Ukrainekrieg: Meldungen am Donnerstag

Foto: epa/dpa Fotomontage
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«The Irish Times»: EU hat Interesse an Ukraine-Friedensgesprächen

DUBLIN: Zum Ukraine-Krieg meint die in Dublin erscheinende «Irish Times» am Donnerstag:

«Die Kosten des Krieges stellen mittlerweile eine enorme Belastung für die russische Wirtschaft dar - ein durchgesickertes Schreiben des Finanzministeriums an das Kabinett warnt vor einer Haushaltsüberschreitung in Höhe von umgerechnet 24 Milliarden Euro in diesem Jahr. Derweil leidet auch die Ukraine. Russland hat Hunderte ukrainischer Drohnen abgeschossen und seine Angriffe auf Großstädte intensiviert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beharrt darauf, dass Moskau angesichts von Rückschlägen auf dem Schlachtfeld an den Verhandlungstisch gezwungen werden kann. Einem US-Fernsehsender sagte Selenskyj, er glaube, es gebe inzwischen ein «Fenster für Verhandlungen». (...)

Obwohl eine langfristig tragfähige Lösung bislang nicht in Sicht ist, könnte die Veränderung des Kräfteverhältnisses vor Ort immerhin die Aushandlung einer anhaltenden Waffenruhe ermöglichen. Selenskyjs jüngster Brief an (Kremlchef Wladimir) Putin markiert einen bemerkenswerten Wandel in Kiews Denken über die Beendigung der Feindseligkeiten - wenn nicht gar hinsichtlich der Möglichkeit eines dauerhaften Friedens. (...)

Russland steht einer Beteiligung der EU an den Verhandlungen weiterhin ambivalent - ja sogar feindselig - gegenüber. Doch angesichts der Unterstützung für die Verteidigungsanstrengungen sowie den Wiederaufbau der Ukraine - und nun auch durch die offiziellen EU-Beitrittsverhandlungen - hat Europa ein direktes Interesse daran. Dies ist ein Thema, mit dem sich die am 1. Juli beginnende irische EU-Ratspräsidentschaft in den kommenden Monaten auseinandersetzen muss.»


«De Telegraaf»: Ukraine will Putin zu Verhandlungen bewegen

AMSTERDAM: Zu den Drohnenangriffen der Ukraine auf Ziele in Russland heißt es am Donnerstag in der niederländischen Zeitung «De Telegraaf»:

«Es ist wichtig zu verstehen, dass die Drohnenangriffe der Ukraine zwar taktische Erfolge erzielen, jedoch keine strategischen. Am unmittelbaren Kriegsverlauf werden einzelne Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur kaum etwas ändern. Diese ukrainischen Aktionen zielen vor allem darauf ab, den Druck auf Putin zu erhöhen, um ihn an den Verhandlungstisch zu bringen.

Analysten weisen darauf hin, dass diese Taktik nach hinten losgehen könnte. Eine in die Enge getriebene Katze macht seltsame Sprünge, lautet ihre Analyse. Wenn der Kreml täglich mit Raketen- und Drohnenangriffen konfrontiert ist, wird er diesen Gesichtsverlust auf die eine oder andere Weise begrenzen wollen. Dadurch droht eine Eskalation.

So könnte Moskau eine allgemeine Mobilmachung anordnen und dadurch zusätzliche Soldaten verfügbar machen und die Raketenangriffe auf ukrainische Städte intensivieren. Zudem ziehen die Russen die nukleare Karte in regelmäßigen Abständen aus dem Ärmel. Erneut mit dem Einsatz einer Atomwaffe zu drohen, gehört zu den möglichen Optionen.»

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