«Sme»: Ukraine-Krieg lässt sich nur militärisch lösen
BRATISLAVA: Zum Ukraine-Krieg schreibt die slowakische Tageszeitung «Sme» am Dienstag:
«Wenn (der slowakische Ministerpräsident) Robert Fico behauptet, der Krieg in der Ukraine könne nicht militärisch gelöst werden, könnte man das mit einem Hauch Großzügigkeit auch als eine Art Verhöhnung von (Russlands Präsident) Wladimir Putin betrachten. Aus einer solchen Interpretation geht hervor, dass die russische Kriegsmaschinerie nicht einmal mehr theoretisch die erklärten Ziele zu erfüllen schafft - und sie deshalb aufgeben sollte. Dem könnte man ja zustimmen, aber leider richtet Fico seine Worte in alle möglichen Hauptstädte mit Ausnahme der einzigen, in die sie gehören, nämlich nach Moskau. (...)
Wenn Putin sagt, dass seine Ansprüche weiterbestehen und er sie notfalls militärisch durchsetzen wolle, und Fico dennoch sagt, aus dem Krieg müsse man um jeden Preis herauskommen, dann verlangt er eigentlich eine Kapitulation. (...)
Jede Art von Friedensverhandlung (...) kann nur ein Nachspiel einer militärischen Lösung sein. In diesem Sinn ist auch schon eine militärische Lösung gefunden: Die Ukrainer verteidigen sich und werden als vom Kreml unabhängiger Staat weiterbestehen. Es ist schwer, dem Eindruck zu widerstehen, dass das auch Fico versteht. Und wenn er dennoch von der Unmöglichkeit einer militärischen Lösung spricht, dann meint er das wohl anders. Er sieht die militärische Lösung in Gestalt der sich verteidigenden Ukraine - nur gefällt sie ihm nicht. Wenn er dazu nicht zu feige wäre, würde er das wenigstens laut sagen.»
«Ouest France»: Ukraine-Krieg spielt sich jetzt in Russland ab
RENNES: Zur Entwicklung im Ukraine-Krieg schreibt die französische Zeitung «Ouest France» am Dienstag:
«Offensichtlich greift die Propaganda, mit der seit Februar 2022 die Invasion der Ukraine gerechtfertigt wird, angesichts der für die russische Bevölkerung immer greifbareren Tatsachen nicht mehr. Es mangelt an Benzin. (...) Die Krim (...) wird täglich getroffen und befindet sich im Ausnahmezustand. Ein weiteres Zeichen für die militärische Verwundbarkeit. Putins Krieg spielt sich nun auch auf russischem Boden ab.
Unterdessen soll die Sterblichkeitsrate der russischen Soldaten an der Front exponentiell ansteigen. (...) Selbst in Moskau und Sankt Petersburg, die bislang von der Mobilmachung verschont geblieben sind, kann die Regierung die menschlichen Kosten dieses Krieges nicht mehr verbergen. (...)
Der russische Präsident hat übrigens am Sonntag ein Signal an Donald Trump gesendet und erklärt, er erwarte die Rückkehr der amerikanischen Vermittler, sobald sich die Lage im Iran etwas beruhigt habe.
Der Kreml will verhandeln. Um sich etwas Luft zu verschaffen? Zum Teil. Um den direkten Draht zu Donald Trump zu nutzen? Zweifellos. Doch auch der Westen sieht sich mit zwei großen Risiken konfrontiert. Ein geschwächter Wladimir Putin könnte noch gefährlicher werden und erneut mit seinen Atomdrohungen beginnen. Ist er extrem geschwächt, könnte der mögliche Zusammenbruch des Regimes gefährlich werden. Wie immer in Russland.»