfte die Region mit ökologischen Folgen der Brände zu kämpfen haben. Der Verlust von Waldflächen im Kaeng-Krachan-Gebiet beeinträchtigt Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten und erhöht das Risiko von Erosion und Überschwemmungen in der Regenzeit. Gleichzeitig wachsen der Druck, illegale Landnahme wirksam zu bekämpfen, und die Forderungen nach strengeren Kontrollen und härteren Strafen für Brandstifter.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Michael Meier 17.04.26 15:50
Überall same, same
Auch am Mekong River sieht man seit Tagen nicht mal mehr die Berge in Laos. Und ich dachte daß ich eine neue Brille brauche 555
Dracomir Pires 17.04.26 14:20
So eine Sauerei
Ich bin heute Morgen auf den Balkon gegangen und sah und roch den Smog. Die Strafen für Brandstiftung müssen viel, viel, viel höher sein, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
Roman Knöpfel 17.04.26 10:00
@ Mary
Wohin soll denn die Bevölkerung mit dem Müll, haben Sie einen Vorschlag? Die Bevölkerung macht dasselbe mit ihrem Müll wie der Staat, nachdem er ihn eingesammelt hat, nämlich verbrennen. Oder die Bevölkerung nutzt die alternative Methode, sie schmeisst den Müll in den nächsten Fluss. Für alle 3 Methoden könnte ich Ihnen Fotomaterial zeigen, hier aus meiner Gegend. Das Glück was ich habe, in meiner Gegend ist die Luftbelastung tief.
Mary 17.04.26 09:20
Wie lange noch
Jedes Jahr das gleiche. Da werden Felder abgebrannt, Müll verbrannt - offiziell verboten, aber alle schauen weg. Es leidet die Umwelt, Lebensraum der Tiere verschwindet und der Me sch hat gesundheitliche Probleme - aber leider interessiert das die lokale Bevölkerung nicht. Heute Luftindex in Hua Hin dunkelrot, aber die Politiker stecken den Kopf in den Sand.

Sind Sie bereits Online-Abonnent? Lesen Sie die vollfarbige PDF-Ausgabe DER FARANG.