«The Times»: Das Selbstbewusstsein der Ukraine ist gewachsen
LONDON: Zum Ukraine-Krieg meint die Londoner «Times» am Montag:
«Die robuste Strategie der Ukraine, Russland in Brand zu setzen, indem Raffinerien, Rüstungsfabriken und Militärstützpunkte ins Visier genommen werden, hat in jüngster Zeit einige spektakuläre Erfolge erzielt. (...)
Die ukrainischen Angriffe schaden auch der russischen Energieproduktion und den Energieexporten. Sie kommen zu einer Zeit, in der die russische Wirtschaft - die sich bislang trotz westlicher Sanktionen überraschend widerstandsfähig gezeigt hat - unter Arbeitskräftemangel, steigender Inflation und dem fast völligen Wegfall von Investitionen außerhalb des militärischen Bereichs ernsthaft unter Druck gerät. (...)
Obwohl Washington derzeit anderweitig beschäftigt ist und die Hilfe Europas nur begrenzt weiter ausgebaut werden kann, ist das Selbstbewusstsein der Ukraine gewachsen. Es wird durch die Unterstützungsbekundungen der Nato nächste Woche in Ankara sicher weiter gestärkt. Doch der russische Präsident Wladimir Putin hat mittlerweile zu viel in einen unglückseligen Krieg investiert, um einen Kompromiss in Betracht zu ziehen, geschweige denn eine Niederlage. Russland könnte mit massiven Bombenangriffen und neuer Brutalität zurückschlagen. Bislang hat die Ukraine durchgehalten. Kann sie Moskau nun an den Verhandlungstisch zwingen?»