Übergewicht erhöht Sterberisiko bei Covid-19

Lockdown und soziale Distanzierung verschärfen das Problem

Im Bumrungrad International Hospital in Bangkok werden medizinische Behandlungen wie die endoskopische Sleeve Gastrektomie (ESG) zur Gewichtsabnahme angeboten.
Im Bumrungrad International Hospital in Bangkok werden medizinische Behandlungen wie die endoskopische Sleeve Gastrektomie (ESG) zur Gewichtsabnahme angeboten.

BANGKOK: Fettleibigkeit (Adipositas) ist ein Risikofaktor für schwere Covid-19-Erkrankungen – nicht selten mit Todesfolge. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie der Universität von North Carolina. Sie belegt, dass Fettleibigkeit, wovon man bei einem Körpermaßindex (BMI) ab 30 kg/m² spricht, das Risiko für eine Covid-19 bedingte Behandlung im Krankenhaus um 113 Prozent erhöht und für eine Behandlung auf der Intensivstation um 74 Prozent. Das Risiko, an einer Erkrankung im Zusammenhang mit Covid-19 zu sterben, steigt bei Adipositas um 48 Prozent.

Ein ähnliches Ergebnis präsentieren Forscher von Public Health England. Sie warnen: Bei Menschen mit einem BMI über 40 steigt das Risiko für einen Covid-19 bedingten Tod um 90 Prozent. Die ermittelten Werte beider Studien basieren auf der Kombination von physiologischen und sozialen Faktoren.

Das zwischen Adipositas und Covid-19-Erkrankungen mit Todesfolge ein enger Zusammenhang besteht, ist auf Gesundheitsprobleme bei Fettleibigkeit wie stille Entzündungen im Körper, ein geschwächtes Immunsystem und die Bildung von Blutgerinnseln zurückzuführen, die den Covid-19-Krankheitsverlauf verschlechtern. Im Vergleich zu normalgewichtigen Menschen leiden Adipositas-Patienten häufiger unter Erkrankungen der Lunge, am Herzen sowie an den Nieren und sind anfälliger für Diabetes und Bluthochdruck. Forscher warnen, dass Krankheiten wie diese jedoch oft unbeobachtet bleiben. Denn die gesellschaftliche Stigmatisierung von Fettleibigen kann zur Folge haben, dass viele aus Scham generell auf Arztbesuche verzichten, wodurch sich das Risiko für einen schwerwiegenden Covid-19-Krankheitsverlauf mit Todesfolge erhöht.

Metabolisches Syndrom

Während die vermehrte Adipositas-Häufigkeit und die mit dem BMI steigende Schwere der Erkrankung bei Covid-19-Patienten durch mehrere Studien unabhängig voneinander nachgewiesen wurde, die physiologische und soziale Faktoren wie Alter, Geschlecht und soziale Schicht, Diabetes und Herzerkrankungen berücksichtigten, fanden Forscher der Tulane University in New Orleans erstmals Hinweise darauf, dass auch das metabolische Syndrom als wesentlicher Risikofaktor für schwere oder tödliche Covid-19-Verläufe gilt.

Gemeinsam gefährlich

War bisher bekannt, dass bereits die einzelnen Faktoren des metabolischen Syndroms als Risikofaktoren bei einer Covid-19-Erkrankung gelten, fanden die US-Forscher erstmals Hinweise darauf, dass diese im Zusammenspiel noch gravierender ausfallen. Laut der Studie stieg das Risiko bei einer Adipositas Grad I (BMI 30-34,9 kg/m2) um 35 Prozent, bei einer Adipositas Grad II (BMI 35-39,9) um 51 Prozent und bei einer Adipositas Grad III (BMI 40 bis 45) um 71 Prozent. Bei einem BMI über 45 war das Risiko sogar mehr als verdoppelt (108 Prozent). Fazit der Studie: Das Risiko eines starken Übergewichts ist vergleichbar mit dem eines hohen Lebensalters oder einer schweren Lungenerkrankung.

Besonders in den westlichen Industrieländern ist die Zahl der Adipositas-Patienten alarmierend gestiegen. In Deutschland beispielsweise sind 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Für die Betroffenen bedeutet das: Mit jedem Kilo steigen die damit verbundenen Folgeerkrankungen und sinkt die Lebenserwartung. Gesundheitsexperten betonen, dass Abnehmen ein lebenslanger Kampf sei, der individuell angepasste, moderne Behandlungsstrategien erfordert. Die Corona-Pandemie hat dieses Problem sogar noch verschärft: Die Menschen bleiben mehr zu Hause und bewegen sich kaum noch. Besonders auf sich allein Gestellte verfallen in alte Essgewohnheiten.

Magenverkleinerung ohne Bauchschnitt

Die Wahl gesünderer Lebensmittel und regelmäßiger körperlicher Aktivität ist der einfachste Weg, um Gewicht zu verlieren und Fettleibigkeit zu verhindern. In einigen Fällen ist jedoch eine medizinische Behandlung wie die endoskopische Sleeve Gastrektomie (ESG) sehr empfehlenswert. Bisher wird das neueste Verfahren zur Gewichtsabnahme jedoch nur von wenigen hochspezialisierten Gesundheitszentren angeboten. Im Bumrungrad International Hospital in Bangkok gehört die Magenverkleinerung ohne Bauchschnitt bei geeigneten Patienten bereits zu den bewährten Standardverfahren.

Weitere Informationen zur ESG erhält man im Zentrum für Verdauungskrankheiten (GI Center) im 2. Stock des Bumrungrad International Hospital Building. Auskünfte und Terminvereinbarung unter der Rufnummer 02-011.2167-8. Weitere Infos unter www.bumrungrad.com/en.

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